Perouse

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Dieser Artikel beschreibt den Ort Perouse in Baden-Württemberg. Zu weiteren Begriffen siehe Pérouse und La Pérouse.

Koordinaten: 48° 48′ 52″ N, 8° 54′ 18″ O

Perouse
Stadt Rutesheim
Wappen von Perouse
Höhe: 459 m
Einwohner: 1145 (31. Dez. 2010)
Eingemeindung: 1. Dezember 1971
Postleitzahl: 71277
Vorwahl: 07152

Perouse ist heute ein Stadtteil der im baden-württembergischen Landkreis Böblingen gelegenen Stadt Rutesheim. Perouse hat mehr als 1100 Einwohner. Die Autobahn A 8 trennt den Hauptort Rutesheim von Perouse, das bis zur Gemeindereform 1972 eine selbständige Gemeinde war.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 13. Juni 1699 entstand Perouse durch den Zuzug von 71 Waldenser-Familien, die den Ort in Erinnerung an ihre ursprüngliche Heimatgemeinde Perouse (heute: Perosa Argentina) im Piemont benannten.[1] Bis heute erinnern Familiennamen wie Baral, Baret, Charrier, Mouris, Simondet, Servay und Vinçon an die Herkunft der Bewohner. 1738 entstand die gegenwärtige Waldenserkirche als Ersatz für einen kleinen Vorgängerbau. 1839 kaufte Perouse, bis dahin Teil der Gemeinde Heimsheim, die Markung mit 266,5 ha zum Preis von 3.924 Gulden ab. 140 Jahre nach seiner Gründung war Perouse damit eine selbständige, den Nachbargemeinden gleichgestellte Gemeinde. 1951 erhielt Perouse ein neues Schulhaus. Die Schule wurde allerdings 1973 vom Kultusministerium aufgelöst. 1968 wurde ein Kindergarten und 1970 die Gemeindehalle gebaut. Am 1. Dezember 1971 wurde Perouse nach Rutesheim eingemeindet.[2]

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Denkmalbrunnen bei der Kirche

An Sehenswürdigkeiten bietet Perouse neben der Waldenserkirche in der historischen Hauptstraße vor allem die 2001 sanierten öffentlichen Gebäude Zehntscheuer und Altes Rathaus aus dem Jahre 1867, sowie das Henri-Arnaud-Denkmal von 1899, einen Gedenkstein von 1999 und eine Informationstafel über die Ortsgeschichte bei der Kirche.

Vereine[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der CVJM Perouse unterhält ein Vereinsheim beim Förstle und hat einen Posaunenchor. Seit 1877 gibt es den Männergesangverein Liederlust Perouse. Der Sportverein Perouse wurde 1963 gegründet. Das Vereinsheim, sowie Fußball- und Tennisplätze sind im Aischbach angesiedelt.

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Wilhelm Kopp (1856–1910 in Perouse), evangelischer Pfarrer und Missionar in Italien

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Perouse (Rutesheim) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Ursprünglich entstammt der Ortsname der okzitanischen Sprache, in der der Ort Peirosa heißt. Dabei ist peira das okzitanische Wort für Stein und -osa ist ein adjektivierendes Suffix, das dem deutschen -ig entspricht. peirosa wird damit auf Deutsch mit steinig übersetzt. Der Ortsname ist wahrscheinlich die Abkürzung für eine gepflasterterte Straße, etwa im Sinne von "Via peirosa".
  2. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- u. Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen u. Reg.-Bez. vom 27.5.1970 bis 31.12.1982. Kohlhammer, Stuttgart/Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 460.