Peenebrücke Wolgast

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Gesamtansicht der Peenebrücke Wolgast (2013),
Blick von Wolgast aus

Die Peenebrücke Wolgast ist eine kombinierte Straßen- und Eisenbahn-Klappbrücke über den Peenestrom in Wolgast. Sie verbindet die Insel Usedom mit der Wolgaster Schlossinsel, die über die Schlossgrabenbrücke und eine getrennte Eisenbahnbrücke mit dem vorpommerschen Festland verbunden ist. Über die Peenebrücke führen die Bundesstraße 111 und die Bahnstrecke Züssow–Wolgast Hafen.

Aufgrund ihres markanten Anstrichs wird die Brücke auch als „Blaues Wunder“ bezeichnet.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gesprengte alte Brücke, Sommer 1946, Blick von Usedom aus
Detailansicht: Kontrollkanzel (2013)

Erste Pläne für die Errichtung einer festen Brücke über den Peenestrom gab es bereits in den 1920er Jahren. Denn wegen des zunehmenden Pkw-Verkehrs zu den Seebädern auf der Insel Usedom war die veraltete Dampffähre mehr und mehr überlastet. Immerhin wurden im Jahr 1930 223 685 Personen, 16702 Kraftwagen, 3505 Krafträder und 7970 Fuhrwerke gezählt, die mit der Fähre vom Festland auf die Insel übersetzten. Das Vorhaben sollte zudem den Wolgaster Gewerbetreibenden einen besseren Zugang zu den attraktiven Märkten der Seebäder ermöglichen und den von der Weltwirtschaftskrise gebeutelten Unternehmen der Stadt, vor allem dem Gussstahlwerk, wieder auf die Beine helfen. Die Gesamtkosten für den Brückenbau wurden damals auf 1 460 000 Reichsmark geschätzt. Nach längerem Streit um die Finanzierung konnte im Sommer 1933 endlich der Bau beginnen, der trotz zum Teil widriger Witterungsbedingungen innerhalb eines Jahres fertiggestellt wurde. Die Brücke wurde am 24. Juni 1934 eröffnet.

Ende April 1945 wurde die Peenebrücke von der abziehenden Wehrmacht gesprengt. Der Klappteil blieb in geöffneter Stellung unzerstört, um den im Stettiner Haff noch operierenden deutschen Marineeinheiten zwischen den im Wasser liegenden Trümmern einen hindernisfreien Fluchtweg in die Ostsee offen zu halten.

Es dauerte fünf Jahre, ehe die in den Peenestrom gestürzten festen Brückenteile geborgen und zusammen mit den Fundamenten wieder so weit hergestellt waren, dass die Brücke wieder befahrbar war. Am 27. März 1950 konnte Bürgermeister Backhaus sie für den Verkehr freigeben. Das Bauwerk erhielt nun den Namen Brücke der Freundschaft. Rund 40 Jahre erfüllte die ihre Funktion als wichtigste Nabelschnur der Insel. Durch den weiter stark zunehmenden Autoverkehr war ihr Zustand Anfang der 1990er Jahre allerdings so schlecht, dass Geschwindigkeits- und Lastbegrenzungen eingeführt werden mussten.

Ein Neubau wurde von 1994 bis 1996 direkt neben der alten Brücke errichtet, die nach der Fertigstellung des Neubaus abgerissen wurde. Ein Element des alten Klappteils steht jetzt auf dem Hafenvorplatz und wurde dort zu einem Info-Terminal umgestaltet. Im Unterschied zu ihrer Vorgängerin erhielt die neue Brücke ein zusätzliches Eisenbahngleis, das von der Usedomer Bäderbahn benutzt wird. Für die Eisenbahnanbindung musste die Brückenzufahrt auf der Inselseite umgestaltet werden. Im Jahr 2000 konnte dann erstmals seit der 1945 erfolgten Zerstörung der Karniner Brücke wieder eine Eisenbahn den Peenestrom queren.

Technik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Klappteil der Peenebrücke, teilweise geöffnet

Die Klappe der neuen Brücke ist rund 19 m breit und 42 m lang. Die hochliegenden Hebel mit den Gegengewichten sind weithin sichtbar. Die Durchfahrtöffnung ist 30,75 m breit. Die insgesamt 247 m lange mehrteilige Brücke enthält 2289 Tonnen Stahl und kostete 104 Millionen D-Mark.

Weitere Brücken über den Peenestrom[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die bislang einzige weitere Brücke zur Insel Usedom ist die Zecheriner Brücke, im Osten nahe Anklam gelegen. Die Eisenbahnbrücke Karnin wurde nach der Sprengung am Ende des Zweiten Weltkrieges noch nicht wiederaufgebaut. In Wolgast ist für die Errichtung einer Ortsumgehung eine weitere Straßenbrücke vorgesehen, die nach derzeitigem Planungsstand als 42 m hohe Hochbrücke ausgeführt werden wird.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Bundesministerium für Verkehr und Wirtschaftsministerium des Landes Mecklenburg-Vorpommern: Peenebrücke Wolgast – Ersatzneubau, Schuboth-Druck Malchow, Dezember 1996

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Peenebrücke Wolgast – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Koordinaten: 54° 3′ 17″ N, 13° 47′ 12″ O