Paulus von Tarsus

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Paulus von Tarsus (griechisch Παῦλος Paûlos, hebräischer Name שָׁאוּל Scha’ul (Saul), lateinisch Paulus; * vermutlich vor 10 in Tarsus/Kilikien; † nach 60, vermutlich in Rom) war nach dem Neuen Testament (NT) ein erfolgreicher Missionar des Urchristentums und einer der ersten Theologen der Christentumsgeschichte. Obwohl zeitgenössische Historiker ihn nicht erwähnten, gilt seine Historizität meist als gesichert.

Als griechisch gebildeter Jude und gesetzestreuer Pharisäer mit römischem Bürgerrecht verfolgte Paulus zunächst die Anhänger Jesu von Nazaret, dem er zu dessen Lebzeiten nie begegnet war. Doch seit seiner Bekehrung verstand er sich als von Gott berufener Apostel des Evangeliums für die Völker (Gal 1,15 f. EU). Als solcher verkündete er vor allem Nichtjuden den auferstandenen Jesus Christus. Dazu bereiste er den östlichen Mittelmeerraum und gründete dort einige christliche Gemeinden. Durch seine Briefe blieb er mit ihnen in Kontakt. Diese ältesten erhaltenen urchristlichen Schriften bilden einen wesentlichen Teil des späteren NT.

Apostel Paulus (rechts mit Buch, Schwert und Halbglatze) und Markus: Ausschnitt aus einem Gemälde von Albrecht Dürer

Wesentliches Kennzeichen der paulinischen Theologie ist die Konzentration des christlichen Glaubens auf die Kreuzigung und Auferstehung Jesu Christi mit ständigem Bezug auf die Verheißungen des Tanach. Durch die stellvertretende Erfüllung der Tora durch Jesus Christus, den Sohn Gottes, fand Paulus die Rechtfertigung des Menschen und seine Versöhnung mit Gott aus Gnade begründet. Diese Themen wurden in unterschiedlichen Interpretationen Grundbausteine für die Lehren vieler christlicher Konfessionen.

Orthodoxe Kirchen, Römisch-katholische Kirche, Koptische Kirche, Armenische Apostolische Kirche und Anglikanische Gemeinschaft verehren Paulus als Heiligen. Die Evangelischen Kirchen erinnern mit Gedenktagen an ihn. Seine Briefe haben Kirchenväter und berühmte christliche Theologen geprägt und damit die europäische Geistesgeschichte stark beeinflusst. Seit der Aufklärung sehen viele Historiker in Paulus den eigentlichen Gründer des Christentums als eigenständiger Religion. Seit dem Holocaust wird hervorgehoben, dass Paulus Gottes Treue zum Bund mit allen Israeliten betonte, auch denen, die nicht an Jesus Christus glauben.

Apostel Paulus, Gemälde von Anthonis van Dyck

Quellen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Byzantinisches Elfenbeinrelief, 6.-7. Jahrhundert, Paris, Musée de Cluny

Im Neuen Testament werden Paulus dreizehn Briefe namentlich zugeschrieben. Für sieben davon – Röm, 1 Kor, 2 Kor, Gal, Phil, 1 Thess, Phlm – erkennt die heutige historisch-kritische Forschung seine Autorenschaft an. Sie wurden in den Jahren zwischen 50 und 60 verfasst und sind die Hauptquelle für Biografie, Theologie und Missionstätigkeit des Paulus.

Eph, Kol, 2 Thess sowie die Pastoralbriefe (1 Tim, 2 Tim und Tit) geben vor, von Paulus verfasst zu sein, sind aber nach Mehrheitsmeinung der Forschung später entstandene Pseudepigraphien. Der Hebräerbrief, der in der Alten Kirche zum Corpus Paulinum gerechnet wurde, gehört nicht zu den Paulusbriefen. Er nennt im Text keinen Verfasser und es gibt kein gesichertes Wissen über seinen Autor. Außerchristliche Quellen zu Leben und Werk des Paulus sind nicht bekannt.

Von den paulinischen Missionsreisen berichtet außerdem die Apostelgeschichte des Lukas (Apg), die üblicherweise um die Jahre 80–90 datiert wird, wenngleich auch deutlich frühere und deutlich spätere Daten vorgeschlagen worden sind. Ihre Angaben müssen laut dem evangelischen Theologen Jürgen Roloff kritisch bewertet werden, um die Selbstaussagen aus den Briefen zu ergänzen und so einen chronologischen Rahmen der Biographie des Paulus zu rekonstruieren.[1] Laut dem evangelischen Theologen Udo Schnelle lassen sich die Angaben der Apostelgeschichte in ihren Grundzügen durch die Briefe bestätigen.[2]

Chronologie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Paulusbriefe nennen keine Orte und kaum Hinweise auf die Zeit ihrer Abfassung. Dagegen finden sich einige spärliche biografische Angaben. Die Apostelgeschichte beschreibt die Aufenthaltsorte und Reisewege des Paulus ausführlich, aber ebenfalls ohne genaue Daten. Sie lassen sich daher nur indirekt erschließen. Ausgangspunkt dafür sind zwei externe Fixdaten:

  • Laut Apg 18,2 EU traf Paulus bei seiner Ankunft in Korinth das Ehepaar Aquila und Priszilla, das kürzlich aus Italien eingetroffen sei, weil der römische Kaiser Claudius allen Juden befohlen habe, Rom zu verlassen. Dieses Edikt erwähnt auch der römische Chronist Sueton (Cl 25,4); es wird mit Orosius auf das Jahr 49 datiert.
  • Laut Apg 18,12 EU wurde Paulus später in Korinth dem römischen Prokonsul Gallio vorgeführt. Dieser regierte nach römischen Inschriften vom Frühsommer 51 bis Frühsommer 52. Demnach war Paulus spätestens ab 50 bis maximal Juli 52 in Korinth, also für etwa anderthalb Jahre.

Weil Angaben in den Paulusbriefen einige Stationen der zweiten Missionsreise des Paulus vom Apostelkonzil in Jerusalem (Apg 15,23 EU) bis Korinth (Apg 18,1) bestätigen, sind diese weitgehend unstrittig. Aus dem Reiseweg und Aufenthalten von Jerusalem über Antiochia, Syrien, Kilikien (Apg 15,40 EU; Gal 1,21 EU), Derbe und Lystra (Apg 16,1 EU), Phrygien und Galatien (Apg 16,6 EU), Philippi (Apg 16,11-12 EU; Phil 4,15 ff. EU), Thessalonich (Apg 17,1 EU; 1 Thess 2,2 EU), Beröa (Apg 17,10 EU), Athen (Apg 17,15 EU; 1 Thess 3,1 EU)) bis Korinth ergibt sich eine ungefähre Reisedauer von zwei Jahren. Darum wird das Apostelkonzil oft auf das Jahr 48 datiert. Bald darauf folgte nach Gal 2,1-14 EU der antiochenische Zwischenfall: Dieser wird gemäß Apg 15,35 EU oft auf den Sommer 48 datiert.

Für die Zeit von der Bekehrung bzw. Berufung des Paulus bei Damaskus bis zum Apostelkonzil geht man von den Angaben in Gal 1,6 bis 2,14 aus. Diese sind jedoch nicht eindeutig. Laut Gal 1,17 hielt sich Paulus nach seiner Berufung in Arabien auf und kehrte dann kurzzeitig nach Damaskus zurück. Laut Gal 1,18 besuchte er „drei Jahre später“ erstmals die Jerusalemer Urgemeinde. Die Angabe wird meist nicht auf den vorangehenden Damaskuskurzaufenthalt, sondern auf die Frist seit der Berufung bezogen, weil Paulus damit seine unabhängige Völkermission begründet. Laut Gal 2,1 hielt er sich längere Zeit in Syrien und Kilikien auf und besuchte Jerusalem „14 Jahre später“ zum Apostelkonzil erneut. Weil Gal 1,18 den Zeitabstand zur Berufung betont, wird auch Gal 2,1 nicht auf den Reiseaufenthalt davor, sondern auf die Frist zwischen beiden Jerusalemaufenthalten bezogen. In antiker Zählweise wurde das angebrochene Jahr voll mitgezählt: Aus 48 (Apostelkonzil) minus 13 ergibt sich das Jahr 35 für den ersten Jerusalembesuch. Aus 35 minus 2 ergibt sich, dass Paulus etwa im Jahr 33 Christ wurde und seine Missionstätigkeit begann.

Da Paulus laut Apg 8,3 und 9,1f. längere Zeit als Christenverfolger in Palästina und Syrien tätig war, wo sich schon christliche Gemeinden gebildet hatten, muss seine Bekehrung einige Jahre nach Jesu Tod geschehen sein. Das angenommene Bekehrungsjahr 33 passt daher zum vermuteten Todesdatum Jesu am 14. Nisan (7. April) des Jahres 30. Jedoch widersprechen einige Angaben der Apg den Eigenangaben der Paulusbriefe. Laut Apg 9,26 reiste Paulus von Damaskus direkt nach Jerusalem, nicht zuerst nach Arabien. Laut Apg 11,27-30 besuchte er Jerusalem vor dem Konzil ein zweites Mal. Diese Widersprüche zu Gal 1,17f. werden mit dem theologischen Konzept des Lukas erklärt: Er betont die Einheit der werdenden Kirche mit einem sofortigen Kontakt des Paulus zu den Jerusalemer Autoritäten und verwendet auch weitere Jerusalembesuche des Paulus (bei ihm insgesamt fünf) als Kompositionsmittel, das die Ausbreitung des Evangeliums von Jerusalem aus in der Welt illustrieren soll. Wegen dieser idealisierenden Tendenz halten die meisten Exegeten die Eigenangaben des Paulus für zuverlässiger. In Gal 1,21 EU fehlt ferner die in Apg 13-14 beschriebene Missionsreise von Antiochia aus nach Zypern und einige Landstriche in Kleinasien. Diese Reise halten viele Exegeten dennoch für wahrscheinlich, weil Paulus hier noch als untergeordneter Begleiter des Barnabas erscheint (Apg 14,12 EU) und seine Reisen in Gal 1,21 nur grob skizziert, ohne sie auszuführen.

Die in Apg 18,18-23 EU genannten Zwischenstationen Caesarea und Jerusalem lassen sich kaum mit Eigenangaben des Paulus in Einklang bringen. Als zuverlässige Angaben entnimmt man daraus nur, dass er nach seinem Korinthaufenthalt (50-52) nach Antiochia zurückkehrte und später nach Ephesus aufbrach. Der dortige Aufenthalt wird nach Apg 19,1.8.10 EU; Apg 20,31 EU sicher auf zwei Jahre und neun Monate, also etwa von Sommer 52 bis Frühjahr 55 datiert. Darauf folgte die Kollektenreise durch Makedonien und Achaia, nach der Paulus wieder Korinth besuchen wollte (Apg 19,21 EU; 1 Kor 16,5 EU). Dort blieb er laut Apg 20,3 EU rund drei Monate (Anfang 56). Weil Juden seine geplante Weiterreise nach Syrien verhindert hätten, sei er über Makedonien, Philippi, Troas, Assos, Milet und Caesarea nach Jerusalem zurückgekehrt (Apg 20,6 EU; vgl. Röm 15,25 EU). Dort wurde er von Prokurator Marcus Antonius Felix inhaftiert, als dieser schon einige Jahre im Amt war (Apg 24,10 EU). Dessen Amtszeit begann nach römischen Quellen um 52/53. Sein Nachfolger war Porcius Festus (Apg 24,27 EU); dieser löste ihn laut Flavius Josephus unter Nero ab, wahrscheinlich um 58. Dies passt zur Amtszeit des Hohenpriesters Ananias nach Apg 24,1 EU (47-59). Nach seinem Appell an den Kaiser (Apg 25,11 EU) wurde Paulus wohl bis Frühjahr 59 nach Rom überführt. Dort soll er sich laut Apg 28,30 EU einige Jahre relativ frei bewegt und gepredigt haben. Vermutet wird daher und wegen 1 Clemens 5,5-7, dass er spätestens bei der Christenverfolgung Neros (64) den Tod fand.[3]

Datum Ereignis[4] Brief[5]
33 Berufung bei Damaskus
35 erster Jerusalembesuch
36-47 Reise nach Tarsus/Kilikien, Antiochia/Syrien;
eventuell Zypern, südliches Kleinasien
Frühjahr 48 Apostelkonzil
Sommer 48 Zwischenfall in Antiochia
49/50 Reise durch Kleinasien und Makedonien
50–52 Korinth
51/52 Reise nach Antiochia Erster Thessalonicher
52–55 Ephesus 54: Erster und Zweiter Korinther
55 Troas, Makedonien, Korinth Galater; Römer
Frühjahr 56 Ankunft in Jerusalem
56–58 Gefangenschaft in Cäsarea
58 Amtswechsel von Felix zu Festus;
Überführung nach Rom
Philipper und Philemon
59 Ankunft in Rom
64 Tod

Diese Liste nennt nur die verhältnismäßig gesicherten Daten; patristische Notizen von einer Paulusmission in Spanien und von seiner Hinrichtung in Rom unter Kaiser Nero (64) sind umstritten.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Herkunft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Malta, Valletta: Paulus-Säule

Nach Apg 22,3 EU stammte Paulus aus einer Familie von Pharisäern aus Tarsus in der damaligen römischen Provinz Kilikien, einem Landstrich in der heutigen Südtürkei im Grenzgebiet zu Syrien. Diese Hafenstadt war damals ein bedeutendes Handelszentrum mit einer größeren jüdischen Diasporagemeinde, wie es sie in vielen Küstenstädten des Mittelmeerraums gab. Wie die Familie des Paulus nach Tarsus kam, ist ungeklärt. Die Eltern des Paulus sollen nach der historisch nicht belegten Überlieferung des Kirchenvaters Hieronymus aus dem galiläischen Gischala stammen und seien, als die ganze Provinz von römischer Hand verwüstet wurde, in die Stadt Tarsus in Kilikien verschlagen worden. Der noch ganz junge Paulus habe das Schicksal seiner Eltern geteilt.

Nach der Apostelgeschichte hatte Paulus das Bürgerrecht der Stadt Tarsus (Apg 21,39 EU).[6] Von Geburt an war er nach Apg 16,37 EU; Apg 22,28 EU römischer Bürger, ein Recht, das nur eine Minderheit der jüdischen Reichsbewohner besaß. Darauf hatte er sich später in Konflikten um seine Mission erfolgreich berufen – so zum Beispiel bei seiner Gefangennahme im Tempel in Jerusalem (Apg 21,37-40 SLT; Apg 22,23-30 SLT). In seinen Schriften erwähnt er allerdings an keiner Stelle, dass er im Besitz dieser Rechte gewesen sei.[6]

Lukas führt ihn mit dem jüdischen Vornamen Saulus ein (Apg 7,58 EU; Apg 8,1.3 EU), der von Saul hebräisch שָׁאוּל, dem ersten König Israels abgeleitet ist. Wie dieser stammte seine Familie aus dem Stamm Benjamin (1 Sam 9,1 EU), der als der kleinste der Zwölf Stämme Israels galt. Zur Erklärung des Namens Paulos (griechisch παΰλος, lateinisch paulus oder paullus bedeutet „klein“, Paulus wörtlich „der Kleine“) werden verschiedene Hypothesen diskutiert, darunter, dass „die Namensverleihung mit persönlichen Beziehungen des Vaters des Paulus, etwa mit seinem Patronus, zusammenhängen mag“.[7]

Im Gegensatz zum hebräischen Namen Saul ist Paulus ein Name aus der hellenistisch-römischen Welt.[6] Paulus selbst verwendete in seinen Briefen stets nur diesen Namen.[8][6]

Lukas nennt diesen Namen beiläufig erst in Apg 13,9 EU, als Paulus bei einer Missionsreise im Zusammenhang mit der Bekehrung des Statthalters von Zypern Sergius Paulus den Magier Elymas blendete. Saulus wechselte seinen Namen also nicht wegen seiner Bekehrung und Taufe zum christlichen Glauben, wie es eine verbreitete Meinung (vgl. Apg 13,9 EU) und die bekannte Redewendung vom Saulus zum Paulus irrtümlich nahelegen. Juden wählten im fremden Lebensumfeld und in der Diaspora häufig einen zweiten Namen, der für Außenstehende sogleich verständlich war und möglichst ähnlich wie ihr ursprünglicher Name klang.[6] Dass Paulus diesen Brauch übernahm, kann vielleicht als Hinweis darauf gesehen werden, dass er sich als römischer Bürger sicher zu bewegen wusste[6] und dadurch seine Möglichkeiten in der „Verkündigung des Evangeliums“ (vgl. 1 Kor 15,1-4 EU) erweitert wurden.

Allerdings war der Name Paulus zu dieser Zeit sehr selten, er kam jedoch zum Beispiel bei der patrizischen Gens der Aemilier in Rom häufiger vor.

„Was den Namen „Paulus“ anbelangt, so muss man sagen, daß er bei Römern nicht sehr häufig, bei Nichtrömern jedoch vor allem im griechischen Osten extrem selten war, und bei Juden sonst überhaupt nicht vorkommt.“

Paulus selbst betonte zwar den völligen Wesenswandel, der ihm durch Jesus Christus widerfuhr, brachte diesen aber nicht mit einem Namenswechsel in Verbindung. Er verwahrte sich entschieden dagegen, diesen Wandel als Aufgabe seines Judentums misszuverstehen. Gegenüber innerchristlichen Gegnern hob er seine jüdische Abstammung später immer wieder hervor (zum Beispiel Phil 3,5 EU):

„[…] einer aus dem Volk Israel, vom Stamme Benjamin, ein Hebräer von Hebräern, nach dem Gesetz ein Pharisäer“

Bildung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Paulus wurde schon in seiner Jugend zu einem Toralehrer ausgebildet. Er war Pharisäer und nahm sein schriftgelehrtes Studium wohl nicht in der jüdischen Diaspora, sondern in Judäa und Jerusalem auf.[6] Obwohl in Tarsus geboren, wuchs er laut Apg 22,3 EU in Jerusalem auf und wurde dort vom damals berühmten Rabbiner Gamaliel I. unterrichtet. Seine Briefe zeigen sowohl solide Kenntnisse des Tanach als auch hellenistischer Rhetorik, Redeformen und Briefschemata. Seine Schriften gebrauchen viele Begriffe der griechischen Umgangssprache,[10] besonders die der Stoa. Diese Ausdrucksweise wurde im Mittelmeerraum überall verwendet und verstanden.[11] Die Sprache des Paulus ist in hohem Maße von der Septuaginta, der griechischen Übersetzung der heiligen Schrift, geprägt. Gelegentlich hat er auch auf den ihm vertrauten hebräischen Urtext zurückgegriffen.[10]

Paulus grenzte sich später als Christ von der im Diasporajudentum gepflegten Weisheit ab (1 Kor 2,1–4 EU). Die von Lukas stilisierte Paulusrede auf dem Areopag (Apg 17 EU) wird daher als spätere apologetische Umdeutung genuin paulinischer Kreuzestheologie beurteilt.[12]

Nach jüdischem Brauch lernte Paulus neben seiner Schriftausbildung auch das Handwerk des Zeltmachers (Apg 18,3 EU). Mit dieser Tätigkeit verdiente er später als Missionar seinen Lebensunterhalt (1 Thess 2,9 EU und 1 Kor 4,12 EU). So war er nicht darauf angewiesen, Gaben aus den christlichen Gemeinden annehmen zu müssen (Phil 4,14-18 EU und 1 Kor 9,12-18 EU).[11] Er konnte so die vollkommene Unabhängigkeit seiner Predigt wahren und das Evangelium ohne Entgelt verkündigen.[11]

Christenverfolger[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wie der Jude Paulus mit den ersten Christen in Berührung kam, geht aus der Apostelgeschichte und den paulinischen Schriften nicht hervor. Den Korinthern berichtet er, dass er die Gemeinde Gottes verfolgt habe (1 Kor 15,9 EU). Er erwähnt in aller Offenheit, dass er christliche Gemeinden verfolgt habe, um sie zu zerstören (Gal 1,13 EU). Er trat mit Eifer für das jüdische Gesetz ein (Phil 3,5-6 EU) und wandte sich mit Feindschaft gegen den Glauben und die Lebensweise der ersten Christen.[13] Er hatte den Versuch unternommen, den christlichen Gemeinden die Möglichkeiten zu nehmen, sich zu bilden und zusammenzufinden.[13]

Paulus vertrat bis zu seiner Bekehrung den Pharisäismus, der verlangte, dass auch Proselyten (zum Judentum übergetretene Nichtjuden) zu beschneiden seien (vgl. Apg 15,5 EU). Er verstand sich als „Eiferer für das Gesetz“ (Gal 1,14 EU), der dessen Vorschriften auch gegenüber Mitjuden vorbildlich erfüllt habe (Phil 3,6 EU). In diesem Streben wurde er ein erbitterter Gegner der hellenistischen Judenchristen, die in der jüdischen Diaspora missionierten und dabei neugetauften Heidenchristen die Befolgung der Tora erleichterten, indem sie auf deren Beschneidung verzichteten.

Laut Lukas bezeugte Paulus im Auftrag des Sanhedrin die vorschriftsmäßige Steinigung des ersten christlichen Märtyrers Stephanus (Apg 7,58 ff. EU). Dieser erscheint als Wortführer jener Gruppe von Hellenisten, die in der Jerusalemer Urgemeinde als erste mit der Heidenmission begannen, den Tempelkult ablehnten und dadurch in Konflikt mit den sadduzäischen Tempelpriestern gerieten.

Wo er über seine frühere Christenfeindschaft berichtet, betont er, er sei erst drei Jahre nach seiner Bekehrung erstmals wieder nach Jerusalem gereist; die christlichen Gemeinden Judäas hätten ihn vorher nicht persönlich gekannt (Gal 1,18.22 EU).

Die Berufung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Bekehrung des „Saulus“ – Altarretabel des nordspanischen Einsiedlerklosters Ayerbe
Die Bekehrung des Paulus in der Interpretation Caravaggios

Paulus selbst schildert mehrmals Erscheinungen Jesu (Gal 1,15-19 EU; Phil 3,7–12 EU; 1 Kor 15,8–9 EU; 2 Kor 4,1.5–6 EU). Gott habe schon vor seiner Geburt entschieden, ihm seinen Sohn zu offenbaren und ihn zum Völkerapostel zu berufen (Gal 1,15 EU). Er betont, er sei seinem Auftrag drei Jahre lang gefolgt und habe erst dann die Jerusalemer Urgemeinde besucht (Gal 1,17-19 EU). Man nimmt an, dass er dort das schon fixierte urchristliche Glaubensbekenntnis mit der Liste der Auferstehungszeugen übernahm, das er in 1 Kor 15,3–7 EU zitierte und ergänzte (Vers 8):

„Zuletzt von allen ist er auch von mir, einer Missgeburt, gesehen worden. Denn ich bin der Geringste unter den Aposteln, der ich nicht wert bin, ein Apostel zu heißen, weil ich die Gemeinde Gottes verfolgt habe.“

Paulus stellte seine Berufung also in die Reihe der älteren Christuserscheinungen, von denen ihm die Augenzeugen bei seinem ersten Jerusalembesuch berichteten. Welcher Art diese waren, erfährt man nicht. Der formelhafte Ausdruck ōphthē (ὤφθη ‚gesehen worden‘, ‚erschienen‘) verweist auf Visionen, die wie in der jüdischen Apokalyptik als von Gott offenbarte Vorwegnahme endzeitlicher Ereignisse erfahren und weitergegeben wurden (zum Beispiel Dan 7,1–14 EU). Denn Paulus schloss hier sein berühmtes Kapitel über die Totenauferstehung an, einen Glauben, den er mit Pharisäern, Zeloten und Essenern teilte.

Gottes Berufung, Erkenntnis Jesu Christi als Sohn Gottes, Selbsterkenntnis als Sünder, der besondere Auftrag zur Völkermission und die Gewissheit der endzeitlichen Totenerweckung bildeten für Paulus also eine untrennbare Einheit. Er betonte daher, dass das von ihm verkündete Evangelium „nicht menschlicher Art“ sei (Gal 1,11 EU), sondern eine unmittelbar von Gott geoffenbarte an ihn gerichtete Botschaft.

Die Apostelgeschichte enthält eine Erzählung seiner Berufung (Apg 9,1–18 EU). Darin wird berichtet, wie Paulus auf dem Weg nach Damaskus von einem himmlischen Licht umstrahlt die Stimme Jesu hört, der ihn fragt, warum er ihn verfolge. Paulus verliert daraufhin sein Sehvermögen, wird nach Damaskus geführt und lässt sich dort taufen, nachdem er wieder sehend geworden war. Damit stellt die Apostelgeschichte seine Berufung auch metaphorisch als Bekehrungserlebnis dar. Bart D. Ehrman weist darauf hin, dass Paulus im Galaterbrief, in dem er seine Reisen von und nach Damaskus schildert, von keinem solchen Erlebnis berichtet.[14]

Missionsreisen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Missionsreisen des Paulus (Karte des Abraham Ortelius, 1598)
Missionsreisen des Paulus (moderne Karte)

Gemäß seinem Selbstverständnis als Völkerapostel, d. h. als mit der Mission unter Nichtjuden Beauftragter, wollte Paulus das Evangelium Jesu Christi so weit wie möglich ausbreiten.

Die Apostelgeschichte berichtet von mehreren Reisen des Apostels, die üblicherweise in „Missionsreisen“ eingeteilt werden, was aber der Darstellung der Apostelgeschichte nicht ganz entspricht.

In der ersten Missionsreise besuchte er zusammen mit Barnabas und dessen Neffen Zypern sowie anschließend die Heimat des Prokonsuls Sergius Paul[l]us[15], dessen Familie in Antiochia bei Pisidien beheimatet war. Durch Verfolgungen gezwungen, reiste er auch noch in weitere Städte und kehrte schließlich mit Barnabas nach Antiochia am Orontes zurück.

Die „zweite Missionsreise“ besteht aus einer Reise zu den in der ersten Reise gegründeten Gemeinden in Galatien[16] und anschließend nach Griechenland, einem längeren Aufenthalt in Korinth und dann einer Reise nach Jerusalem (?) und Antiochia am Orontes. Letztere beschreibt Lukas nur kurz, diese Reise bildet zusammen mit dem Anfang der „dritten Missionsreise“ einen kurzen Bericht über eine Reise von Korinth in den Osten und zurück nach Ephesus, das auf der Hinreise kurz besucht wurde.[17]

Die „dritte Missionsreise“ besteht vor allem aus einem dreijährigen Aufenthalt in Ephesus. Daran schließt sich eine Rundreise durch Griechenland an sowie eine Reise nach Jerusalem, bei der offenbar eine in den Briefen des Paulus erwähnte Kollekte überbracht werden soll (was aber von Lukas nicht gesagt wird). Die Pläne von Paulus sahen eine Weiterreise nach Rom und von dort die Mission des westlichen Mittelmeerraumes bis Spanien vor (Röm 15,22 f. EU). In Jerusalem wurde er jedoch von den römischen Behörden verhaftet und nach längerem Hin und Her nach Rom überstellt, wo er vermutlich das Martyrium erlitt.

Ein Vergleich mit den Paulusbriefen zeigt, dass Paulus vermutlich noch weitere, in der Apostelgeschichte nicht erwähnte Reisen unternommen hat. Über Details können aber nur Vermutungen angestellt werden.

Auf seinen Reisen wurde Paulus von anderen begleitet; die Paulusbriefe und die Apostelgeschichte nennen unter anderem Barnabas, Timotheus, Titus, Erastus und Silas. Ziel der Missionsreisen war der Aufbau christlicher Gemeinden. Sobald diese in der Lage waren, sich selbständig zu organisieren, reiste Paulus in die nächste Stadt. Die christlichen Gemeinden in den städtischen Zentren wurden zum Ausgangspunkt weiterer Missionen im Hinterland. Paulus hielt Briefkontakt mit den wichtigen Gemeinden, in denen er die christliche Glaubenslehre vertiefte und auf Probleme und aktuelle Fragen einging.

Leiden und Verfolgung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Paulus beschreibt in seinen Briefen öfter persönliches Leiden, das er als Folge seiner Christusverkündigung deutet. Er stieß demnach bei Juden und Römern/Hellenisten immer wieder auf starke Ablehnung, die bisweilen zu „Aufruhr“ führte: So überlebte er diverse körperliche Auseinandersetzungen, Steinigungsversuche und Strafgeißelungen (vgl. 2 Kor 11,24 f. EU; Apg 14,19 EU). Dies könnte ihn dauerhaft körperlich beeinträchtigt haben.

Gal 4,15 EU könnte auf ein Augenleiden hinweisen. In 2 Kor 12,7 EU spricht Paulus von einem „Stachel im Fleisch“ und „Engel Satans, der mich mit Fäusten schlagen muss, damit ich mich nicht überhebe“. Dies wird manchmal als chronische rheumatische Erkrankung oder Arthrose gedeutet. Doch kommt der Ausdruck „Stachel im Fleisch“ so nur in der Septuaginta (Ez 28,24 EU) vor und meint dort keine Krankheit, sondern eine unangenehme, durch persönliche Angriffe entstandene Situation. So könnte Paulus damit auf die ständige Verfolgung seiner Person und Lehre durch andere jüdische Gruppen anspielen. Darauf könnte sich 2 Kor 12,9 EU beziehen, wo er von seiner „Schwachheit“ spricht.

Gefängnisaufenthalte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Paulus befand sich mehrmals in Gefangenschaft. Zwei seiner Briefe sind während eines Gefängnisaufenthalts abgefasst (Philipperbrief, Philemonbrief). Die Apostelgeschichte erwähnt eine kurzzeitige Gefangenschaft in Philippi (Apg 16,23 EU), und einen längeren Aufenthalt in Jerusalem und Caesarea. Da die Römer keine längeren Gefängnisstrafen kannten, sondern nur Untersuchungshaft und sehr kurze Aufenthalte wie in Philippi, ist es unwahrscheinlich, dass sich Paulus noch ein weiteres Mal länger in Gefangenschaft befand[18]. Aus 2 Kor 1,8 f. EU sollte deshalb besser kein Gefängnisaufenthalt herausgelesen werden,[19] und andere Stellen in den Paulusbriefen beziehen sich wohl auf die Gefangenschaft in Caesarea bzw. in Rom.

Im Römerbrief, dem letzten der echten Paulusbriefe, zeigte sich Paulus besorgt darüber, dass er bei seiner geplanten Reise nach Jerusalem zur Übergabe einer Kollekte an die dortige Urgemeinde von Juden verfolgt, aber auch von Judenchristen abgelehnt werden könnte (Röm 15,30 ff. EU). Wie schon beim Apostelkonvent, bei dem ihm diese Kollekte für die Genehmigung seiner Heidenmission auferlegt worden war, wollte Paulus offenbar für die Vollendung seines Lebenswerks, die lange geplante Mission auch im Westen des römischen Reichs, die persönliche Zustimmung der Urgemeindeleiter einholen. Seine Sorge war seit seiner Abreise aus Korinth begründet (Apg 20,3 EU): Damals wählte Paulus mit seinen Begleitern den Landweg über Mazedonien und bestieg ein Schiff nach Palästina erst in Kleinasien, um einem geplanten Anschlag seiner jüdischen Gegner zu entgehen (Apg 20,14 EU). Die persönliche Übergabe der Geldsammlung sollte den Zusammenhalt von Juden- und Heidenchristen festigen, der durch den zunehmenden Druck des palästinischen Judentums auf die Urchristen und die Abwendung mancher Heidenchristen von ihren jüdischen Wurzeln gefährdet war.

Gefangennahme und römischer Prozess[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seiner Befürchtung gemäß wurde Paulus in Jerusalem von Diasporajuden angeklagt, er habe einen Nichtjuden mit in den Tempel gebracht: Darauf stand nach der geltenden sadduzäischen Toradeutung die Todesstrafe, die die Römer bei solchen religiösen Vergehen zuließen. Anlass dieser Beschuldigung war eine Auslösungszeremonie für Nasiräer, die Paulus nach jüdischer Sitte bezahlen wollte, um den Juden seine Treue zum Judentum zu demonstrieren. Um ihn vor jüdischer Lynchjustiz zu schützen, griff die römische Wache ein und nahm ihn in Schutzhaft (Apg 21,27–36 EU). Nach einer mehrjährigen rechtlichen Auseinandersetzung, in deren Verlauf Paulus den römischen Statthaltern die Christusbotschaft verkündete und als römischer Bürger an den Kaiser appellierte (Apg 25,9 ff. EU), wurde er schließlich gefangen nach Rom gebracht, um dort seinen Rechtsanspruch vorzutragen.

Über das Ende des Paulus berichtet die Apostelgeschichte nichts. Lukas nutzte den Zusammenhang, um von ihm gestaltete dramatische Gerichtsszenen und Paulusreden (Apg 20–25) in die Darstellung einzufügen. Deren Zielrichtung ist unter heutigen Exegeten umstritten.[20] Vielleicht reiste Paulus nach seiner Freilassung tatsächlich nach Spanien.[21]

Vermuteter Märtyrertod in Rom[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Enthauptung des heiligen Paulus, Deckenfresko (1768) in Söll (Tirol)

Nach einer zuerst im 1. Clemensbrief (Anfang des 2. Jh.) mitgeteilten Notiz soll Paulus ebenso wie Petrus den Märtyrertod erlitten haben.[22] In den Ende des 2. Jh. entstandenen Paulusakten[23] heißt es, er sei in Rom unter Kaiser Nero durch das Schwert hingerichtet worden. Möglicherweise fand er im Zuge von Neros Christenverfolgung im Jahr 64 den Tod.[24] Eine Kreuzigung wäre ihm dann als römischem Bürger erspart geblieben.

Sein Grab soll sich in Rom unter der Kirche San Paolo fuori le mura befinden. Der italienische Archäologe Giorgio Filippi will es im Juni 2005 wiedergefunden haben. Ausgrabungen unter der Basilika unter der Führung von Vatikan-Archäologen brachten einen römischen Sarkophag hervor. Zuvor hatte man angenommen, das Grab sei bei einem Großbrand der Basilika 1823 zerstört worden.[25] Die gefundenen Knochenreste wurden 2009 durch Radiokohlenstoffdatierung auf das erste bis zweite Jahrhundert datiert. Zudem wurden in dem steinernen Sarkophag mit Gold verzierte purpurne Leinen und blauer Stoff entdeckt.[26]

Theologie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Statue des Apostels Paulus vor dem Petersdom

Die Theologie des Paulus ist in seinen Briefen ausgeführt (insbesondere im Römerbrief und im Galaterbrief). Er übernahm den Glauben der Jerusalemer Urgemeinde, dass Jesus von Nazaret der in der jüdischen Tradition erwartete Messias (griechisch Χριστός Christós „der Gesalbte“) und Menschheitserretter sei. Im Unterschied zu Jesus stellte Paulus nicht den himmlischen Vater, sondern den auferstandenen Heilsbringer und Mittler Jesus Christus ins Zentrum seiner Verkündigung. Er lehrte, Gott habe mit der Hingabe seines Sohnes auch die unreinen heidnischen Völker in seinen Bund aufgenommen, aber im Unterschied zum „Volk des ersten Bundes“ nur aus Gnade. Zur Annahme dieser Liebesgabe sei einzig der Glaube an den gekreuzigten und auferstandenen Jesus Christus notwendig. Die Befolgung der jüdischen Tora sei den gläubigen Heiden erlassen. Zugleich seien sie jedoch dem erwählten Gottesvolk unterstellt. Er legte damit den Grundstein für die Abspaltung des Heidenchristentums vom Judentum.

Grundzüge[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Grundlegende Argumentationsbasis für die Theologie des Paulus ist die These, dass Christus „für mich“ gestorben ist (Gal 2,20 EU). Wer daran glaubt, gehört zur Gruppe der Erlösten. Deshalb lehnt Paulus auch die Übernahme der jüdischen Gesetze (Beschneidung unter anderem) ab. Denn nicht durch Einhaltung von Gesetzen, sondern durch den Glauben an die Rettungstat Christi wird der Mensch erlöst. Dies bedeutet nicht, dass Paulus alle Gesetze frei gibt; stattdessen existiert für ihn ein „Gesetz Christi“ (GalEU; Röm 13 EU), das jeder Gläubige erfüllt. Jedoch löst Paulus „das Alte Testament von der Bindung an die äußere Befolgung des Kultgesetzes und seiner Rechtsvorschriften [und] öffnet es auf die ganze Welt hin“.[27]

Entscheidend für das Verständnis der paulinischen Theologie ist die unbedingte Naherwartung der Endzeit. Gott wird diejenigen erretten, die sich dem Glauben an die Heilstat Christi zuwenden. Damit ist religionsgeschichtlich eine wichtige Wandlung erfolgt: Als Jude war Paulus der Überzeugung, dass derjenige errettet wird, der das jüdische Gesetz vollständig beachtet. Seit seiner Berufung zum Heidenapostel setzt Paulus einen vollständig anderen Akzent: Nicht mehr die Befolgung der Gesetze errettet, sondern der Glaube. Man muss also nicht mehr Jude sein, um errettet zu werden. Daraus folgt für Paulus ein dringender Auftrag: Alle, auch die Heiden, müssen darüber informiert werden. Es geht Paulus darum, dass alle Menschen die Botschaft hören, dass sie der Glaube an Christus errettet.

Damit will Paulus nicht das Judentum auflösen. Ihm geht es allein darum, die Nichtjuden, im damaligen Sinne die Heiden, zu retten. Paulus lässt den Vorrang des Judentums weiterhin bestehen (Röm 9–11 EU). Aber die Nichtjuden sind eben seit dem Christus-Ereignis in den Kreis der Erretteten mit aufgenommen, sofern sie den Glauben annehmen (Gal 3–5 EU). Bei den theologischen Ausführungen des Paulus geht es daher um eine Korporationsfrage (wer gehört zum Kreis der Erretteten?) und nicht um eine Individuumsfrage (was muss ich tun, um gerettet zu werden). Erst Luther liest Paulus – aufgrund der Fragen seiner Zeit und seiner Person – individualistisch und stellt die Frage, was der gläubige Christ zu tun hat, um Gerechtigkeit zu erlangen.

Erlösung der Erretteten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wer an die Heilstat Christi glaubt, der ist nach Paulus gerecht vor Gott. Den Glaubenden ist die Errettung sicher. Doch wie drückt sich diese Errettung aus? Für Paulus handelt es sich um eine völlig neue Existenz, die der glaubende Mensch erhält (1 Kor 15 EU). Schon im Diesseits vom Heiligen Geist beeinflusst, kann der Glaubende nach dem Tod die Auferstehung erwarten, die als Gemeinschaft mit Christus unter Ablegung des „Fleisches“ zu verstehen ist. Gegenwärtig steht also bereits der glaubende Christ durch den Heiligen Geist in Verbindung mit Gott; für die Zukunft steht die vollendete Erlösung aus.

Eschatologie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seit der Reformation sind sich die Theologen darüber einig, dass die theologischen Gedanken des Paulus in ihrem Zentrum um eine Theologie der Erlösung kreisen. Die Mitte des paulinischen Erlösungsdenkens bildet dabei die „präsentische Gemeinschaft mit Christus“: Durch sein Sterben am Kreuz besiegte der Christus Jesus den Tod und die Sünde, die Mächte des alten Äons, und die Glaubenden wurden mit Christus gekreuzigt, auferweckt und verherrlicht (Gal 2,20 EU; Eph 2,5–7 EU). In Christus sind die Glaubenden in das neue Äon eingegangen (RömEU), was sich für den einzelnen Christen in der Gabe des Geistes äußert (Röm 8,23 f. EU). Trotzdem bleibt der einzelne Christ in seiner Sterblichkeit dem alten Äon verhaftet, kann jedoch in der eschatologischen Hoffnung auf grundlegende Neuerung leben (Röm 8,29 EU), die mit der Wiederkehr Christi Einzug halten wird für alle Glaubenden und die gesamte Schöpfung Gottes.

Das Heilsgeschehen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Paulus ist überzeugt, dass Christus „für uns“ gestorben ist. Da Gott nichts veranlasst, was nicht notwendig ist, muss dieser Tod Christi notwendig gewesen sein. Er war notwendig für die Erlösung der Menschen. In diesem Sinne ist des Apostels Aussage „aus dem Gesetz wird niemand gerecht“ zu verstehen: Die Erlösung des Menschen ist allein durch den Glauben an die Heilstat möglich. Aus dem Gesetz allein heraus ist sie nicht möglich. Denn wäre sie möglich, wäre der Tod Christi nach solcher Ansicht nicht notwendig gewesen.

Damit ist das Zentrum der paulinischen Theologie angeschnitten: die Frage nach der Rechtfertigung aus dem Glauben. Bekannt ist die Wendung „aus Glauben wird der Mensch gerecht, nicht aus den Werken des Gesetzes“ (vgl. Gal 2,15–21 EU). Paulus will damit ausdrücken, dass nicht das jüdische Gesetz den Weg zum Heil darstellt, sondern der Glaube. Er exemplifiziert dies am Beispiel Abrahams (Gal 3,6–14 EU), der von Gott im Alten Testament als Beispiel eines Gerechten gerühmt wird, wohingegen das jüdische Gesetz erst später eingeführt wird, um vor der Macht der Sünde zu schützen. Für Paulus ist Abraham das Beispiel dafür, dass man vor Gott gerecht wird, auch ohne das jüdische Gesetz. Mit der Sendung Christi aber ist die Macht der Sünde gefallen; Christus ist die Erfüllung der Heilsverheißung an Abraham. Das Gesetz hat und hatte nie Heilsfunktion, sondern nur Schutzfunktion.

In der gegenwärtigen theologischen Forschung stark umstritten ist die Frage, was Paulus meint, wenn er sagt, „aus Werken des Gesetzes wird niemand gerecht“. Hatte Luther noch gemeint, Paulus drücke damit aus, dass jeder Versuch, das Gesetz zu erfüllen, eine Art Selbstgerechtigkeit wäre, so wird heute eher angenommen, Paulus wolle auf die Nichtigkeit des Gesetzes für die Heilserlangung hinweisen: Egal, ob ich das Gesetz erfülle oder nicht, bedeute dies nichts für das Heil. Alternativ werden folgende Thesen vertreten:

  • Das Gesetz hat keine Heilsfunktion mehr, weil es jetzt Christus gibt (so Ed Parish Sanders).
  • Das Gesetz hat keine Heilsfunktion, weil Gott auch nichtjüdische Gläubige unter dem Heil wissen will (so James Dunn).
  • Das Gesetz hatte noch nie Heilsfunktion (so Michael Bachmann).

Ethik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Paulus ist der Meinung, dass das von Gott gegebene Gesetz nicht zur Erlösung führen kann. Dennoch ist es für Paulus ein gutes, heiliges und gerechtes Gesetz. Denn durch den Akt des Glaubens ist der Mensch befreit von der Macht der Sünde und befähigt, das Gesetz Christi zu erfüllen. Grundlage des Gesetzes ist das Liebesgebot Christi. Keine Grundlage hingegen sind äußerliche Rituale wie Beschneidung.

Ehe und Sexualität[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Paulus lehnt sexuelle Freizügigkeit und Prostitution, die ihm im reichen Korinth begegnet ist, als „Unzucht“ ab. Der Verkehr mit einer Dirne beschmutze den eigenen Leib, der als Tempel Gottes über den Tod hinaus der allerhöchste Wert und damit schutzbedürftig sei (1 Kor 6,13 EU). Damit richtet er sich gegen die, die sich auf griechische Ideale beziehen und meinen, „alles ist mir erlaubt“, und hält dagegen, „aber nicht alles ist nützlich“. Der Unzucht könne keine Sonderstellung zugewiesen werden. Wie die Ehe, die gottgewollte Einheit von Mann und Frau, vereinige auch außerehelicher sexueller Verkehr zu einem Leib und beschmutze damit den Leib Christi (1 Kor 6,16 EU).

Wer sich nicht wie der unverheiratete, vielleicht verwitwete[28] Paulus der Sexualität ganz enthalten könne, solle eine Ehe eingehen, um sich von der Unzucht abzuwenden (1 Kor 7,2 EU). Paulus betont den Wert der Ehe als in der Schöpfung vorgesehener Einheit, die ein Teil des Leibes Christi ist. Beide Partner verfügen über den gemeinsamen Leib und sind damit voneinander abhängig (1 Kor 7,4 EU), wobei der Mann das Haupt der Frau sei, gleich wie Christus das Haupt des Mannes (1 Kor 11,3 EU). Ehen mit Ungläubigen werden von ihm nicht abgelehnt, weil der „unheilige“ Partner vom gläubigen Partner gerettet werden könne (1 Kor 7,12-14 EU). Scheidungen lehnt Paulus anhand des Ehescheidungsverbotes Jesu ab, außer, die Initiative geht vom nicht-christlichen Partner aus (sog. Paulinisches Privileg, 1 Kor 7,15 EU). Die Erhaltung der Einheit Ehe hat bei Paulus oberste Priorität. Ist die Scheidung jedoch vollzogen, solle eine Versöhnung erreicht werden oder die Frau ehelos bleiben (1 Kor 7,10 f. EU).

Ehelosigkeit sei eine Begabung, die nicht jedem Menschen möglich sei. Wer diese Begabung besitze, müsse jedoch die Chance ergreifen und sich nicht von Widerständen abhalten lassen (1 Kor 7,7 ff. EU), wie dies zur Zeit Paulus’ gerade gegen unverheiratete Frauen der Fall war. Dies gelte auch für die Witwen, die dem Zwang zur Wiederverheiratung nicht nachkommen müssten. Es könne jedoch auch die Ehe eine Begabung sein.

Rezeption und Nachleben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bedeutung und Wirkung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Paulus wird von allen christlichen Konfessionen als herausragender Verkünder der Lehre Jesu angesehen und geachtet, vor allem im Protestantismus. Seine christozentrische Lehre und das Absehen von den jüdischen Ritualvorschriften leiteten die Loslösung des neuen Glaubens vom Judentum und die Ausbildung einer eigenständigen, schließlich weltumspannenden Religion ein. Aus diesem Grund wird Paulus seit den Anfängen der wissenschaftlichen Bibelkritik im 18. Jahrhundert von vielen Philosophen und Theologen als eigentlicher Gründer des Christentums, sozusagen als „erster Theologe“ betrachtet. Aus dieser Sicht ist er nicht nur eine der einflussreichsten Gestalten der Kirchengeschichte, sondern einer der wirkmächtigsten Denker der Weltgeschichte überhaupt.

In der Nachfolge der paulinischen Lehre entwickelten unter anderem Augustinus von Hippo (4./5. Jh.), Martin Luther (15./16. Jahrhundert) und Karl Barth (19./20. Jahrhundert) ihre Theologie. Andererseits ist Paulus mindestens seit der frühen Neuzeit ein beliebtes Ziel von Kritik, die ihm vorwirft, die Lehre Jesu in dieser oder jener Richtung verfälscht zu haben.

In der katholischen Kirche gilt der hl. Paulus als Schutzpatron der Theologen und Seelsorger, Weber, Zeltwirker, Korbmacher, Seiler, Sattler und Arbeiterinnen sowie der katholischen Presse. Er wurde auch um Regen und Fruchtbarkeit der Felder, wie auch gegen Furcht, Ohrenleiden, Krämpfe und Schlangenbisse angerufen.[29]

Zur Erinnerung an das ungefähre 2000. Geburtsjahr des Apostels rief Papst Benedikt XVI. ein Paulusjahr aus, das er am 28. Juni 2008 gemeinsam mit dem Ökumenischen Patriarchen von Konstantinopel Bartholomäus I. in der Basilika Sankt Paul vor den Mauern eröffnete.[30]

Gedenktag und Patronate[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Sein römisch-katholischer, orthodoxer, armenischer, koptischer und evangelischer Gedenktag ist der 29. Juni, Peter und Paul (zusammen mit Petrus). Ein besonderer Gedenktag in der römisch-katholischen, der anglikanischen und einigen evangelischen Kirchen ist Pauli Bekehrung, der 25. Januar. Zahlreiche Paulskirchen sind dem Patrozinium des hl. Paulus geweiht oder nach ihm benannt.

Ikonografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Ikonografie des Paulus beruht auf den antiken Darstellungskonventionen für einen Philosophen (Tunica und Himation, Kodex oder Schriftrolle). Wie bei Petrus wurden auch bei Paulus bereits auf den frühesten Abbildungen die Gesichtszüge individualisiert: länglich-schmales Gesicht, Stirnglatze mit dunklem Haarkranz, geteilter oder gesträhnter Bart wie bei antiken Philosophen.[31] [32]

In den apokryphen Paulusakten aus dem 2. Jahrhundert findet sich eine Personenbeschreibung, die vermutlich auf die Ikonographie eingewirkt hat:

„Er sah aber Paulus kommen, einen Mann klein von Gestalt, mit kahlem Kopf und krummen Beinen, in edler Haltung mit zusammengewachsenen Augenbrauen und ein klein wenig hervortretender Nase, voller Freundlichkeit; denn bald erschien er wie ein Mensch, bald hatte er eines Engels Angesicht.“

ActPaul 3,3.[33]

Um 320 schrieb der Theologe und Geschichtsschreiber Eusebius von Caesarea:

„Wir haben auch die Bilder der Apostel Paulus und Petrus und sogar das Bild Christi selbst in Farben gemalt gesehen. War es doch zu erwarten, dass die Alten sie als ihre Retter ohne Überlegung gemäß ihren heidnischen Gewohnheiten auf solche Weise zu ehren pflegten.“

Erst vom 13. Jahrhundert an findet sich die Darstellung mit dem Schwert, dem Attribut für sein Martyrium.[34]

Zu den ältesten Bildnissen des Apostels Paulus gehören insbesondere „Porträts“ von Petrus und Paulus auf dem Boden eines frühchristlichen Goldglases des 4. Jahrhunderts in den Vatikanischen Museen,[35] Paulus mit Petrus in den Domitilla-Katakomben um 350, das Paulusbildnis in der Katakombe der Heiligen Marcellinus und Petrus aus dem 4. Jahrhundert und das Paulus-Fresko in der Paulus-Grotte bei Ephesus aus dem 4.-5. Jahrhundert.[36]

Auch in den folgenden Jahrhunderten bis heute haben unzählige Künstler Paulusbilder gemalt. Im Jahr 1567 schuf Pieter Bruegel d. Ä. das Gemälde „Die Bekehrung des Paulus“; etwa 100 Jahre später (1661) malte Rembrandt neben anderen Paulusbildern auch ein „Selbstporträt als Apostel Paulus“.[37]

Galerie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Musikalische Bearbeitung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Vor allem in der Renaissance- und Barockzeit schufen Komponisten Werke zum Thema „Saulus – Paulus“:

Aber auch in der Moderne gibt es Kompositionen, z. B.

Ein ganzes Oratorium zum Thema Paulus schufen:

Werke im Genre Musical:

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gesamtdarstellungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Theologie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Biographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Archäologie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Peter Pilhofer: Philippi. Mohr Siebeck, Tübingen 1995. (zugleich Habilitation Münster [Westfalen]).
  • Peter Pilhofer: Die erste christliche Gemeinde Europas. Mohr, Tübingen 1995, ISBN 3-16-146479-6.
  • Peter Pilhofer: Katalog der Inschriften von Philippi. (Wissenschaftliche Untersuchungen zum Neuen Testament; 119). Mohr, Tübingen 2000, ISBN 3-16-146518-0.
  • Paul Trebilco: The early Christians in Ephesus from Paul to Ignatius. Mohr Siebeck, Tübingen 2004, ISBN 3-16-148271-9.

Rezeptionsgeschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Film[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der französische Kinofilm von 1952 Der Weg nach Damaskus (Regie: Max Glass, Originaltitel Le chemin de damas) beschreibt die Saulus-Paulus-Geschichte.[38]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Wikisource: Απόστολος Παύλος – Quellen und Volltexte (griechisch)
 Commons: Apostel Paulus – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Biografie und Theologie

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Jürgen Roloff: Paulus. In: Evangelisches Kirchenlexikon. Vandenhoeck und Ruprecht, Göttingen 1992, Bd. 3, Sp. 1089.
  2. Udo Schnelle: Paulus. Leben und Denken. Verlag Walter de Gruyter, Berlin/Boston 2014, ISBN 978-3-11-030158-8, S. 32. (abgerufen über De Gruyter Online).
  3. Udo Schnelle: Einleitung in das Neue Testament. 3. Auflage, Vandenhoeck & Ruprecht, Göttingen 1999, ISBN 3-8252-1830-9, S. 33–43
  4. Udo Schnelle: Einleitung in das Neue Testament. Göttingen 1999, S. 43
  5. Jürgen Roloff: Paulus. In: Evangelisches Kirchenlexikon. Vandenhoeck und Ruprecht, Göttingen 1992, Band 3, Spalte 1089.
  6. a b c d e f g Eduard Lohse: Paulus: eine Biographie. Kapitel I.2.: Die Herkunft. C.H.Beck, München 1996. ISBN 3-406-40949-0, S. 18 ff.
  7. Martin Hengel: Paulus und das antike Judentum: Tübingen-Durham-Symposium im Gedenken an den 50. Todestag Adolf Schlatters (19. Mai 1938); Mohr Siebeck 1991, ISBN 3-16-145795-1, S. 198; die weitere bis dahin wichtigste Literatur ist dort verzeichnet.
  8. Niko Natzschka: 21. Paulus. Evangelisches Sonntagsblatt für Bayern, 19. November 2009, abgerufen am 13. März 2014.
  9. Martin Hengel, Ulrich Heckel: Paulus und das Antike Judentum, Wissenschaftliche Untersuchungen zum Neuen Testament. Band 58. Mohr Siebeck, 1991, ISBN 978-3-16-145795-1, S. 475 (eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche).
  10. a b Eduard Lohse: Paulus: eine Biographie.Kapitel VI.2.: Die Bildung. C.H.Beck, München 1996. ISBN 3-406-40949-0, S. 22 ff.
  11. a b c Eduard Lohse: Paulus: eine Biographie. Kapitel I.3.: Die Bildung. C.H.Beck, München 1996. ISBN 3-406-40949-0, S. 18 ff.
  12. Günter Bornkamm: Paulus S. 33; 84 f.
  13. a b Eduard Lohse: Paulus: eine Biographie. Kapitel III. Die Verfolgung der Gemeinde Gottes. C.H.Beck, München 1996. ISBN 3-406-40949-0, S. 43 ff.
  14. Bart D. Ehrman: Forged: Writing in the Name of God--Why the Bible’s Authors Are Not Who We Think They Are. HarperOne Auflage. San Francisco, 2011, ISBN 978-0-06-201262-3, S. 221–232.
  15. Zu möglichen Identifizierungen des Sergius Paullus siehe Alexander Weiß: Sergius Paullus, Statthalter von Zypern. In: Zeitschrift für Papyrologie und Epigraphik. Band 169, 2009, S. 188–192 (Online).
  16. Und nach vielen Auslegern auch in die Landschaft Galatien, die weiter nördlich lag.
  17. Apg 18,18-23 EU; Apg 19,1 EU, dazwischen ist noch ein Bericht über Apollos eingeschoben.
  18. Die lange Haft in Caesarea war Untersuchungshaft, die laut Apg mit einer Verschleppung seines Prozesses durch korrupte Beamte und wohl auch seine Gegner zusammenhing. Zu den Hintergründen siehe auch B. Rapske: Paul in Roman Custody, (=The Book of Acts in its First century Settzing, 3) Grand Rapids 1994.
  19. Das bezieht ich wohl auf Apg 19,23ff EU und nicht auf einen juristischen Prozess.
  20. Heike Omerzu, Die Apologetik der Apostelgeschichte auf dem Prüfstand, ZNT 18, 2006, S. 27 f.
  21. Als wahrscheinlich eingeschätzt von Martin Hengel, Anna Maria Schwemer: Jesus und das Judentum. Mohr Siebeck, Tübingen 2007, S. 10, 602 f.
  22. 1 Clem 5,5–7. Die Stelle wird – spätestens seit der Diskussion bei Beyschlag, Clemens Romanus, Tübingen 1956, 306–328 – einhellig als Bericht eines Märtyrertods gelesen, vgl. zum Beispiel Udo Schnelle, Paulus, S. 429 ff,; H. Löhr: Zur Paulus-Notiz in 1 Clem 5,5–7. In: F. W. Horn: Das Ende des Paulus, S. 206 ff., jeweils mit Angabe weiterer Literatur.
  23. Acta Pauli 11,3 / Martyrium Pauli 3
  24. Einen Überblick über die Forschungsdebatten ermöglichen die einschlägigen Beiträge in F. W. Horn: Das Ende des Paulus
  25. Radio Vatikan: Paulusgrab freigelegt, 5. Dezember 2006.
  26. Spiegel Online: Knochenreste im Grab des Apostel Paulus entdeckt, 28. Juni 2009.
  27. Radio Vatikan: Vatikan: Anfeindungen sind Chance für Zeugnis 10. Januar 2007.
  28. Joachim Jeremias: War Paulus Witwer?, in: ZNW 25 (1926), S. 310–312.
  29. Werner Williams-Krapp: Paulus. Deutsche Legenden In: Verfasserlexikon. Band VII, Sp. 386 f.
  30. Radio Vatikan: Paulusjahr, 21. Juni 2007.
  31. Lexikon für Theologie und Kirche (LThK). Band 7, Herder, Freiburg 2006, Sp. 1508f.
  32. Martin Lechner: Paulus. In: Wolfgang Braunfels (Hrsg.): Lexikon der christlichen Ikonographie (LCI). Band 8, Herder, Freiburg 2004, Sp. 140 f.
  33. Übersetzung: Wilhelm Schneemelcher, Neutestamentliche Apokryphen 6. Aufl. Bd. II, S. 216.
  34. Karl Künstle: Paulus, Apostel. In: Ikonografie der Heiligen. 1926, S. 487–490; Reclams Lexikon der Heiligen und Biblischen Gestalten. 8. Auflage. Stuttgart 1996, S. 467.
  35. Wieczorek / Stefan Weinfurter (Hrsg.): Die Päpste und die Einheit der lateinischen Welt. Ausstellungskatalog der Reiss-Engelhorn-Museen in Mannheim. Schnell & Steiner, Regensburg 2017, S. 118f. mit Abb.
  36. Abbildung auf der Webseite paulusjahr.info.
  37. H. Perry Chapman: Rembrandt’s self-portraits. S. 121.
  38. Eintrag auf kino.de