Paulus de Castro

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Paulus de Castro, auch Paulus Castrensis (* 1360 oder 1362 in Castro; † 20. Juli 1441 in Padua[1]) war ein italienischer Rechtsgelehrter.

Leben und Werk[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Castro studierte bei Baldus de Ubaldis in Perugia die Rechte. Ab ca. 1380 war er auch Schüler von Christophorus de Castiglione in Pavia. 1386 erwarb Castro an der Universität Avignon den Grad des Doctor iuris utriusque und war dort anschließend als Rechtslehrer tätig.[2] Bezüglich seines folgenden Lebensweges bestehen aufgrund widersprüchlicher eigener Angaben Castros einige Unklarheiten. Laut Savigny[3] ist es am wahrscheinlichsten, dass Castro nur kurz in Avignon tätig war und um 1390 nach Siena ging, um dort als Professor zu unterrichten. Diese Stellung hatte er bis 1394 inne, zwischendurch war er eventuell in Pavia tätig. Jedenfalls lehrte Castro von 1394 bis 1401 an der Universität Avignon und darauf bis 1403 an der Universität Florenz. Vom 1. Februar bis zum 31. Juli 1404 war er Podestà von Viterbo. Anschließend erreichte ihn ein Ruf der Universität Siena, wo er für unbekannte Dauer lehrte. Als gesichert gilt jedoch, dass er jedenfalls von 1413 bis 1414 wieder in Florenz lehrte und seit 1422 sicher in Siena. In Florenz war Castro 1416 an der Überarbeitung des Stadtrechts beteiligt und verwaltete zeitweilig ein Vikariat.[4] Von 1424 bis 1429 war er Professor an der Universität Bologna und schließlich von 1429 bis wahrscheinlich zu seinem Tod 1441 an der Universität Padua. Außerdem war Castro Schützling und zeitweilig Auditor von Kardinal Francesco Zabarella. Mitunter wird sein Tod auch auf 1436 oder 1437 festgesetzt, was nach Savigny jedoch durch glaubwürdige Urkunden widerlegt wird.[5]

Wie bereits sein Lehrer Baldus de Ubaldis beschäftigte sich Paulus de Castro vornehmlich mit dem Römischen Recht. Bei dessen Studium zeichnete sich Castro durch einen „damals nicht häufigen kritischen Sinn[...]“ in Bezug auf die Quellen aus[6]. Der Hauptteil seiner Schriften befasst sich mit der Exegese der römischen Überlieferungen.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Stefanie Langer: Rechtswissenschaftliche Itinerarien - Lebenswege namhafter europäischer Juristen vom 11. bis zum 18. Jahrhundert. Peter Lang, Frankfurt am Main 2000, ISBN 978-3-631-36342-3, S. 87–90.
  • Friedrich Carl von Savigny: Geschichte des Römischen Rechts im Mittelalters, Band 6. Mohr, Heidelberg 1850, S. 281–293.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Savigny, S. 289.
  2. Savigny, S. 282.
  3. Savigny, S. 283ff.
  4. Savigny, S. 286f.
  5. Savigny, S. 288f.
  6. Savigny, S. 290.