Pauluskirche (Traunreut)

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Pauluskirche Traunreut
Westseite; im Vordergrund die Bronzeplastik Jüngling mit Taube von Gregor Kruk (1911–1988)

Die Pauluskirche ist eine denkmalgeschützte evangelisch-lutherische Kirche in Traunreut, nach Plänen von Werz Ottow 1953/54 errichtet.

Bauherr war das Evangelisch-Lutherischen Dekanates Traunstein. Seit 1956 ist Traunreut eine eigenständige Evangelisch-Lutherische Kirchengemeinde im Dekanat Traunstein, Kirchenkreis München und die Paulskirche deren einziges Kirchengebäude. Sie ist das älteste Baudenkmal im Kern der erst nach dem Zweiten Weltkrieg entstandenen Vertriebenenstadt Traunreut. Gastweise wird die Pauluskirche zudem von der Rumänisch-Orthodoxen und der Griechisch-Orthodoxen Gemeinde regelmäßig genutzt.

Lage und Umgebung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Pauluskirche befindet sich im nach dem Zweiten Weltkrieg neu errichten Stadtzentrums von Traunreut. Sie steht am östlichen Ende der Carl-Köttgen-Straße in Traunreut (Bayern). Sie wurde in die Geometrie des zentralen Rathausplatzes harmonisch integriert und bildet dessen südlichen Abschluss. Dadurch hat sie bis heute eine besondere städtebauliche Bedeutung.

Architektur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Pauluskirche hat einen trapezförmigen Grundriss, ein unterschiedlich weit herabgezogenes Satteldach und einen offenen, versetzt angeordneten Glockenstuhl. Dieser erste Entwurf einer Kirche wurde wegweisend für weitere Kirchenbauten von Ottow und Werz. Die Pauluskirche zeigt bereits die für ihren Stil typischen Elemente: Eine sachliche, eher zurückhaltende Architektur fügt sich harmonisch in die Umgebung ein. Die klare Geometrie des Raumes und eine bewusste Lichtführung durch hoch sitzende Fenster weisen unaufdringlich in Richtung Altar und Himmel.

Das Betonrelief über dem Eingang zeigt acht Stationen aus dem Leben des Apostels Paulus. Es wurde von der Münchner Bildhauerin und Grafikerin Imme Hoefer-Purkhold (* 1919 in München, † 2008) im Format 600 × 53 cm gestaltet.

1956 wurde die Rückwand des Altarraumes mit dem Marmormosaik »Der gute Hirte« von Maler und Grafiker Markus von Gosen (* 1913 in Breslau, † 2004 in Prien am Chiemsee) ausgestaltet.

Entstehungsgeschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Münchner Architektengemeinschaft Helmut von Werz (* 1912 in Siebenbürgen; † 1990) und Johann-Christoph Ottow (* 1922 in Greifswald; † 2012) ging als Sieger eines 1952 ausgeschriebenen Architektenwettbewerbs hervor. Die Grundsteinlegung für die Pauluskirche Traunreut erfolgte am 15. November 1953. Nach einem knappen Jahr Bauzeit wurde sie am 10. Oktober 1954 (Erntedank) durch Oberkirchenrat Arnold Schabert eingeweiht. Die Baukosten für die Pauluskirche betrugen seinerzeit etwa 125.000 Mark. Der Kirchenbau ersetzte die Funktion eines seit 1948 als Betsaal angemieteten Munitionslagerschuppens. In den Jahren zuvor feierten die evangelischen Christen ihre Gottesdienste in der Volksschule St. Georgen.

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Pauluskirche (Traunreut) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Gotthard Kießling, Dorit Reimann: Landkreis Traunstein (= Bayerisches Landesamt für Denkmalpflege [Hrsg.]: Denkmäler in Bayern. Band I.22). Kunstverlag Josef Fink, Lindenberg im Allgäu 2007, ISBN 978-3-89870-364-2.
  • Cordula Rau, Georg von Werz: Helmut von Werz. Ein Architektenleben 1912–1990. Basel 2014, ISBN 9783990436646

Koordinaten: 47° 57′ 40,6″ N, 12° 35′ 35,7″ O