Persi Diaconis

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Persi Warren Diaconis (* 31. Januar 1945 in New York City) ist ein US-amerikanischer Mathematiker, der sich vor allem mit Statistik und Wahrscheinlichkeitstheorie befasst. Außerdem war er als Magier bekannt.

Persi Diaconis 2010

Leben und Werk[Bearbeiten]

Diaconis stammt aus einer Familie professioneller Musiker, und auch Diaconis nahm neun Jahre Geigenstunden u.a. an der Juilliard School. Seine Mutter ist Polin und sein Vater ist Grieche. Er verließ vorzeitig mit 14 Jahren die Schule (er war gerade am City College in New York eingeschrieben), um Zauberkünstler zu werden, auf Einladung des bekannten Magiers Dai Vernon. Zwei Jahre später war er professioneller Zauberkünstler, der eigene Tricks erfand (einige seiner Kartentricks wurden in Martin Gardners Kolumne im Scientific American veröffentlicht) und unterrichtete. Nach eigenen Aussagen wechselte er zur Mathematik, da er William Fellers klassisches Lehrbuch der Wahrscheinlichkeitstheorie und Statistik benutzen wollte, aber nichts davon verstand.[1] Er nahm Abendkurse am New York City College und machte 1971 seinen Abschluss in Mathematik. Er wurde im Graduate Program für Statistik an der Harvard University akzeptiert und wurde 1974 bei Dennis Hejhal promoviert (Weak and Strong Averages in Probability and the Theory of Numbers). Danach ging er zur Stanford University, wo er noch heute Professor ist.

Zweimal (1992 und 1982) erhielt er ein Stipendium der MacArthur Foundation (MacArthur Fellowship). 1990 war er Invited Speaker auf dem Internationalen Mathematikerkongress (ICM) (Application of group representations to statistical problems) und ebenso 1998 in Berlin, wo er einen Plenarvortrag hielt (From Shuffling Cards to Walking around the Building: Introduction to Markov Chain Theory). 2012 wurde er mit dem Levi-L.-Conant-Preis ausgezeichnet. Er ist Fellow der American Mathematical Society.

Diaconis befasste sich z.B. mit Zufallsmatrizen, Benfords Gesetz[2], Irrfahrten (Random Walks) auf Gruppen und Kartenmischungen. So zeigte er mit Dave Bayer, dass mindestens sieben „Shuffles“ (perfekte Mischungen) nötig sind, um 52 Spielkarten annähernd zufällig zu verteilen (und für n Karten mindestens \frac{3}{2} {\rm log}_2(n) Mischungen).[3] Diaconis war auch aktiv in der Aufdeckung von Manipulationen in der Parapsychologie[4] und in der Sphäre professionellen „Glücksspiels“. Mit Joseph Keller untersuchte er „faire“ Würfel (symmetrische und unsymmetrische mit beliebig vielen Seiten), und bewies z.B., dass es keine fairen symmetrischen Würfel mit fünf Seiten gibt (dafür aber unsymmetrische).[5]

Zu seinen Doktoranden gehört Sourav Chatterjee.

Schriften[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Interview in Albers, Alexanderson: Mathematical People, Birkhäuser 1985.

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Nach einem Artikel über ihn von Esther Landhuis in den Stanford News 2004 wollte er die Chancen beim Würfelspiel in einem karibischen Casino überprüfen, das die Würfel manipulierte
  2. The Distribution of Leading Digits and Uniform Distribution Mod 1. Annals of Probability, Bd. 5, 1977, S. 72–81.
  3. D. Bayer, Diaconis: Trailing the Dovetail Shuffle to Its Lair. Annals of Applied Probability, Bd. 2, 1992, S. 294–313. Diaconis, David Aldous: Shuffling Cards and Stopping Times. American Mathematical Monthly, Bd. 93, Mai 1986, S. 333. Siehe auch Rifle Shuffle bei Math World
  4. Statistical problems in ESP research. Science, Bd. 201, 1978, S. 131–136. pdf
  5. Diaconis, Keller: Fair Dice. American Mathematical Montly, Bd. 96, April 1989, S. 337.