Pebble (Smartwatch)

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Pebble-Smartwatch

Pebble ist eine Smartwatch mit E-Paper-Display.[1][2] Die Uhr wurde im April 2012 über das Crowdfunding-Portal Kickstarter.com angekündigt und ab dem 23. Januar 2013[3] verkauft. Pebble lässt sich über Bluetooth 4.0 mit einem Smartphone verbinden. Sie kann mittels Vibrationsbenachrichtigung, Nachrichtentext oder Alarm beispielsweise über eingehende Anrufe, E-Mails (Gmail oder IMAP), Kalendereinträge, Facebook-Nachrichten, Twitter und Wetterwarnungen informieren.

Am 7. Dezember 2016 gab Pebble den Verkauf der Technologie, Software und des geistigen Eigentums an FitBit bekannt, sowie keine weiteren Smartwatches mehr herzustellen.[4]

Unternehmensgeschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Pebble startete 2009 als Studentenprojekt des damals 23-jährigen Eric Migicovskys an der University of Waterloo in Kanada. Das Unternehmen wurde 2011 von dem Inkubator Y Combinator aufgenommen.[5][6]

Am 11. April 2012 wurde über das Crowdfunding-Portal Kickstarter.com unter der Leitung des CEOs Migicovsky eine Kampagne für Pebble gestartet. Das mediale Interesse an dem Projekt war groß und die Kickstarter-Kampagne sehr erfolgreich. Die Entwickler der Uhr hatten ursprünglich zur Realisierung ihres Projektes 100.000 US-Dollar angegeben, dieses Ziel war bereits nach zwei Stunden erreicht. Ab dem 9. Mai 2012 wurden mit über 85.000 vorbestellten Uhren keine weiteren Zahlungen mehr akzeptiert, nur je ein Dollar konnte noch zur Anmeldung des Newsletters gespendet werden. Wegen des überwältigenden Erfolges entschlossen sich die Entwickler kurzfristig dazu, die Uhren in wasserdichter Ausführung anzubieten und mit Bluetooth 4.0 zu versehen, ursprünglich war lediglich eine Bluetooth-2.1-Unterstützung geplant.[7] Mit 10,16 Mio. Dollar war Pebble damals das meistunterstützte Projekt bei Kickstarter.

Neben den drei zu Beginn des Projekts geplanten Farben wurde Ende Juli auch eine orange Variante angekündigt, die per Abstimmung durch Kunden ausgewählt wurde.[8] Anfang September wurde eine graue Variante der Uhr angekündigt.[9] Die Produktion der Smartwatch verzögerte sich, sodass die ersten Smartwatches statt im September 2012 erst Ende Januar 2013 versandt wurden. Daraufhin hatte Pebble Zoll-Probleme bei dem Import nach Deutschland.[10] Für Unterstützer der Kickstarter-Kampagne wurde im September 2013 ein Weg gefunden, die Pebbles über die Niederlande nach Deutschland zu versenden.[11] Ab Februar 2015 wurden Pebbles direkt nach Deutschland geliefert.

Neben der Kickstarter-Kampagne wurde Pebble durch Business Angels mit 26 Mio. US-Dollar finanziert.[12]

Im Juli 2013 kam die Pebble in den offiziellen Verkauf, die erste Auflage war in fünf Tagen ausverkauft. Im ersten Jahr wurden über 400.000 Pebbles verkauft, der Umsatz wurde auf 60 Mio. US-Dollar geschätzt.[5] Ab 2014 nahm die Zahl der Smartwatch-Mitbewerber zu; so wurde im Jahr 2015 die Apple Watch veröffentlicht.

Nachdem das Unternehmen im Jahr 2015 noch ein Angebot über 740 Mio. US-Dollar von Citizen Watch und Anfang 2016 ein Angebot Intels über 70 Mio. ablehnte, gab das Unternehmen im Dezember 2016 die Übernahme der Technologien, Software und des Geistigen Eigentums an Fitbit bekannt. Der Preis der Übernahme betrug 23 Mio. US-Dollar.[13] Die Presse hatte zunächst einen wesentlich höheren Preis von etwa 34 bis 40 Mio. US-Dollar angenommen, der die Schulden gerade so tragen sollte.[14]

Die im Mai 2016 zuvor gestartete Kickstarter-Kampagne des Nachfolgemodells Pebble 2[15] kam nur teilweise zur Auslieferung; die Produkte Pebble Time 2 und Pebble Core wurden nicht mehr produziert und versandt.[4] Die Auflösung des Unternehmens führte zudem zu einem Garantieverlust der Pebbles und der Einstellung des Kundensupports. Während das Unternehmen ausgeschlossen hat, neue Funktions-Updates bereitzustellen, bemüht sich Pebble, die Uhren unabhängiger von Serverdiensten zu machen, damit sie auch nach einer möglichen Abschaltung der Dienste funktionieren können. In einer Stellungnahme garantiert Pebble zwar den Betrieb der Serverdienste zum Betrieb der Pebbles für das Jahr 2017,[16] doch bereits in diesem Zeitraum müssen Ersatz- und Zuberhörteile von Drittherstellern bezogen werden. Seit Auflösung des Unternehmens sind Pebble-Produkte nur noch in wenigen Handelsketten im Sortiment.

Software[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Software Development Kit kann frei benutzt werden, um beispielsweise eigene Apps für die Uhr zu erstellen.[17] Damit ist nicht nur eine Vielzahl unterschiedlicher Skins möglich, sondern ebenso Anwendungen wie die Steuerung der Musik auf einem mit der Uhr verbundenen Smartphone oder die Verwendung der Uhr als Tachometer beim Fahrradfahren oder Laufen. Im Dezember 2014 verkündete der Pebble CEO Eric Migicovsky, dass inzwischen 5500 Apps und Ziffernblätter zur Verfügung stünden.[18]

Auf der Pebble Watch ist ein Pebble OS genanntes Betriebssystem installiert. Dabei handelt es sich um eine angepasste Variante von FreeRTOS.[19] Seit der Veröffentlichung der Firmware 2.3 unterstützt das Pebble OS die Benachrichtigungen im Stil von Android Wear.[20] Interaktive App-Benachrichtigungen, die für Android Wear angepasst sind, funktionieren so auch auf der Pebble Smartwatch. Ab Version 2.8 unterstützt die Firmware auch die deutsche Sprache.[21]

Kompatibilität und technische Daten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Pebble ist kompatibel mit allen Android-Geräten ab Android 2.3 sowie dem iPhone 6, 5S/5, 4S/4, 3GS und iPod touch ab iOS 5.0. Die Uhr ist 52 mm lang, 36 mm breit und 11,5 mm dick. Sie wiegt 38 g. Das stromsparende, transflektive[22] LC-Display Sharp LS013B7DH01[23] mit einer Auflösung von 144 × 168 Pixeln verspricht dabei vergleichsweise lange Akkulaufzeiten (laut Hersteller zwischen 5 und 7 Tage), die es im Gegensatz zu vergleichbaren Uhren ermöglichen, die Inhalte dauerhaft anzuzeigen.

Pebble Time[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Pebble Time

Im Februar 2015 wurden zwei aktualisierte Modelle unter den Namen Pebble Time und Pebble Time Steel vorgestellt, die über ein mehrfarbiges e-Paper-Display[24] und ein eingebautes Mikrofon verfügen. Zudem wurde das Interface überarbeitet und stellt verpasste Benachrichtigungen und künftige Ereignisse in einer Timeline genannten Übersicht dar. Wie schon die erste Generation wurden auch die neuen Modelle auf der Crowdfunding-Plattform Kickstarter.com angekündigt, wo das Förderungsziel von 500.000 US-Dollar in kürzester Zeit übertroffen wurde.[25] Die Auslieferung begann im Mai 2015.

Die Pebble Time ist 40,5 mm lang, 37,5 mm breit und 9,5 mm dick. Sie wiegt 42,5 g inklusive Standardarmband. Die Akkulaufzeit beträgt, wie bei der ursprünglichen Pebble, maximal sieben Tage.

Die Pebble Time Steel ist 40,5 mm lang, 37,5 mm breit und 10,5 mm dick. Sie wiegt 62,3 g mit Lederarmband, bzw. 116,3 g mit Metallarmband. Die Akkulaufzeit beträgt maximal zehn Tage.

Im Mai 2016 wurde die Finanzierung des Nachfolgemodells Time 2 über Kickstarter gestartet.[26]

Pebble 2, Pebble Time 2 und Pebble Core[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Mai 2016 wurde eine neue Finanzierung über Kickstarter angestoßen. Bei den neuen Uhren handelte es sich um die Pebble 2, die sich im Design an der klassischen Pebble orientiert, und die Pebble Time 2, beide Geräte erstmals mit Pulsmesser. Zudem wurde die Produktion des Pebble Core bekannt gegeben,[27] dabei handelte es sich um ein kleines Gerät mit einem GPS-Empfänger sowie einer 3G, WLAN- und Bluetooth-Verbindung. Es sollte Joggern zum Beispiel die Aufzeichnung ihrer Route oder Musikstreaming ohne Smartphone ermöglichen. Zudem sollte Pebble Core auch Amazon Alexa unterstützen, womit Informationen über Sprache abgerufen werden können.[28]

Mit Übernahme des Unternehmens durch Fitbit wurde die Entwicklung der Pebble Time 2 und des Pebble Core jedoch eingestellt. Nur einige Pebble 2 Geräte der Kickstarter-Kampagne wurden ausgeliefert, für alle anderen Geräte wurde eine Rückzahlung der Vorbestellungen zugesagt. Zudem werden einige Pebble 2 auf verschiedenen Verkaufsplattformen angeboten.

Die Pebble 2 wurde für ihr gutes Preis-Leistungs-Verhältnis gelobt. An dem Pulsmesser wurde jedoch Kritik ob seiner ungenauen Messwerte geübt.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Pebble E-Paper Watch – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. http://www.kickstarter.com/projects/597507018/pebble-e-paper-watch-for-iphone-and-android
  2. http://www.getpebble.com/
  3. Shipping and Mass Production updates Produktionsbenachrichtung der Hersteller auf kickstarter.com (englisch, abgerufen am 29. Januar 2013)
  4. a b Eric Migicovsky: Pebble’s Next Step. 7. Dezember 2016, abgerufen am 7. Dezember 2016 (englisch).
  5. a b Garry Tan: Pebble (YC W11) sells 400,000 smart watches in its first year. Hrsg.: Y Combinator. 21. März 2014 (ycombinator.com [abgerufen am 7. März 2017]).
  6. Colin Nickerson: Eric Migicovsky, 27 How he invented the smart watch. In: MIT Technology Review. 2013 (technologyreview.com [abgerufen am 7. März 2017]).
  7. http://www.kickstarter.com/projects/597507018/pebble-e-paper-watch-for-iphone-and-android/posts/222888
  8. Pebble kommt später. Golem.de, 25. Juli 2012, abgerufen am 30. Juli 2012.
  9. Update #19: Pebble auch in grau. 6. September 2012, abgerufen am 7. September 2012.
  10. Pebble, die gemeingefährliche Armbanduhr. ZEIT ONLINE, 14. Mai 2013, abgerufen am 6. Juni 2013.
  11. Pebbles kommen endlich bei deutschen Bestellern an. In: Heise. 13. September 2013, abgerufen am 25. September 2013.
  12. JP Mangalindan: Pebble sold 400,000 smartwatches last year, on track to double revenues in 2014. In: Fortune. 20. März 2014, abgerufen am 7. März 2017.
  13. Steve Kovach: Fitbit discloses that it bought smartwatch startup Pebble for $23 million. In: Business Insider. 22. Februar 2017 (businessinsider.de [abgerufen am 7. März 2017]).
  14. John Biggs, Jon Russell: Fitbit is buying troubled smartwatch maker Pebble for around $40 million. In: TechCrunch. 30. November 2016, abgerufen am 7. März 2017.
  15. Pebble 2, Time 2 + All-New Pebble Core. In: Kickstarter. Abgerufen am 4. Juni 2016.
  16. First Steps Forward with Fitbit. In: Pebble Developers. Abgerufen am 24. Januar 2017.
  17. http://developer.getpebble.com/
  18. Pebble passes 5,000 Smartwatch apps. Abgerufen am 25. Dezember 2014 (englisch).
  19. Pebble smart watch review – hands on. Expert Reviews, abgerufen am 17. Juni 2014 (englisch).
  20. Pebble bekommt Android-Wear-Benachrichtigungen. Abgerufen am 25. Dezember 2014 (deutsch).
  21. Bienvenue, Willkommen, and Bienvenida to new Pebble localizations. Abgerufen am 25. Dezember 2014 (englisch).
  22. LS013B7DH01 Application Info Datenblatt zum Sharp-Display (PDF, englisch, abgerufen am 29. Januar 2013; 2,0 MB)
  23. Ist das das Display von Pebble. 23. April 2012, abgerufen am 23. August 2012.
  24. Pebble Smartwatch. Abgerufen am 22. Juni 2015 (englisch).
  25. kickstarter.com: Pebble Time, abgerufen am 25. Februar 2015.
  26. Pebble 2, Time 2 + All-New Pebble Core. In: Kickstarter. Abgerufen am 4. Juni 2016.
  27. heise online: Zwei neue Smartwatches Pebble 2 und ein neue. In: heise online. Abgerufen am 4. Juni 2016 (de-de).
  28. heise online: Android-Wearable Pebble Core kriegt Amazons Alexa dazu. In: heise online. Abgerufen am 4. Juni 2016 (de-de).