Pejorativsuffix

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Das Pejorativsuffix ist eine Nachsilbe (Suffix), welches durch das Anhängen an den Wortstamm einem Wort eine negative (pejorative) Bedeutung verleiht (Pejoration). In manchen Sprachen überschneidet es sich mit dem Diminutiv.

Beispiele[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Deutsch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Deutsche kennt keine ausschließlich pejorativen Suffixe. Deutlich häufiger erfolgt Pejoration im Deutschen durch Komposition.[1] Die folgenden Endungen können manchmal pejorative Bedeutung haben:

  • -aster (aus dem Lateinischen), z. B. Kritikaster oder Päderaster
  • -o, z. B. Normalo, Brutalo (nur umgangssprachlich)
  • -ei, bei deverbalen Abstrakta z. B. Lauferei, Rederei
  • -ling hat bei einigen wenigen Personencharakterisierungen und der Ableitung von einem ursprünglich positiv besetzten Begriff einen pejorativen Charakter (vgl. Schönling, Günstling), nicht jedoch bei Liebling. Die meisten Ableitungen auf -ling sind neutral, z. B. Ankömmling, Höfling, Firmling, Flüchtling, Lehrling, Säugling oder auch Bläuling, Bückling, Pfifferling, Schmetterling. Bei Wörtern wie Feigling oder Sträfling ergibt sich die negative Bedeutung aus dem zugrundeliegenden Wort (die Person ist feige bzw. wird bestraft), eine pejorative Wirkung von -ling ist auch hier nicht feststellbar.
  • -ler in einigen Fällen, z. B. Abweichler, Kriegsgewinnler; nicht jedoch bei Abstinenzler, Ehrenamtler, Erstklässler, Freiberufler, Insektenkundler, Korbblütler, Kraxler, Menschenrechtler, Muttersprachler, Radler, Sommerfrischler, Spengler, Sportler, Südstaatler, Tausendfüßler, Tischler.

Baskisch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • -txo z. B. jauntxo (von jaun "Mann")

Englisch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • -tard, umgangssprachlich in Worten wie paultard, libtard oder conspiratard. Als Wurzel wird meist "retard" angegeben[2].
  • -aster, z. B. poetaster, philosophaster (vom Lateinischen)

Esperanto[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • -aĉ-, z. B. veteraĉo „schlechtes Wetter“ (von vetero „Wetter“)

Französisch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • -ald/-ard/-aud, z. B. salaud „Dreckskerl“ (von sale „schmutzig“)
  • -asse z. B. paperasse „Papierkram“
  • -âtre z. B. bei Farben rougeâtre ein unansehnliches, etwa ausgewaschenes Rot

Hawaiisch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • (-wā), z. B. lonoā „Klatsch“ (von lono „Neuigkeiten“)
  • -ea, z. B. poluea „Seekrankheit“ (von polu „nass“)

Italienisch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • -accio/-accia, z. B. boccaccia „Schandmaul“ (zu bocca „Mund“)
  • -astro/-astra, z. B. giovinastro „Taugenichts“ (zu giovine „Bursche“)

Japanisch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • -me (/ für „Untergebener; Diener“)

Latein[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • -aster, eine betrügerische Absicht anzeigend, z. B. patraster „jemand, der nur den Vater spielt“ (von pater „Vater“)

Russisch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • -ischka (ишка)
  • -aschka (ашка)

Spanisch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Spanischen existieren umfangreichere Inventare an pejorativen Suffixen (Despectivos).[3][4]

  • -aco(a), z. B. pajarraco „großer häßlicher Vogel“ (von pajaro „Vogel“)
  • -ejo(a), z. B. lugarejo „Kuhdorf“ (von lugar „Platz“)
  • -ote(a), z. B. discursote „langes Geschwafel“ (von discurso „Rede“)

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Wiktionary: Suffix – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Valentina Crestani: Wortbildung und Wirtschaftssprachen: Vergleich deutscher und italienischer Texte. S. 233, Peter Lang, Bern 2010, ISBN 978-3-0343-0512-9.
  2. Libtard in urbandictionary.com
  3. Cartagena,Gauger. Bd. 2, S. 320, (Online, culturitalia.uibk.ac.at)
  4. Abwertende / pejorative Suffixe – Despektiva – despectivos, culturitalia.uibk.ac.at