Paulino Lukudu Loro

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Paulino Lukudu Loro MCCJ (* 23. August 1940 in Kwerijik, Bezirk Juba; † 5. April 2021 in Nairobi) war ein südsudanesischer Ordensgeistlicher und römisch-katholischer Erzbischof von Juba.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Paulino Lukudu Loro trat der Ordensgemeinschaft der Comboni-Missionare bei und empfing nach seiner theologischen Ausbildung am 12. April 1970 die Priesterweihe.

Papst Paul VI. ernannte ihn am 12. Dezember 1974 zum Apostolischen Administrator von El Obeid. Papst Johannes Paul II. ernannte ihn am 5. März 1979 zum ersten Bischof von El Obeid. Der Papst persönlich spendete ihm am 27. Mai desselben Jahres die Bischofsweihe; Mitkonsekratoren waren Duraisamy Simon Lourdusamy, Sekretär der Kongregation für die Evangelisierung der Völker, und Eduardo Martínez Somalo, Substitut des Staatssekretariates.

Am 19. Februar 1983 wurde er zum Erzbischof von Juba ernannt. Zu seinem 75. Geburtstag 2015 reichte er beim Papst seinen Rücktritt ein, wurde aber vom Nuntius gebeten, das Amt weiterzuführen, bis die seit langem vakanten Bischofsstühle der umliegenden Bistümer Malakal, Rumbek und Torit besetzt sind.[1]

Papst Franziskus nahm am 12. Dezember 2019 seinen altersbedingten Rücktritt an und ernannte den erst im Januar desselben Jahres zum Bischof von Torit ernannten Stephen Ameyu Martin Mulla zu seinem Nachfolger.[2] Lukudu Loro war 2009 Initiator der Gründung der St. Marys University in Juba und deren Großkanzler.[3]

Lukudu Loro war Vorsitzender der Katholischen Bischofskonferenz im Sudan/ Südsudan von 1989 bis 1993 und 1999 bis 2006.

Paulino Lukudu Loro war als Kritiker der politischen Verhältnisse im Südsudan bekannt.[4] Er zog die Integrität von Präsident Salva Kiir Mayardit in Frage und warf ihm und anderen Politikern des Landes Korruption, Machtmissbrauch und Vetternwirtschaft vor. Der Friedensvertrag nach dem Bürgerkrieg im Südsudan 2013 bis 2018 mit einem brüchigen Frieden war nach seiner Meinung „mangelhaft und kann dem Südsudan keinen echten Frieden bringen“.[5] Er forderte auch die Vereinten Nationen und den Westen zu einem konsequenten Handeln im Umgang mit den Konflikten von Sudan und Südsudan auf.[6]

Er starb in einem Krankenhaus der kenianischen Hauptstadt Nairobi am Ostermontag des Jahres 2021. Die Todesursache wurde zunächst nicht bekanntgegeben.[7][8]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Msgr. Paulino Lukudu to resign as head of the Archdiocese of Juba. Missionari Comboniani, 30. August 2015, archiviert vom Original am 18. Januar 2018; (englisch).
  2. Rinuncia dell’Arcivescovo Metropolita di Juba (Sud Sudan) e nomina del nuovo Arcivescovo Metropolita. In: Tägliches Bulletin. Presseamt des Heiligen Stuhls, 12. Dezember 2019, abgerufen am 12. Dezember 2019 (italienisch).
  3. Catholic University opens in Juba. Abgerufen am 6. April 2021 (englisch).
  4. Trotz Abkommen kein Frieden. Abgerufen am 6. April 2021.
  5. Südsudans Bischöfe zeigen sich skeptisch gegenüber Friedensabkommen. „Die Taten hinken den Worten hinterher“. Abgerufen am 6. April 2021.
  6. Südsudan: Erzbischof kritisiert Uno und Westen. Abgerufen am 6. April 2021.
  7. Retired Archbishop Paulino Lukudu dies. In: Eye Radio. 5. April 2021, abgerufen am 5. April 2021 (amerikanisches Englisch).
  8. Archbishop Paulino Lukudu Loro dies in Nairobi. Abgerufen am 5. April 2021 (englisch).
VorgängerAmtNachfolger
Edoardo Mason MCCJBischof von El Obeid
1979–1983
Macram Max Gassis MCCJ
Ireneus Wien DudErzbischof von Juba
1983–2019
Stephen Ameyu Martin Mulla
Gabriel Zubeir WakoVorsitzender der Bischofskonferenz im Sudan
1989–1993
Gabriel Zubeir Wako
Gabriel Zubeir WakoVorsitzender der Bischofskonferenz im Sudan
1999–2006
Rudolf Deng Majak