Peking (Schiff)

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Peking
Die Peking 2010 in New York
Die Peking 2010 in New York
Schiffsdaten
Flagge Deutsches ReichDeutsches Kaiserreich Deutsches Reich
Vereinigtes KönigreichVereinigtes Königreich (Handelsflagge) Vereinigtes Königreich
Vereinigte StaatenVereinigte Staaten Vereinigte Staaten
DeutschlandDeutschland Deutschland
andere Schiffsnamen

Arethusa

Schiffstyp Frachtsegler
Rufzeichen RQTD
Heimathafen Hamburg
Eigner Stiftung Hamburg Maritim
Reederei F. Laeisz, Hamburg
Bauwerft Blohm & Voss, Hamburg
Baukosten 680.000 Mark
Stapellauf 25. Februar 1911
Indienststellung 16. Mai 1911
Verbleib Restaurierung in Wewelsfleth
Schiffsmaße und Besatzung
Länge
115,00 m (Lüa)
96,01 m (Lpp)
Breite 14,40 m
Seitenhöhe 8,60 m
Tiefgang max. 7,24 m
Verdrängung 6280 t
Vermessung 3.100 BRT, 2.883 NRT
ab 1926: 3.191 BRT / 2.851 NRT
 
Besatzung 31 Mann + 43 Seeoffiziersanwärter
Takelung und Rigg
Takelung Bark
Anzahl Masten 4
Anzahl Segel 32
Segelfläche 4.100 m²
Geschwindigkeit
unter Segeln
max. 17 kn (31 km/h)
Transportkapazitäten
Tragfähigkeit 4.704 tdw

Die Peking ist eine Viermast-Stahlbark und gehörte zu den berühmten Flying P-Linern der Reederei F. Laeisz. Wie bei allen Segelschiffen dieser Hamburger Reederei seit 1877 üblich, beginnt ihr Name mit einem „P“ – sie wurde nach Chinas Hauptstadt Peking benannt. Zuletzt lag sie als Museumsschiff im New Yorker Hafen und wurde im Juli 2017 zur Restaurierung bei der Peters Werft nach Deutschland überführt. Ihr späterer Liegeplatz soll in Hamburg liegen.[1]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Peking auf einem Gemälde

Am 25. Februar 1911 lief die Viermastbark bei der Hamburger Werft Blohm & Voss vom Stapel. Sie war als Frachtschiff für Chilesalpeter zwischen Chile und Europa vorgesehen und begann ihre Jungfernfahrt nach Valparaíso am 16. Mai 1911.

Unter Kapitän J. H. Hinrich Nissen, der schon das Fünfmast-Vollschiff Preussen befehligt hatte, fuhr die Peking ab dem 30. November 1912 dreimal die Route Hamburg–Valparaíso, bis sie im August 1914 in Valparaíso (Chile) aufgrund des Ersten Weltkrieges interniert wurde. Nach Ende des Krieges folgte die Rückführung von Caleta Coloso (Chile) nach London unter dem Kommando von Kapitän H. Oellrich (6. Oktober–21. Januar 1920). Am 10. Mai 1921 ging das Schiff als Reparation an Italien, das mit der Viermastbark aber nichts anzufangen wusste, sodass es F. Laeisz gelang, das Schiff zum 11. Januar 1923 für 8500 Pfund relativ günstig zurück zu kaufen. In den Folgejahren fuhr die Peking die Route Hamburg–Talcahuano. Nach zwei Fahrten unter Kapitän Oellrich (1925) und dann Kapitän Hermann Piening (1926) wurde die Peking wieder zum kombinierten Fracht- und Schulschiff umgebaut. In den Jahren 1928 und 1929 machte die Viermastbark unter dem Kommando von Kapitän Jürgen Jürs zwei Reisen nach Talcahuano. Ihre letzte Reise unter der Flagge von F. Laeisz führte die Peking 1931/1932 unter Kapitän Hans Rohwer noch einmal nach Valparaíso und dann von Taltal (Chile) nach Santander (Spanien).

F. Laeisz verkaufte das Schiff 1932 in Folge der Weltwirtschaftskrise an die Shaftesbury Homes and Arethuse Training Ship, London, woraufhin sie zu einem stationären Schulschiff umgebaut, in Arethusa umbenannt (nach der Vorgängerin gleichen Namens aus dem 19. Jahrhundert) und bald darauf nach Upnor nahe Rochester, Kent, verholt und auf dem Medway verankert wurde.[2] Die Rahen wurden bis auf drei am Fockmast abgenommen, und das Schiff wurde mit einem Portenband versehen. Im Jahr 1940 wurde die Bark von der Royal Navy als Unterkunft eingezogen, wieder in Peking umbenannt und im Chatham Dockyard, Kent, aufgelegt. Nach dem Zweiten Weltkrieg kam sie wieder an den Vorbesitzer und erhielt den Namen Arethusa zurück.

Am 31. Oktober 1974 wurde die Viermastbark an die J. Aron Charitable Foundation versteigert. Vom 5. bis 22. Juli 1975 gelangte der Rumpf der Peking am Haken des niederländischen Seeschleppers Utrecht von Blackwall, London, die Themse hinunter über den Atlantik nach New York. Dort wurde sie originalgetreu wiederaufgeriggt. Auch ihr alter Heimathafen „Hamburg“ prangte nun wieder am Heck. Seitdem lag sie unter ihrem ursprünglichen Namen Peking am Pier des South Street Seaport Museum in New York.

Im Oktober 2012 wurde bekanntgegeben, dass es im New Yorker Hafen keinen Platz mehr für die mittlerweile völlig marode Peking gäbe. Das Museum erklärte sich zwar bereit, das Schiff zu verschenken, jedoch war an eine Überführung der Peking in ihrem Zustand nicht zu denken. Für die Überführung in einen anderen Hafen war eine Instandsetzung für einen schwer schätzbaren Millionenbetrag notwendig.[3][4]

Am 12. November 2015 beschloss der Haushaltsausschuss des Deutschen Bundestages, die Peking für das im Aufbau befindliche Hafenmuseum Hamburg zurückzuholen und zu restaurieren.[5] Hierfür stellte der Bundestag 26 Millionen Euro bereit.[6] Im Mai 2016 wurde die Stiftung Hamburg Maritim mit der Rückholung und fachgerechten Restaurierung beauftragt. Zunächst wurde das Schiff vom Liegeplatz am Museumshafen in Manhattan im September 2016 in die Caddell-Werft auf Staten Island verholt, um sie für die Überführung vorzubereiten.[4]

Die Peking im Dockschiff in Brunsbüttel
Vor der Peters Werft, Masten sind demontiert

Der Transport über den Atlantik mit dem Dockschiff Combi Dock III begann am 19. Juli 2017.[7] Am 30. Juli 2017 traf die Peking in Brunsbüttel ein.

Die Restaurierung wird circa drei Jahre in Anspruch nehmen[8] und auf der Peters Werft in Wewelsfleth durchgeführt werden.[9][10]

Doppelsteuerrad am Heck der Peking
Segelbezeichnung der Viermastbark Peking

Liegeplatz in Hamburg 2019[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Peking wird mindestens einige Jahre an den historischen 50er-Schuppen gegenüber der Elbphilharmonie ab voraussichtlich Ende 2019 ihren Liegeplatz haben.[11]

Schiffsdaten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Schwesterschiffe[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Beide unten genannte Viermastbarken waren zueinander Schwesterschiffe, aber im engeren Sinn keine der Peking/Passat, da sie nicht aus einer Baureihe stammten (siehe: „Schwesterschiff“, Passat).[12]

Vier weitere Schiffe waren zwar keine echten Schwesterschiffe, hatten aber nur leicht abweichende Abmessungen (siehe Passat), weshalb die Schiffe auch als „Die acht Schwestern“ bezeichnet wurden.

Weitere erhaltene Viermastbarken sind die Museumsschiffe Passat in Travemünde, die Viking im Göteborger Hafen und die Pommern im finnischen Mariehamn auf den Åland-Inseln sowie die beiden unter russischer Flagge noch in Dienst befindlichen Schiffe Kruzenshtern und Sedov.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Hans Jörg Furrer: Die Vier- und Fünfmast-Rahsegler der Welt. Koehlers Verlagsgesellschaft, Herford 1984, ISBN 3-7822-0341-0, S. 133, 163.
  • Peter Klingbeil: Flying P-Liner – Die Segelschiffe der Reederei F. Laeisz. Verlag „Die Hanse“, Hamburg, 1998. 2. Auflage 2000, ISBN 3-434-52562-9.
  • Andreas Gondesen: Die letzten Flying P-Liner – Pamir, Passat, ihre Schwestern und Halbschwestern der Baujahre 1902 bis 1926. Oceanum Verlag, Wiefelstede 2010. 2. Auflage 2011, ISBN 978-3-86927-069-2.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Peking – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Freunde der Viermastbark PEKING e.V.: Chronik der Peking
  2. Bilder Arethusa (ex Peking), abgerufen 14. Juni 2016.
  3. Wer rettet die „Peking“? In: Lübecker Nachrichten. 13. Oktober 2012, abgerufen am 18. Dezember 2015.
  4. a b Museumsschiff Peking: „De Hamborger Veermaster“ kehrt zurück. Hansestadt Hamburg, abgerufen am 18. Dezember 2015.
  5. Bund gibt Millionen für Hamburger Hafenmuseum. NDR, 12. November 2015, abgerufen am 18. Dezember 2015 (Mit Bildergalerie des aktuellen Zustandes).
  6. Legendärer Hamburger Viermaster: Die „Peking“. NDR 90,3, 9. August 2016, abgerufen am 8. November 2016.
  7. „Peking“ zur letzten großen Fahrt aufgebrochen, NDR vom 20. Juli 2017, abgerufen am 20. Juli 2017.
  8. SHM restauriert PEKING. Stiftung Hamburg Maritim, 4. Mai 2016, abgerufen am 8. November 2016.
  9. Von New York nach Wewelsfleth : Restaurierung in der Peters Werft: Die „Peking“ kommt in der Dämmerung
  10. Viermastbark „Peking“ kommt nach Hamburg Huckepack über den Atlantik
  11. "Peking" soll Ende 2019 nach Hamburg kommen, ndr.de vom 11. August 2017 (abgerufen am 12. August 2017)
  12. Die acht Schwestern. pamir.chez-alice.fr, abgerufen am 18. Dezember 2015.