Perubalsam

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Perubalsam (Balsamum peruvianum) ist ein dunkelbrauner, flüssiger Balsam von vanilleartigem Geruch und kratzendem, schwach bitterem Geschmack, die durch Anräuchern der von Rinde befreiten 10-jährigen Balsambäume (Myroxylon balsamum var. pereirae) nach Beendigung der Regenzeit gewonnen wird. Perubalsam findet sich nicht fertig vorgebildet im Holz der Bäume, sondern er stellt ein pathologisches Produkt dar.[1]

Zusammensetzung[Bearbeiten]

Perubalsam besteht zu 45–75 % aus einem Estergemisch (früher als Cinnamein bezeichnet), das zu 2/3 aus Benzoesäurebenzylester und 1/3 aus Zimtsäurebenzylester zusammengesetzt ist. Ferner sind 25 bis 30 % Harze, Benzoesäure, Zimtsäure, Vanillin, ca. 5 % Nerolidol und Farnesol in der Substanz vorzufinden.[1]

Eigenschaften[Bearbeiten]

Perubalsam ist leicht löslich in Ethanol und Chloroform, nicht löslich in fetten Ölen (mit Rizinusöl bis 15 % mischbar), unlöslich in Wasser.[1]

Verwendung[Bearbeiten]

Er findet Verwendung in der Medizin als Wundheilmittel (5–20 %) in Salben, Hämorrhoidenzäpfchen, sowie in der Parfümerie als fixierende Komponente, um warme Süße zu vermitteln. Manchmal wird er als Räucherwerk verwendet, vor allem, wenn echter Weihrauch schwer erhältlich oder zu teuer ist. Der dabei entstehende Duft erinnert entfernt an Schokolade. Allerdings reizt der Rauch des Balsams stark die Atemwege und löst schnell heftiges Husten aus.

Die Kosmetikrichtlinie der EU verbietet seit Juli 2005 den Einsatz von Perubalsam als Duftinhaltsstoff wegen häufig auftretender Kontaktallergien. Die Parfümhersteller verwenden an seiner Stelle das als unbedenklich geltende Perubalsamöl, das durch Destillation aus dem Balsam gewonnen wird.

Siehe auch[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b c Hermann Ammon (Hrsg.): Hunnius pharmazeutisches Wörterbuch, 8. Auflage, de Gruyter, Berlin 2004, ISBN 3-11-015792-6.