Pedro González de Lara

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Pedro González de Lara († 16. Oktober 1130 vor Bayonne)[1] war ein kastilischer Adliger aus dem Haus Lara und Geliebter der Königin Urraca von León-Kastilien. Er war der älteste Sohn von Gonzalo Núñez de Lara († nach 1105) und dessen Frau Goto.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Dem König Alfons VI. (1065–1109) diente Pedro González in den Jahren 1089 bis 1091 als Bannerträger (alférez). Möglicherweise hatte er als Angehöriger des mit Raimund IV. von Toulouse ziehenden spanischen Kontingents am ersten Kreuzzug (1095–1101) teilgenommen, sofern er mit dem spanischen Ritter Pero Gonzales Romero identisch war, der in der spät entstandenen Kreuzzugschronik La gran conquista de Ultramar bei der Belagerung von Antiochia 1097 genannt wird.[2]

In den späten Jahren Alfons’ VI. war Pedro González in den Besitz mehrerer Burgherrschaften (tenente) gelangt die ihm zu einer bedeutenden Machtposition in Kastilien verhalfen. Am 6. Mai 1107 ist er erstmals mit dem Titel eines Grafen bezeugt.[3] Für Königin Urraca (1109–1126) wurde er damit zu einer wichtigen Stütze ihrer Herrschaft und ungeachtet seiner Ehe zu deren Liebhaber. Laut des Historikers Jéronimo Zurita hatte Pedro angeblich 1111 in der verhängnisvollen Schlacht von Candespina mitgekämpft, bei der Urracas erster Liebhaber Graf Gómez González gefallen war, was allerdings von keiner zeitnahen Quelle bestätigt wird.[4] Den Einfluss des Hauses Lara am königlichen Hof festigte Pedro durch die Verheiratung seines jüngeren Bruders Rodrigo González mit einer Halbschwester der Königin. Der Herrschaftsantritt von Alfons VII. (1126–1157) hatte der Macht der Laras am königlichen Hof ein Ende gesetzt, da der neue König in einem feindseligen Verhältnis zu seinem „Stiefvater“ stand. Folglich verweigerte Pedro dem König im Jahr 1129 die Gefolgschaft während des Feldzugs gegen den König Alfons I. von Aragón, womit er und sein Bruder in den offenen Aufstand traten.[5] Gemeinsam mit seinem Schwiegersohn, Beltrán de Risnel, hatte er im Frühjahr 1130 die Belagerung von Palencia aufgenommen, doch hatte sein Hilfsappell an den König von Aragón ihm den Rückhalt der kastilischen Bevölkerung gekostet. So konnte Alfons VII. die Belagerung aufheben und Pedro gefangen nehmen.[6] Er wurde zunächst in Ketten nach León gebracht, wo er seiner Titel und Besitzungen für verlustig erklärt, darauf aber wieder frei gelassen wurde.

Pedro war an den Hof des Königs von Aragón gezogen, mit dem er noch ihm Jahr 1130 auf einen Feldzug gegen Graf Alfons Jordan von Toulouse zog, der ein Cousin und Verbündeter von Alfons VII. gewesen war. Bei der Belagerung von Bayonne trug er mit dem Grafen einen Zweikampf aus, wurde dabei vom Pferd geworfen und brach sich dabei einen Arm. Wenige Tage darauf ist er an der Verletzung gestorben.[7]

Die Ehefrau von Pedro Gronzález hieß Eva, die letztmals im Jahr 1147 urkundlich genannt wird. Ihre Kinder waren:

  • Manrique Pérez de Lara († 9. Juli 1164, gefallen bei Garcianarro).
  • Álvaro Pérez de Lara († 15. September 1172).
  • Mayor Pérez de Lara.
  • Nuño Pérez de Lara († 1177)
  • Rodrigo Pérez de Lara († 1164)
  • María Pérez de Lara
  • Milia Pérez de Lara († 1186), mit Gómez González de Manzanedo.

Aus seinem Verhältnis mit Königin Urraca hatte er zwei uneheliche Kinder:

  • Elvira Pérez de Lara (* um 1117, † nach 1174); 1. ∞ mit García Pérez de Traba, Herr von Trastámara; 2. ∞ mit Beltrán de Risnel.
  • Fernando Pérez „Furtado“ de Lara (* vor 1123, † 1156).

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Bernard F. Reilly, The Kingdom of León-Castilla under Queen Urraca 1109-1126. Princeton University Press, 1982 (online).
  • Bernard F. Reilly: The Kingdom of León-Castilla under King Alfonso VII, 1126-1157. University of Pennsylvania Press, 1998.
  • Luis de Salazar y Castro: Historia Genealógia de la Casa de Lara justificada con instrumentos y escritores de inviolable fe. Band 1, 1696, §12, S. 90–102.

Anmerkungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Das Sterbedatum ist im Nekrolog der Kathedrale von Burgos verzeichnet. Luciano Serrano: El obispado de Burgos y Castilla primitiva desde el siglo V al XIII. Vol. 3 (1935), S. 390.
  2. La gran conquista de Ultramar, hrsg. von Pascual de Gayangos (1858), Buch II, §53, S. 201.
  3. Documentacíon de la catedral de Burgos (804-1183), hrsg. von José Manuel Garrido Garrido (1983), S. 154–155.
  4. Jéronimo Zurita, Anales de la corona de Aragón, hrsg. von Ángel Canellas López (1967), Bd. 1, Lib. 1, §38.
  5. Chronica Adefonsi imperatoris, hrsg. von Glenn Edward Lipskey in: The Chronicle of Alfonso the Emperor. (1972), Buch I, §14, S. 60.
  6. Chronica Adefonsi imperatoris, hrsg. von Glenn Edward Lipskey in: The Chronicle of Alfonso the Emperor. (1972), Buch I, §18, S. 62–63.
  7. Chronica Adefonsi imperatoris, hrsg. von Glenn Edward Lipskey in: The Chronicle of Alfonso the Emperor. (1972), Buch I, §18, S. 63. Vgl. Reilly (1998), S. 31–32.

Weblink[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]