Peldschidiin Genden

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Peldschidiin Genden

Peldschidiin Genden (mongolisch Пэлжидийн Гэндэн; * 1892; † 26. November 1937 in Moskau) war Staatspräsident und Premierminister der Mongolischen Volksrepublik.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seine Amtszeit als Staatspräsident (Vorsitzender des Kleinen Staats-Chural) dauerte vom 29. November 1924 bis zum 15. November 1927. Das Amt des Premierministers (Vorsitzender des Rats der Volkskommissare) erhielt er am 2. Juli 1932, nachdem sein Vorgänger ermordet worden war.

Genden war ein gemäßigter Kommunist und geriet dadurch in Konflikt mit der Sowjetunion. Er versuchte, die Eliminierung der buddhistischen Mönche in der Mongolei zu verhindern, und opponierte gegen die Stationierung sowjetischer Truppen in der Mongolei. Während eines Treffens mit Stalin 1935 beschrieb Genden die Haltung der UdSSR gegenüber der Mongolei als „roten Imperialismus“.

Stalin organisierte zusammen mit Tschoibalsan eine Plenarversammlung der Mongolischen Revolutionären Volkspartei in Ulan Bator, die ihn am 2. März 1936 seines Amtes enthob. Danach erhielt er zunächst Hausarrest und wurde später auf die Krim abgeschoben. Unter dem Vorwand der Spionage für das Japanische Kaiserreich wurde Peldschidiin Genden am 26. November 1937 in Moskau erschossen. Er galt danach „Unperson“, die Erwähnung seines Namens wurde unter Strafe gestellt. Erst 1990 wurde Genden rehabilitiert.

Seine Tochter Tserendulam eröffnete 1998 in seinem Wohnhaus das „Museum zur Erinnerung an die Opfer der Politischen Verfolgungen“. Dort wird auch der anderen Opfer der politischen Morde gedacht, die nach Schätzungen bis zu 14 % der Bevölkerung betroffen haben.

VorgängerAmtNachfolger
Nawaandordschiin DschadambaaStaatspräsident der Mongolei
29. November 1924–15. November 1927
Dschamtsangiin Damdinsüren
Tsengeltiin DschigdschiddschawPremierminister der Mongolei
2. Juli 1932–2. März 1936
Anandyn Amar
Cyrillic letter Oe.svg Cyrillic letter Ue.svg Mongolischer Name: Wie in der Mongolei üblich, steht in diesem Artikel der Vatersname im Genitiv vor dem Eigennamen. Somit ist Peldschid der Vatersname, Genden der Eigenname. Die Person wird mit ihrem Eigennamen angesprochen.