Pescetarismus

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Pescetarismus ist eine Ernährungsweise, bei der auf den Verzehr des Fleisches gleichwarmer Tiere ebenso wie auf das Fleisch von Amphibien oder Reptilien, nicht jedoch auf Fisch verzichtet wird. Einige Pescetarier essen Krebs- und Weichtiere.[1]

Begriff und Begriffsgeschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Pescetarismus gilt als Ausprägung des Vegetarismus, bei der zusätzlich zu Pflanzen, Eiern und Milch (Ovo-Lacto-Vegetarismus) auch Fisch verzehrt wird. Unter Vegetariern herrscht kein Konsens darüber, ob Pescetarismus noch zu den vegetarischen Ernährungsweisen gezählt werden sollte,[2] die seit 1847 bestehende, britische Vegetarian Society legt beispielsweise fest, dass der Verzehr von Fisch, Schalen- und Krustentierentieren mit einer vegetarischen Ernährung nicht vereinbar sei.[3] Das Wort „Pescetarismus“ ist ein Neologismus, der laut dem englischen Merriam-Webster’s Collegiate Dictionary erstmals 1993 erschien. Es stammt vom lateinischen piscis für Fisch bzw. vom italienischen pesce mit der gleichen Bedeutung ab.[4] Die Abgrenzung zum Flexitarismus besteht zum einen im Verzehr von Fisch an Stelle von Fleisch und zum anderen in einer mangelnden ethischen Motivation. Während Flexitarier u.a. artgerechte Tierhaltung berücksichtigen,[5] legt der Pescetarier Wert auf gesunde Ernährung.

Gesundheitliche Aspekte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Rahmen einer 2013 im Journal of the American Medical Association publizierten, über einen Zeitraum von sechs Jahren durchgeführten Studie an 73.000 Menschen untersuchten Forscher der kalifornischen Loma Linda University die Auswirkungen unterschiedlicher Ernährungsweisen. Während der Laufzeit der Studie lag die Sterbequote der Pescetarier unter den Teilnehmern 19 % unter der der Fleischesser, während die Sterbequote von Vegetariern nur 12 % unter der der Fleischesser lag.[6] Studienleiter Michael J. Orlich wies darauf hin, dass die ermittelten Zahlen für einen allgemeingültigen Vergleich vegetarischer Ernährungsweisen zu nahe beieinander lägen. Das Darmkrebsrisiko war laut Studiendaten bei pescetarischer Ernährung gegenüber dem Risiko bei anderen Formen des Vegetarismus signifikant geringer.[7]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. WiWo.de: Glückliche Eier sind schwer zu finden. Abgerufen am 18. August 2016.
  2. Spiegel.de: Gemäßigte Vegetarier - Ovo, Lacto, Pesco oder Pudding? Abgerufen am 17. August 2016.
  3. BBC.co.uk: The rise of the non-veggie vegetarian. Abgerufen am 18. August 2016.
  4. Pescetarian. in Merriam-Webster’s Collegiate Dictionary. Abgerufen am 15. August 2016.
  5. FAZ.net: Dem Flexitarier gehört die Zukunft. Abgerufen am 18. August 2016.
  6. Livescience.com: Want to Live Longer? Eat a Plant-Based Diet. Abgerufen am 17. August 2016.
  7. Aerzteblatt.de: Darmkrebsprävention: Studie sieht Vorteile für Pescetarier. Abgerufen am 17. August 2016.