Pazifischer Riesenkrake

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Pazifischer Riesenkrake
Pazifischer Riesenkrake (Enteroctopus dofleini)

Pazifischer Riesenkrake (Enteroctopus dofleini)

Systematik
Unterklasse: Tintenfische (Coleoidea)
Überordnung: Achtarmige Tintenfische (Vampyropoda)
Ordnung: Kraken (Octopoda)
Familie: Echte Kraken (Octopodidae)
Gattung: Riesenkraken (Enteroctopus)
Art: Pazifischer Riesenkrake
Wissenschaftlicher Name
Enteroctopus dofleini
(Wülker, 1910)

Der Pazifische Riesenkrake (Enteroctopus dofleini) ist ein großer Kopffüßer aus der Gattung der Riesenkraken. Er lebt in der Nähe der Küsten des nordwestlichen Pazifiks meist auf nicht-felsigem Untergrund[1] und wird als größter Krake angesehen.

Größe und Erscheinung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Pazifische Riesenkrake unterscheidet sich von anderen Arten allein schon durch seine Größe. Erwachsene Kraken erreichen häufig ein Gewicht von 23 bis 40 kg. Die größten Exemplare werden bis zu 270 kg schwer und können mit ausgespreizten Armen eine Kreisfläche von 9,50 m Durchmesser abtasten.[2] Der Mantel oder „Kopf“ des Kraken hat eine Kegelform und enthält die wichtigsten Organe des wirbellosen Tieres. Die Haut des Kraken ist in entspanntem Zustand eher glatt. Durch die Steuerung kleiner Pigmentzellen in seiner Haut sowie mithilfe von Muskelkontraktionen ist jede Krakenart in der Lage, die Farbe, Musterung und Struktur der Hautoberfläche zu ändern, was den Tieren hilft, mit ihrer Umgebung optisch zu verschmelzen.

Ernährung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Dieser Krake frisst gewöhnlich Garnelen, Krabben, Muscheln und Fisch. Er hält die Beute mit seinen Saugnäpfen fest und öffnet die Schalen relativ schwacher Muscheln (etwa der Pazifischen Miesmuschel oder Venerupis philippinarum) mit seiner Armkraft; in härterschalige oder stärker bemuskelte wie Protothaca staminea nagt oder beißt er mit seinem Chitin-Schnabel ein Loch und injiziert vermutlich ein Toxin.[3]

Intelligenz[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Pazifische Riesenkrake gilt als sehr intelligent. In Aquarien löste er schwierige Aufgaben wie das Öffnen eines Glasdeckels, um an Nahrung als Belohnung zu gelangen. Außerdem kann er individuelle Menschen erkennen[4] und das Verhalten anderer Kraken nachahmen.

Bedeutung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Meeressäugetieren wie dem Seehund, dem Seeotter oder dem Pottwal dient der Pazifische Riesenkrake als Nahrungsquelle. In den Vereinigten Staaten wird der Krake auch kommerziell gefischt.

Lebensdauer/Fortpflanzung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mit einer mittleren Lebensdauer von drei bis fünf Jahren in der Natur gilt der Pazifische Riesekrake als kurzlebig für ein Tier seiner Größe. Oktopusmütter versorgen ihren Laich, der aus bis zu 100.000 Eiern besteht, indem sie ihn von Algen freihalten und vor Fressfeinden schützen. Nach etwa sechs Monaten schlüpfen die etwa reiskorngroßen Jungtiere, von denen nur wenige bis ins Erwachsenenalter überleben.[5] Oktopusweibchen sind semelpar: Während der Brutpflege nehmen sie keine Nahrung auf und sterben nach deren Abschluss.[6]

Schutz[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Über diese einzeln lebenden Tiere ist wenig bekannt. Der Pazifische Riesenkrake wird gegenwärtig weder auf der Roten Liste gefährdeter Arten noch unter den schutzbedürftigen Tierarten des Washingtoner Artenschutz-Übereinkommens geführt. Allerdings ist er sehr empfindlich gegenüber Wasserverschmutzung und muss zukünftig möglicherweise geschützt werden, um sein Überleben zu sichern.

Quellen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. David Scheel: Characteristics of Habitats Used by Enteroctopus dofleini in Prince William Sound and Cook Inlet, Alaska. In: Marine Ecology, Bd. 23, Nr. 3, 24 September 2008, doi:10.1046/j.1439-0485.2002.02776.x.
  2. Tardent, Pierre (1993). Meeresbiologie: Eine Einführung. Stuttgart & New York: Verlag Georg Thieme, S. 120.
  3. Roland C. Anderson, Jennifer A. Mather: The packaging problem: Bivalve prey selection and prey entry techniques of the octopus Enteroctopus dofleini. In: Journal of Comparative Psychology, Bd. 121, Nr. 3, 2007, S. 300–305.
  4. Roland C. Anderson, Jennifer A. Mather, Mathieu Q. Monette, Stephanie R. M. Zimsen: Octopuses (Enteroctopus dofleini) recognize individual humans. In: Journal of Applied Animal Welfare Science, Bd. 13, Nr. 3, 2010, S. 261–272, doi:10.1080/10888705.2010.483892.
  5. Rendezvous mit einem Riesenkraken - Geheimnisvolle Wesen aus der Tiefe - Die ganze Doku. Abgerufen am 18. Januar 2021.
  6. Giant Pacific Octopusby Shawn Laidlaw (engl.) Abgerufen am 28. März 2021

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Enteroctopus dofleini – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien