Peckfitz

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Peckfitz
Wappen von Peckfitz
Koordinaten: 52° 30′ 31″ N, 11° 10′ 44″ O
Höhe: 59 m ü. NHN
Fläche: 5,91 km²[1]
Einwohner: 134 (31. Dez. 2016)
Bevölkerungsdichte: 23 Einwohner/km²
Eingemeindung: 1. Januar 2011
Postleitzahl: 39649
Vorwahl: 039082
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Lage der Ortschaft Peckfitz in Gardelegen

Peckfitz ist eine Ortschaft sowie ein Ortsteil der Hansestadt Gardelegen im Altmarkkreis Salzwedel im Nordwesten von Sachsen-Anhalt.

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Kirchdorf liegt im Südwesten der Altmark, etwa 30 km nordöstlich von Wolfsburg. Die nächstgrößeren Orte sind Mieste, Calvörde, Oebisfelde und Gardelegen. Bis zur niedersächsischen Landesgrenze sind es 10 km Luftlinie. Die Bundesstraße 188 als nächste überregionale Verkehrsader verläuft 4 km südlich von Peckfitz, ebenso wie die Bahn-Schnellfahrstrecke Hannover–Berlin.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die erste urkundliche Nennung des Ortes erfolgte am 16. August 1438. Damals belehnte Markgraf Friedrich der Jüngere die Gebrüder Ludolf, Busse und Gebhard von Alvensleben mit Gütern in Peckfitz. Dabei wurden auch „zwey wüste Dorfstetten Dannefelde und Peckenissen“ erwähnt. Ein weiteres Mal erscheint der Ortsname 1506 in einem Lehnbrief als „peckewitze“. Mit elf in Hufeisenform erbauten Höfen wurde um 1580 eine neue Siedlungsstruktur geschaffen, die zu einem Großteil dem Dreißigjährigen Krieg zum Opfer fiel. Mit Unterstützung des Patrons von Alvensleben bauten die Einwohner 1746 das erste Kirchengebäude von Peckfitz. Beim Widerstand gegen die französischen Truppen kamen bis 1815 12 Peckfitzer ums Leben, für die in der Kirche eine Ehrentafel mit den Namen der Toten angebracht wurde. 1835 wurden in der Ortschaft 203 Einwohner in 31 Häusern verzeichnet. Im Jahre 1869 ging außer dem Gemeindehaus auch noch anschließend der Kirchturm in den Flammen eines verheerenden Dorfbrandes auf. Letzterer wurde bereits 1871 durch einen neuen ersetzt.

Eingemeindungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bis 1807 gehörte der Ort zum Salzwedelischen Kreis, ab 1816 zum Kreis Gardelegen.[1] Ab 1898 umfasste das Gemeindegebiet in etwa die heutige Fläche. 1918 wurde die Gemeinde an das elektrische Stromnetz angeschlossen. 1940 kamen polnische Zwangsarbeiter in das Dorf. Peckfitz war seit 1974 dem Gemeindeverband Mieste zugeschlagen worden. Von 1976/1977 bis 1992 waren im Gemeindeverband Mieste die Gemeinden Breitenfeld, Dannefeld, Jeggau, Köckte, Mieste, Miesterhorst, Peckfitz, Sachau, Sichau und Solpke zusammengeschlossen. Seit 1992 arbeiteten die Gemeinden in der Verwaltungsgemeinschaft Mieste zusammen.[2] Die Gemeinde gehörte ab 1994 zum Altmarkkreis Salzwedel und bis 2010 zur Verwaltungsgemeinschaft Südliche Altmark. Am 1. Januar 2011 wurde die bis dahin selbstständige Gemeinde zusammen mit 17 weiteren Gemeinden der ebenfalls aufgelösten Verwaltungsgemeinschaft Südliche Altmark in die Hansestadt Gardelegen eingemeindet.[3] Die Gemeinde Peckfitz hatte vor der Eingemeindung 160 Einwohner (Stand 31. Dezember 2009) und eine Fläche von 5,91 km².

Bevölkerung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jahr Einwohner
1734 86
1774 117
1789 138
Jahr Einwohner
1798 122
1801 123
1818 113
Jahr Einwohner
1840 243
1864 230
1871 222
Jahr Einwohner
1885 198
1895 196
1905 205
Jahr Einwohner
1925 281
1939 272
1946 392
Jahr Einwohner
1964 232
1971 209
1981 189
Jahr Einwohner
1993 179
2006 166

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der letzte ehrenamtliche Bürgermeister von Peckfitz, Otto Grothe (CDU), wurde am 6. Mai 2001 gewählt und hatte dieses Amt bis zur Eingemeindung von Peckfitz nach Gardelegen zum 1. Januar 2011 inne.

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Wappen wurde am 16. Mai 2008 durch den Landkreis genehmigt.

Blasonierung: „In Silber auf grünem Schildfuß eine rote Kirche, im spitzbedachten Turm mit schwarzem Turmkreuz eine Türöffnung und pfahlweise zwischen zwei Fensteröffnungen ein kleinerer runder Durchbruch, das Schiff mit schwarzem Fachwerk und zwei Fensteröffnungen, am linken Schildrand eine rechtshalbe grüne Eiche, der Schildfuß belegt mit einem silbernen Schild, darin ein golden bewehrter schwarzer Adler, und beidseits des Schildes je einem silbernen Klingelbeutel mit goldenem Griffstück.“[4]

Die Farben des Ortes – abgeleitet von dem Hauptwappenmotiv und des unterlegenden Schildteils – sind Rot-Silber (Weiß).

Das Wappen wurde vom Magdeburger Kommunalheraldiker Jörg Mantzsch gestaltet.

Wirtschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Peckfitz ist ein traditionell landwirtschaftlich geprägter Ort. Die Höfe des Ortes wurden in den Jahren um 2010 saniert und umgebaut. Ein zweites wirtschaftliches Standbein ist der Fremdenverkehr, der durch den naheliegenden Naturpark Drömling begünstigt wird. Auf der Gemarkung befindet sich die „Waldsiedlung Peckfitz“, ein Offroad-Gelände, bekannt unter dem Namen "Offroadgelände Wurzelsepp Peckfitz". Seit der Wende sind mehrere Einfamilienhäuser neu entstanden.

Vereine[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Vereinsleben wird durch die 1933 gegründete Freiwillige Feuerwehr bestimmt, die etwa 70 Mitglieder hat.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Die evangelische Dorfkirche Peckfitz ist ein Fachwerkbau aus der Mitte des 18. Jahrhunderts mit einer Orgel. Die Kirche ist von einer verputzen Kirchhofmauer umgeben.[5]
  • Der Friedhof des Dorfes befindet auf dem Kirchhof.
  • In Peckfitz steht ein Denkmal für die Gefallenen des Ersten Weltkrieges, eine Stele mit einer Inschrift der Gefallenen und Vermissten.[6]

Religion[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die evangelischen Kirchengemeinde Peckfitz gehörte früher zur Pfarrei Jeggau.[7] Seit 2003 gehört die Kirchengemeinde zum Kirchspiel Breitenfeld-Jeggau.[1] Heute gehört das Kirchspiel zum Pfarrbereich Breitenfeld[8] des Kirchenkreises Salzwedel im Propstsprengel Stendal-Magdeburg der Evangelischen Kirche in Mitteldeutschland.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Peter P. Rohrlach: Historisches Ortslexikon für die Altmark (Historisches Ortslexikon für Brandenburg, Teil XII). In: Veröffentlichungen des Brandenburgischen Landeshauptarchivs. Berliner Wissenschafts-Verlag, 2018, ISBN 978-3-8305-2235-5, S. 1643–1643.
  • Wilhelm Zahn: Heimatkunde der Altmark. Nach Hinterlassenschaften des Verfassers bearbeitet von Martin Ehlies. 2. Auflage. Verlag Salzwedeler Wochenblatt, Graphische Anstalt, G.m.b.H., Salzwedel 1928, S. 210.
  • J. A. F. Hermes, M. J. Weigelt: Historisch-geographisch-statistisch-topographisches Handbuch vom Regierungsbezirke Magdeburg. Topographischer Teil. Hrsg.: Verlag Heinrichshofen. Band 2, 1842, S. 412 (Digitalisathttp://vorlage_digitalisat.test/1%3D~GB%3DHB4_AAAAcAAJ%26pg%3DPA412~IA%3D~MDZ%3D%0A~SZ%3D~doppelseitig%3D~LT%3D~PUR%3D).

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b c Peter P. Rohrlach: Historisches Ortslexikon für die Altmark (Historisches Ortslexikon für Brandenburg, Teil XII). In: Veröffentlichungen des Brandenburgischen Landeshauptarchivs. Berliner Wissenschafts-Verlag, 2018, ISBN 978-3-8305-2235-5, S. 1643–1643.
  2. Urteil zum Verfassungsbeschwerdeverfahren der Gemeinde Sichau des Gesetzes über die Neugliederung der Gemeinden im Land Sachsen-Anhalt betreffend den Altmarkkreis Salzwedel und des Gesetzes zur Ausführung der Gemeindegebietsreform. 19. November 2013, S. 25 ([1] [PDF]).
  3. StBA: Änderungen bei den Gemeinden Deutschlands, siehe 2011
  4. Genehmigung zur Führung des Wappens und der Flagge für die Gemeinde Peckfitz. In: Altmarkkreis Salzwedel (Hrsg.): Amtsblatt für den Altmarkkreis Salzwedel. Jahrgang 15, Nr. 7/2008. General-Anzeiger Salzwedel, Salzwedel 16. Juli 2008, S. 124.
  5. Thomas Hartwig: Alle Altmarkkirchen von A bis Z. Elbe-Havel Verlag, Havelberg 2012, ISBN 978-3-9814039-5-4, S. 359.
  6. Onlineprojekt Gefallendenkmäler. Peckfitz auf www.denkmalprojekt.org. 6. Dezember 2008, abgerufen am 1. Juli 2018.
  7. Pfarr-Almanach oder die evangelischen Geistlichen und Kirchen der Provinz Sachsen der Grafschaften Wernigerode, Rossla und Stolberg. 19. Jahrgang, 1903, ZDB-ID 551010-7, S. 62 (wiki-de.genealogy.net [abgerufen am 1. Juli 2018]).
  8. Pfarrbereich Breitenfeld. Abgerufen am 1. Juli 2018.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]