Pazifik-Allianz

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Logo der Pazifik-Allianz

Die Pazifik-Allianz oder Pazifische Allianz (spanisch: Alianza del Pacífico) ist eine lateinamerikanische Freihandelszone, die im Jahr 2012 von Chile, Kolumbien, Mexiko und Peru gegründet wurde, um den regionalen Handel und die wirtschaftliche Integration zu fördern sowie eine Zollunion, Reise- und Visafreiheit und einen gemeinsamen Börsenplatz zu garantieren.[1]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Vertreter der Mitglieder und assoziierten Staaten beim Gipfeltreffen am 6. Juni 2012, aufgenommen vor dem ESO Paranal-Observatorium in der Atacamawüste, Chile.

Am 28. April 2011 wurde in Lima (Peru) auf Initiative des damaligen peruanischen Präsidenten Alan García[2] ein Abkommen zur Gründung von den vier Ländern Chile, Kolumbien, Mexiko und Peru unterzeichnet.[3] Am 6. Juni 2012 wurde die Allianz gegründet.

Die vier Gründungsmitglieder Chile, Kolumbien, Mexiko und Peru erzielten 2011 etwa 39 % des gesamten BIPs Lateinamerikas. Mit mehr als 2 Billionen US-Dollar war ihre Wirtschaftsleistung größer als jene der weltweit neuntgrößten Nation Indien. Laut Welthandelsorganisation exportierten die vier Länder Waren im Wert von mehr als 445 Mrd. US-Dollar, und übertrafen damit den Wirtschaftsbund Mercosur um fast 60 %.[4]

Costa Rica und Panama sind derzeit Kandidaten für die Aufnahme als Vollmitglied.

Experten bezeichnen die Pazifik-Allianz als wirtschaftsstrategische Allianz, mit der die gemeinsamen Interessen ihrer lateinamerikanischen Mitgliedsländer gegenüber den USA und Europa sowie insbesondere in Asien geltend gemacht und gefördert werden sollen. Sie betreibe sehr erfolgreich ein so genanntes "Nation Branding".[5]

Mitglieder und assoziierte Staaten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Pazifik-Allianz hat derzeit vier Mitglieder und 49 Staaten mit Beobachterstatus, von denen 35 außerhalb des amerikanischen Doppelkontinents liegen. Während der Konferenz im chilenischen Viña del Mar im März 2017 wurde auch die Möglichkeit des Status eines assoziierten Mitglieds geschaffen.[6] Im März 2018 findet die dritte Gesprächsrunde statt, um Australien, Kanada, Neuseeland und Singapur als assoziierte Mitglieder aufzunehmen.[7]

Vollmitglieder[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Staat Bevölkerung Land­fläche
(in km²)
Meeres­fläche Haupt­stadt Beitritts­jahr
ChileChile Chile 16.634.603 743.812 12.290 Santiago de Chile 2012
KolumbienKolumbien Kolumbien 46.413.791 1.038.700 100.210 Bogotá 2012
MexikoMexiko Mexiko 112.322.757 1.943.945 20.430 Mexiko-Stadt 2012
PeruPeru Peru 29.546.963 1.279.996 5.220 Lima 2012

Beobachterstatus[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Amerika


Außerhalb Amerikas

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Pazifischer Freihandel - Allianz: Vier Länder Lateinamerikas haben Wachtumspack geschmiedet - mit Erfolg (Kölner Stadtanzeiger, 20./21.April 2013)
  2. Pacific Alliance. In: cancilleria.gov.co. Abgerufen am 24. Mai 2013 (englisch).
  3. Pazifik-Allianz in Lima gegründet. In: handelsblatt.com. 29. April 2011, abgerufen am 29. April 2011.
  4. The Pacific Alliance: Pivoting to Asia. AS/COA, 22. Mai 2013, abgerufen am 24. Mai 2013 (englisch).
  5. Die Pazifikallianz: "Nation Branding" durch Regionalorganisationen | GIGA. In: www.giga-hamburg.de. Abgerufen am 16. August 2016.
  6. Alianza del Pacífico buscará incorporar países asociados. In: ElComercio.pe. 15. März 2017, abgerufen am 29. Januar 2018 (spanisch).
  7. Avanzan negociaciones para sumar países a la Alianza del Pacífico. In: ElComercio.pe. 3. Februar 2018, abgerufen am 3. Februar 2018 (spanisch).