Perlsdorf

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Perlsdorf (Ehemalige Gemeinde)
Ortschaft
Historisches Wappen von Perlsdorf
Vorlage:Infobox Gemeindeteil in Österreich/Wartung/Wappen
Katastralgemeinde Perlsdorf
Perlsdorf (Österreich)
Red pog.svg
Basisdaten
Pol. Bezirk, Bundesland Südoststeiermark (SO), Steiermark
Gerichtsbezirk Feldbach
Pol. Gemeinde Paldau
Koordinaten 46° 54′ 55″ N, 15° 48′ 59″ OKoordinaten: 46° 54′ 55″ N, 15° 48′ 59″ O
Höhe 299 m ü. A.
Einwohner der Ortschaft 334 (1. Jänner 2017)
Gebäudestand 105 (2001f1)
Fläche d. KG 5,63 km²
Postleitzahlenf0 8341, 8342
Paldau bzw. Gnas
Vorwahl +43/3151 (Gnas)
Statistische Kennzeichnung
Ortschaftskennziffer 14759
Katastralgemeinde-Nummer 62145
Zählsprengel/ -bezirk Perlsdorf (62384 002)
Bild
Lage der ehemaligen Gemeinde im Bezirk Südoststeiermark
Eigenständige Gemeinde bis Ende 2014
Quelle: STAT: Ortsverzeichnis; BEV: GEONAM; GIS-Stmk

Perlsdorf ist eine ehemalige Gemeinde mit 334 Einwohnern (Stand: 1. Jänner 2017) im Südosten der Steiermark im Bezirk Südoststeiermark. Im Rahmen der Gemeindestrukturreform in der Steiermark ist die Gemeinde seit 2015 mit der Gemeinde Paldau zusammengeschlossen,[1] die neue Gemeinde wird den Namen Paldau weiterführen. Grundlage dafür ist das Steiermärkische Gemeindestrukturreformgesetz - StGsrG.[2]

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Geografische Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Perlsdorf liegt circa 35 km südöstlich von Graz und circa 8 km südwestlich der Bezirkshauptstadt Feldbach im Oststeirischen Hügelland.

Gliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die ehemalige Gemeinde bestand aus der einzigen gleichnamigen Katastralgemeinde bzw. Ortschaft. Außer der Rotte Perlsdorf gehörten noch die weiteren Ortsteile Hauskahr, Raffleregg, Roggenberg, Rohrgraben, Schieferberg, Schoberviertel, Sieglegg, Tixenberg und Warth zur ehemaligen Gemeinde.

Ehemalige Nachbargemeinden[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Schon weit vor der ersten urkundlichen Erwähnung lassen Bodenfunde auf eine Siedlung schließen. Es sind dies die „Tumuli“ – aufgeworfene Grabhügel mit recht bescheidenen Grabbeigaben. Diese ältesten Zeugen einer Besiedlung des Perlsdorfer Talkessels stammen aus römischer und vorrömischer Zeit und lassen auf eine, wenn auch kleine und bescheidene Ansiedlung schließen.

Namensherkunft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Schon zur Römerzeit waren die Perlen der Flussperlmuschel sehr begehrt. Das ist auch der Grund, dass diese Muschelart die früher über ganz Europa verbreitet war, fast zur Gänze ausgerottet ist. In der volkstümlichen Namenserklärung wird auf diese Perlen zurückgegriffen. Eine zwar recht schöne Erklärung, aber historisch und sprachwissenschaftlich nicht haltbar. Da schon eher der „perlein“ – der kleine Bernhart. Der alte deutsche Rufname Bernhart ist eine Zusammensetzung aus dem Althochdeutschen, aus „bero“ – der Bär und „harti“ – stark/tapfer/mutig.

Der Begriff „torf“ bedeutet Dorf. Sprachwissenschaftlich ergibt sich daher eindeutig ein kleiner Bernhard, ein „perlein“ als Namensgeber von Perlsdorf zu erkennen. Wann der kleine Bernhart,- der Perlein-, hier seine bescheidene Behausung baute und damit Perlsdorf seinen Namen gegeben hat, ist historisch nicht fassbar, dazu wird der Ort erstmals urkundlich viel zu spät erwähnt.

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]


Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Siehe auch: Liste der denkmalgeschützten Objekte in Paldau
Kapelle Perlsdorf

Dorfkapelle[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Als 1992 die Renovierung der Dorfkapelle angefangen wurde, gab man auch neue Glasfenster bei Edith Temmel in Auftrag, wohl wissend, dass diese durchaus anders ausfallen würden, als man das von Dorfkapellen in der Gegend gewohnt ist. Die in Schlierbach gefertigten Fenster haben zwar Engel zum Thema, zeigen aber keine beflügelten Wesen, sondern lassen vielmehr ihre Kraft erahnen. Die kräftigen Farben und Formen lassen in unserem Herzen ein Bild davon entstehen, was unsere Augen nie erblicken können.

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gemeinderat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Gemeinderat bestand aus neun Mitgliedern und setzte sich seit der Gemeinderatswahl 2010 aus Mandaten der folgenden Parteien zusammen:

  • 7 ÖVP - stellte Bürgermeister und Vizebürgermeister
  • 2 SPÖ

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

AUT Perlsdorf COA.jpg

Blasonierung (Wappenbeschreibung):

„In Rot zwei einander zugekehrte herschauende silberne Jungbären, mit den inneren Vordertatzen einen silbernen Perlenkranz haltend.“[3]

Das mit Wirkung vom 1. Juli 1997 von Landeshauptmann Waltraud Klasnic verliehene Gemeindewappen von Perlsdorf ist ein redendes Wappen. Auf blutrotem Grund, -der Farbe des Lebens-, schauen den Betrachter zwei silberne Jungbären an. Die kleinen Bären stehen nicht nur für den „perlein“ als Namensgeber. Der Bär wurde schon in frühesten Kulturen als Mittler zwischen Himmel und Erde verehrt. Silber steht für das stete Streben nach Erfolg. Ihre Tatzen halten eine Perlenkette ohne Anfang und Ende, das Symbol des Himmels und der Ewigkeit.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Perlsdorf – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Steiermärkische Gemeindestrukturreform.
  2. § 3 Abs. 9 Z 5 des Gesetzes vom 17. Dezember 2013 über die Neugliederung der Gemeinden des Landes Steiermark (Steiermärkisches Gemeindestrukturreformgesetz – StGsrG). Landesgesetzblatt für die Steiermark vom 2. April 2014. Nr. 31, Jahrgang 2014. ZDB-ID 705127-x. S. 4.
  3. Mitteilungen des Steiermärkischen Landesarchivs 48, 1998, S. 55