Perleninseln

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Perleninseln
San Miguel auf der Isla del Rey
San Miguel auf der Isla del Rey
Gewässer Golf von Panama
Geographische Lage 8° 25′ N, 79° 0′ WKoordinaten: 8° 25′ N, 79° 0′ W
Perleninseln (Panama)
Perleninseln
Anzahl der Inseln 183
Hauptinsel Isla del Rey
Gesamte Landfläche 331,765.7 km²
Einwohner 2721 (2010)

Die Perleninseln (spanisch Archipiélago de las Perlas, auch als Islas de las Perlas bekannt[1]) sind ein Archipel aus 183 Inseln im Osten des Golfs von Panama vor der pazifischen Küste Panamas.[2][3]

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Archipel umfasst eine Landfläche von rund 332 km². Größte Inseln sind die Hauptinsel Isla del Rey, Isla de San José und Isla de Pedro González. Die übrigen Inseln weisen eine Fläche von jeweils weniger als einem Quadratkilometer (100 Hektar) auf. Der Archipel gehört zum Staat Panama und befindet sich in der Provinz Panamá im Distrikt Balboa.[4]

Nur 39 der 183 Inseln sind bewohnt.[2] Als Zentrum gelten die beiden größten, Isla del Rey und Isla de San José, auf denen sich auch Flugplätze befinden. Größter Ort ist San Miguel an der Nordküste von Isla del Rey.[5]

Geologie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Perleninseln sind vulkanischen Ursprungs, auf einigen gibt es Süßwasser­quellen. Es existiert eine regenwaldtypische, vielfältige Pflanzen- und Tierwelt, die Fischgründe im Umfeld der Inseln gelten als artenreich.

Wirtschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seit den 1960er Jahren wird die Inselgruppe touristisch erschlossen, vorwiegend von nordamerikanischen Reiseanbietern.

Auf den größeren Inseln besteht eine gut ausgebaute Tourismus-Infrastruktur; die Inselgruppe ist ein beliebtes Reiseziel für Taucher. Außerdem wird sie häufig von Kreuzfahrtschiffen angefahren und von Urlaubsgästen, vorwiegend aus Nordamerika, frequentiert, da sie für ihre ausgedehnten Sandstrände bekannt ist.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Benennung geht auf spanische Konquistadoren im 16. Jahrhundert zurück, die sie nach den Muschelperlen benannten, mit denen die dort lebenden Indios Handel betrieben. Der deutschsprachige Name „Perleninseln“[6] (auch in der Schreibweise „Perlen-Inseln“)[7][8] ist seit mindestens dem 17. Jahrhundert bekannt und seither etabliert.[2][3][5]

Durch den Reichtum der Inselgruppe angelockt, befahl der Konquistador Vasco Núñez de Balboa, der im September 1513 bei einer Entdeckungsreise die Pazifikküste erreichte, die Insel zu erobern. Am 10. August 1515 erteilte der für die Region zuständige Statthalter Pedrarias Dávila den Befehl, diese auszurauben und zu besetzen. Die spanischen Eroberer gingen mit brutaler Härte zu Werk und rotteten im Laufe der kurzen Kämpfe den gesamten Indiostamm aus.

Für einige Jahre blieb die Inselgruppe unbewohnt, bis 1518 Sklaven zur Bewirtschaftung der Fischgründe und zum Tauchen nach Perlmuscheln auf den Eilanden angesiedelt wurden. In den folgenden Jahrhunderten boten die Inseln auch zunehmend geflohenen Sklaven und Gesetzlosen Unterschlupf und galten als Piratenversteck, auch für englische und französische Freibeuter, die Jagd auf spanische Schiffe machten. Die Insel Contadora (spanisch für Buchhalterin) erhielt so ihren Namen von den zahlreichen Verstecken für Raubgut.

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Auf dem Anwesen El Bunker auf der Isla Contadora unterzeichnete Jimmy Carter 1977 als Präsident der Vereinigten Staaten die sogenannten Torrijos-Carter-Verträge, in dem die USA ihre Hoheitsrechte über den Panamakanal an die Republik Panama abtraten. Nach der Insel wurde weiter die 1983 gegründete Contadora-Gruppe benannt, ein Zusammenschluss der Außenminister von Kolumbien, Mexiko und Venezuela mit dem Ziel, politische Konflikte in einigen mittelamerikanischen Kleinstaaten beizulegen.

Liste der bewohnten Perleninseln[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

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f1Georeferenzierung Karte mit allen Koordinaten: OSM | WikiMap

 
Insel Corregimiento(s) (Distrikt(e)) Fläche
ha
Bevölkerung
2010
Koordinaten
Isla del Rey San Miguel, La Ensenada, La Esmeralda, La Guinea 23.922,22 1.737 8,3667° N, 78,9186° W
Isla Viveros San Miguel 00629,47 0010 8,4575° N, 78,9831° W
Isla de San José Pedro González 04.400,9 0010 8,2749° N, 79,1096° W
Isla de Pedro González Pedro González 01.462,63 0251 8,4° N, 79,1° W
Isla Contadora Saboga 00119,4 0253 8,2749° N, 79,1096° W
El Atolón Saboga 0003
Isla Pacheca Saboga 00071,89 0010 8,2749° N, 79,1096° W
Isla Saboga Saboga 00294,07 0447 8,2749° N, 79,1096° W

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Pearl Islands – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Johann Eduard Wappäus: Handbuch der Geographie und Statistik des ehemaligen spanischen Mittel- und Süd-Amerika, nebst den europäischen Besitzungen. Verlag der J. C. Hinrichschen Buchhandlung, Leipzig 1863–1870, S. 24. Abgerufen unter Google Books am 10. Mai 2019.
  2. a b c Perleninseln. In: Brockhaus online. Abgerufen am 10. Mai 2019 (beschränkter Zugriff): „Perleninseln, Archipiélago de las Perlas [artʃi-], panamaischer Archipel von 183 Inseln (39 sind bewohnt) im Osten des Golfes von Panama, zusammen rd. 400 km², rd. 3 000 Einwohner; größte Insel ist die Isla del Rey mit dem Hauptort San Miguel; Fischfang und Perlenfischerei, Reisanbau, Kokospalmbestände; Tourismus- und Konferenzzentrum ist die Isla Contadora (5 km²).“
  3. a b Roman Stani-Fertl, Ingrid Kretschmer (Hrsg.), Karel Kriz (Hrsg.): Exonyme und Kartographie. Weltweites Register deutscher geographischer Namen, klassifiziert nach Gebräuchlichkeit, und ihrer ortsüblichen Entsprechungen. Wien 2001, ISBN 3-900830-44-4, S. 317.
  4. Verwaltungskarte des Distriktes Balboa (PDF; 2,5 MB)
  5. a b Der große Weltatlas, Millenium House 2010, ISBN 978-1-921209-31-4.
  6. Wolfgang Jäger: Geographisch-Historisch-Statistisches Zeitungs-Lexicon. M–Z, Band 2, Verlag Ernst Christoph Grattenauer, Nürnberg 1793, S. 201. Abgerufen unter Google Books am 18. Mai 2019.
  7. Arnoldus Montanus, Olfert Dapper: Die unbekannte neue Welt / oder Beschreibung des Welt-Teils Amerika und des Sud-Landes. Jacob von Meurs, Meurs 1673, S. 320. Abgerufen unter Google Books am 19. Mai 2018.
  8. Johann Hübner: Reales Staats-Zeitungs- und Conversations-Lexicon. Verlag Johann Friedrich Gleditsch, Leipzig 1737, S. 1425. Abgerufen unter Google Books am 18. Mai 2018.