Pervasive computing

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Der Begriff Pervasive computing (aus engl. pervasive, ‚durchdringend‘, ‚um sich greifend‘, und computing, ‚Informatik‘, ‚EDV‘) bzw. Rechnerdurchdringung bezeichnet die allesdurchdringende Vernetzung des Alltags durch den Einsatz „intelligenter“ Gegenstände.

Überblick[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Computerprozessoren und Sensoren werden ständig kleiner und billiger, drahtlose Kommunikation ist schon heute, im westlichen Europa, nahezu überall verfügbar. Durch automatisiertes Sammeln (z. B. durch RFID-Chips) und Auswerten (z. B. durch KDD und Data-Mining) von Daten können präzise Persönlichkeitsprofile erstellt werden.

Abgrenzung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Begriff Pervasive Computing ist die von der Industrie geprägte Sicht auf die Rechnerallgegenwart (engl. ubiquitous computing), wobei die Rechnerallgegenwart eine Voraussetzung für die Rechnerdurchdringung ist, jedoch die Rechnerdurchdringung noch die Bedingung der Verknüpfung aller Rechner hat. Mit zum Teil bereits verfügbarer Technik wird versucht, Geschäftsprozesse und allgemeine Lebensbereiche zu durchdringen. Die gewonnenen Daten werden kommerziell verwendet, zum Beispiel für den E-Commerce. In diesem Bereich befindet sich Pervasive Computing bereits heute im Einsatz.

Ziel[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Pervasive Computing hat das Potenzial, die Gesellschaft nachhaltig zu verändern. Eine gesellschaftliche Debatte auf breiter Basis findet jedoch nicht statt. Vorangetrieben wird die Entwicklung auch durch die öffentliche Sicherheitsdebatte. Einige Sicherheitsexperten sehen in den wachsenden Kontrollmöglichkeiten - Überwachung - jedoch keinen Sicherheitsgewinn.

Anhänger des Pervasive Computing sehen neue Möglichkeiten für Anwender und neue Massenmärkte. Gegner kritisieren die aus ihrer Sicht überstürzte Einführung durch Industrie und Politik.

Konsequenzen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mit Pervasive Computing sind weitreichende Folgen für die Gesellschaft verbunden. Im Wesentlichen sind fünf Lebensbereiche bzw. Themen besonders betroffen:

  • Datenschutz (Privacy): Wo endet die Freiheit des Einzelnen, Daten zu sammeln?
  • Sicherheit (Security): Wer ist für Sicherheitsmängel verantwortlich?
  • Unbeherrschbare Komplexität (Unmastered Complexity): Wer ist verantwortlich, wenn ein technisches System versagt?
  • Freie Meinungsäußerung (Freedom of Speech): Wo gerät dieses Grundrecht mit anderen Rechten in Konflikt?
  • Geistiges Eigentum (Intellectual Property): Wo verläuft die Grenze zu Information als öffentlichem Gut?

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]