Pavel Oliva

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Pavel Oliva 2012

Pavel Oliva (* 23. November 1923 im Karlín als Pavel Ohrenstein) ist ein tschechischer Holocaustüberlebender und Althistoriker.

Leben und Werk[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Oliva wurde als Pavel Ohrenstein in eine jüdische Familie geboren. Im Dezember 1941 gehörte er zum Aufbaukommando, welches das Ghetto Theresienstadt für die Ankunft tausender jüdischer Gefangener vorbereitete. Hier wurde er später dem Menagedienst-Kommando zugeteilt. Seine Deportation, gemeinsam mit 2.500 weiteren jüdischen Gefangenen ins KZ Auschwitz-Birkenau, erfolgte im Dezember 1943. Hier teilte man ihn dem Kanalreiniger-Kommando zu. Im Herbst 1944 überlebte er durch seine Selektion in ein Arbeitskommando mit mehreren, zumeist tschechischen Juden, welches in eine BRABAG-Industrieanlage des KZ-Außenlagers Schwarzheide (dem KZ Sachsenhausen zugehörig) führte. Nach der Räumung des Lagers überlebte er mit 200 weiteren Juden einen Todesmarsch nach Varnsdorf und Litoměřice. Später lief er zu Fuß nach Theresienstadt, hier übernahm das Internationale Komitee vom Roten Kreuz seine Versorgung. Nach dem Krieg schloss sich Oliva der Kommunistischen Partei der Tschechoslowakei an. Er legte den Namen Ohrenstein ab und nahm seiner statt den Nachnamen Oliva an. Diesen assoziierte er mit Triumph.[1]

Nach dem Krieg begann Oliva ein Studium der Klassischen Philologie in Prag und promovierte 1950. Es folgte eine längere Tätigkeit an der Tschechoslowakischen Akademie der Wissenschaften.[2] Im Jahr 1965 wurde er Mitglied der Akademie und 1968 Professor für Alte Geschichte an der Karls-Universität Prag. Im April 1966 organisierte er einen internationalen Kongress zum Thema Antike und Gegenwart in Brno.[3] Er gehörte später den Redaktionen der Zeitschriften Eirene aus Prag und Klio aus Ost-Berlin an. 2001 gehörte er als Emeritus zu den Herausgebern der Relationes Budvicens.[4]

Zu Olivas Forschungsschwerpunkten gehören die frühe griechische Zivilisation, die frühe griechische Tyrannis und die Sozialgeschichte Spartas.

Schriften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Sparta and her Social Problems, Prag 1971
  • Solon – Legende und Wirklichkeit, Konstanz 1988
  • Kolébka demokracte. Dëjiny a kultura klasického Recka 5.-4. stol. pf. n. 1. [Die Wiege der Demokratie. Geschichte und Kultur des klassischen Griechenland im 5.–4. Jh. vor Christus.] Prag 2000

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Alle Angaben nach: Lebenslauf auf pametnaroda.cz und Lebenslauf auf postbellum.cz (Memento des Originals vom 4. März 2016 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.postbellum.cz Beide abgerufen am 17. Februar 2012
  2. Vorwort, in: Pavel Oliva: Solon - Legende und Wirklichkeit, Konstanz 1988
  3. Vgl., Gnomon, 37. Bd., H. 4 (August 1965), S. 431.
  4. Vgl., Gnomon, 75. Bd., H. 2 (2003), S. 191.