Perforation

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Als Perforation (vom lateinisch perforare wörtlich für „durchbohren“)[1] oder Perforierung wird eine Durchlochung von Hohlkörpern oder flachen Gegenständen bezeichnet. Regelmäßige Anordnung, Menge, Form und Größe der Löcher spielen besonders in der Technik eine Rolle.

Industrie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

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Neben vielen nachfolgend genannten Anwendungsbereichen finden sich spezielle Perforationen auch in der industriellen Anwendung wieder. Im Bereich der Oberflächen-, Filter- und Siebtechnik ist die Perforation oftmals sogar der entscheidende Faktor. Die Perforation, in Größe, Form und Anordnung ergibt sich hier insbesondere über die zu verarbeitende Ware, oder dem Verhalten des zu verarbeitenden oder in einem Prozess eingesetzte Medium. Feststoffe verhalten sich hier in der Regel gänzlich anders, als flüssige Medien. Bei Feststoffen geht es in der Regel um Sieben oder Trennen der Ware, oder des Mediums mittels unterschiedlicher, oder angepasster spezieller Perforationen. Wie da sind Mehl, Sand, Staub, Pulver, Kleinteile, Getreide, Rund-Gemüse und Früchte, oder dem Abtrennen von Boden, wie bei Kartoffeln, oder Spreu beim Getreide.

Ein spezieller Bereich ist die Oberflächentechnik. Hier im Besonderen die Wärmebehandlung von Metallen, dem Beschichten und Lackieren oder im Bereich der Galvanik.

In der Anfangszeit wurde mit Drahtgewebegitter, später auch mit gestanzten Perforationen gearbeitet. Hier waren es anfänglich Rundlochperforationen oder Schlitzlochperforationen. Einige Zeit später kam dann die in der Lebensmittelindustrie verwendete Conidur-Perforation hinzu. Sehr schnell stieß man mit diesen inzwischen handelsüblichen Perforationen an die Grenzen. Physikalische Effekte schränken diese Perforationen stark ein. Das ergibt sich durch die Geometrie der Perforation und die dort wirkenden physikalischen Gesetze, als auch die nicht ausreichende Perforationsfläche.

Hier begann Mitte der 90er Jahre ein Unternehmen aus Menden, die Eigenschaften der unterschiedlichen Perforationsgeometrien zu untersuchen. Als Ergebnis entstand die patentierte Sichelloch- und Sinusperforation, welche bis heute weiterentwickelt wurden. Inzwischen gelten diese teils patentierten Perforationen im Bereich der Oberflächentechnik und der Wärmebehandlung als Standard.

Perforationen in einem Blech

Fotografie und Film[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Kontext von Film und Fotografie bezeichnet man als Perforation die regelmäßige Lochung von fotografischen Filmen und Kinofilmen zum Zwecke von Transport und Positionierung.

Beim Schmalfilm entfällt auf die Höhe jedes Einzelbildes ein Perforationsloch, bei Kleinbildfilm sind es auf die Breite jedes Bildes acht.

Die Perforation an Rollfilmen nutzte erstmals Dickson für seinen Kinematographen im Jahr 1893, wobei er längs halbierten 70-mm-Film waagerecht im Apparat durchlaufen ließ. Auch die Brüder Lumière setzten eine Perforiermaschine für ihren 35-mm-Film ein, sie ließen ihn jedoch senkrecht durch den Apparat laufen.

In der Fotografie nutzte erstmals Oskar Barnack Kinefilm im Jahr 1914 für die Entwicklung der Ur-Leica, die dann als erste moderne Kleinbildkamera ab 1924 vermarktet wurde.

Druck/Papier[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Perforiertes Toilettenpapier für Einzelblatt-Abriss

Schlitz- und Lochstanzung in Papier oder Karton zum Abtrennen eines Blattes oder Blattteiles. Herzustellen im Endlosdruck (z. B. bei Nadeldruckern) auch mit Buchdruck- (wie etwa mit dem Heidelberger Tiegel - Tiegeldruckpressen) oder allgemein Perforiermaschinen, teilweise auch in Offsetdruckmaschinen indem die Perforationslinien auf den Gegendruckzylinder geklebt und das Gummituch als Gegenform verwendet wird. Eine Perforation wird in Zähnen (siehe auch Blattform: Spreitenrand) oder Zoll gemessen.

Philatelie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In der Philatelie (Briefmarkenkunde) bezeichnet Perforation das Zähnen oder Durchstechen eines Briefmarkenbogens zur leichteren Trennung der einzelnen Postwertzeichen.[2] (Vergleiche auch Briefmarkentrennung).

Medizin[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

freie Luft im Bauchraum nach einer Perforation des Magen-Darm-Traktes (Pneumoperitoneum)

In der Medizin bezeichnet Perforation den Durchbruch oder die Durchstoßung eines Gewebes oder Hohlorgans wie Magen und Darm (Darmperforation). Eine Perforation eines Bauchorgans führt in der Regel zur Bauchfellentzündung mit der Symptomatik eines akuten Abdomens. Viele der Ursachen und Folgen sind dort aufgeführt.

Holzschutz[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bei der chemischen Druckimprägnierung besteht das Problem, dass das wichtigste Bauholz, das Fichtenholz, sich nur sehr schlecht imprägnieren lässt. Die geringen Eindringtiefen von meist nur wenigen Millimetern reichen für einen wirksamen Schutz von Holzbauteilen in der Regel nicht aus. Um die Imprägnierbarkeit von Fichtenholz zu verbessern, wurde die Perforation schon seit den 50er des vorigen Jahrhunderts eingesetzt. Diese Methode besteht darin, in verhältnismäßig engem Raster Schlitze oder Löcher in der Holzoberfläche anzubringen, das heißt, das Holz bis zu einer gewünschten Tiefe zu „perforieren“. Die Perforation des Holzes erhöht die Aufnahme des Holzschutzmittels.

Erdöl- und Erdgasförderung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Perforation ist der Punkt, an dem das Fördergut (Erdöl oder Erdgas) in die Förderanlage fließt.

Leder[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zur besseren Belüftung wird Leder als Bezugsmaterial von Möbeln teilweise perforiert.

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Wiktionary: Perforation – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen
 Wiktionary: perforieren – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen

Einzelbelege[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. perforierenDuden; abgerufen am 16. Februar 2016
  2. Wolfram Grallert: Lexikon der Philatelie, Phil*Creativ, Schwalmtal 2006, 3. unveränderte Auflage 2015, ISBN 978-3-932198-38-0, Artikel: Perforation.