Petach Tikwa

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Petach Tikwa
Wappen von Petach Tikwa
Petach Tikwa
Basisdaten
hebräisch: פתח תקווה
arabisch: بتاح تكفا
Staat: Israel Israel
Bezirk: Zentral
Koordinaten: 32° 5′ N, 34° 53′ O32.08361111111134.88333333333315Koordinaten: 32° 5′ 1″ N, 34° 53′ 0″ O
Höhe: 15 m
Fläche: 35,868 km²
 
Einwohner: 188.900 (2007)
Bevölkerungsdichte: 5.267 Einwohner je km²
 
Postleitzahl: 49001 - 49197
 
Gemeindeart: Stadt
Website:
Petach Tikwa (Israel)
Petach Tikwa
Petach Tikwa

Petach Tikwa (hebräisch ‏פתח תקווה‎, auf Deutsch Tor der Hoffnung, arabisch ‏بتاح تكفا‎, DMG Bitāḥ Tikfā; auch Petah Tiqwah, Petah Tikva) ist eine Stadt in Israel. Sie liegt im Gusch Dan, wenige Kilometer östlich von Tel Aviv. Petach Tikwa hat 188.900 Einwohner (2007) und gehört damit zu den größten Städten Israels.

Geschichte[Bearbeiten]

Petach Tikwa, 1912

Die Geschichte Petach Tikwas reicht bis ins 19. Jahrhundert zurück. Im Jahr 1878 gründeten Siedler aus Jerusalem eine erste Siedlung. Sie war die erste jüdische Bauernsiedlung („Moschawa“) überhaupt im damaligen Palästina. Deswegen erhielt sie später den Beinamen „Mutter der Moschawot“. Allerdings war die erste Ortsgründung "gescheitert durch Malaria und Überschwenmmungen".[1] Die „1882 dann 2., erfolgreiche Gründung, jetzt durch eingewanderte Juden“,[2] liegt zeitgleich mit der Gründung von Rischon LeZion und Rosch Pina. Die Siedler benannten den neuen Ort nach Hosea 2,17: „Dann will ich ihr [gemeint ist Israel] von dorther ihre Weinberge geben und das Tal Achor zum Tor der Hoffnung machen.“

Ab 1888 erhielten die Siedler außerdem Unterstützung von Baron Edmond de Rothschild, der viele Siedlungsprojekte im damaligen Palästina förderte. Die Siedlung hatte zunächst erhebliche Probleme aufgrund von Missernten und Malaria. Im Laufe der Zeit konnten die Malariasümpfe jedoch trockengelegt werden und die Gegend wurde zu einem Schwerpunkt des Zitrusfruchtanbaus. Dabei ergab sich ein weiteres Problem: Der Transport der Ernte für den Export, die schnell und frisch zu den Schiffen des damals nächstgelegenen Hafens, Jaffa, gebracht werden musste, um exportiert werden zu können. Das war mit Kamelkarawanen auf unausgebauten Sandpisten kaum zu bewerkstelligen. Deshalb setzten sich die Orangenpflanzer schon unmittelbar nach dem Ersten Weltkrieg für eine Anbindung an die Eisenbahnhauptstrecke El QantaraHaifa ein. Bezahlen konnten sie eine so teure Investition selbst nicht, aber Baron Edmond de Rothschild war bereit, einen Kredit über £EYT 20.000 für das Projekt zu gewähren. Die Palestine Railways bestanden allerdings darauf, dass die Siedler täglich mindestens 100 Fahrgäste garantierten. Diese machten demgegenüber zur Bedingung, dass am Sabbat kein Verkehr stattfinden dürfe, woraufhin die Eisenbahn darauf bestand, auch sonntags den Verkehr ruhen zu lassen.[3]

1921 ging die 6,5 km lange Stichbahn zwischen Ras el Ain (heute: Rosch haAjin) an der Hauptbahn und Petach Tikwa nach 6 Monaten Bauzeit in Betrieb. Die Baukosten beliefen sich jedoch entgegen den erwarteten £EYT 20.000 auf £EYT 53.000. Deshalb beteiligte sich die Regierung des Mandatsgebietes an der Investition und die Bahnstrecke gehörte folgend je zur Hälfte der Gemeinde Petach Tikwa und der Regierung, eine Kondominalbahn.[4]

Sie war wirtschaftlich sofort ein Erfolg: Die Transportkosten für Orangen an die Küste sanken um mehr als die Hälfte. Auch dem Reiseverkehr war sofortiger Erfolg beschieden, ersetzte der Zug doch eine vier- bis fünfstündige Fahrt im offenen Pferdewagen über eine unbefestigte Sandpiste. Da nahmen Reisende auch die etwas umständliche Prozedur auf der Eisenbahn in Kauf: Ein oder zwei Personenwagen wurden an den Güterzug nach Ras el Ain angehängt und dort als Kurswagen an den Zug Haifa–El Qantara angehängt. In Lod mussten die Reisenden in den von Jerusalem kommenden Zug nach Jaffa umsteigen. Fahrzeit insgesamt – wenn alles pünktlich ablief - etwa 90 Minuten. Als allerdings 1928 die Straße nach Jaffa asphaltiert wurde, bedeutete das sofort das Ende des Reiseverkehrs auf dieser Verbindung. Busse übernahmen nun die Aufgabe. Petach Tikwa wuchs in den folgenden Jahren beträchtlich und erhielt 1937 das Stadtrecht. 1940 bis 1951 bekleidete Josef Sapir das Amt des Bürgermeisters.

In Petach Tikwa gibt es noch einige historische Orte aus der Gründerzeit und ein historisches Museum im Museumskomplex "Qiryat HaMuse'onim".[5]

Heutige Stadt[Bearbeiten]

Gebäude der Stadtverwaltung

Petach Tikwa ist heute eine Stadt, an deren landwirtschaftliche Vergangenheit nur noch der so genannte Gründergarten im Stadtzentrum erinnert. Die zentrale Stütze der Wirtschaft ist die Industrie, vor allem in den Bereichen Textil, Metalle, Nahrungsmittel und Holz. In Petach Tikwa hat auch der weltweit operierende Pharmakonzern Teva seinen Sitz.

Der Tourismus spielt dagegen eine untergeordnete Rolle; von touristischem Interesse sind im Wesentlichen nur ein Denkmal zu Ehren Edmond de Rothschilds und die nahe der Stadt gelegenen Quellen des Flusses Yarkon im Jarkon-Afek-Nationalpark.

Blick über die Stadt

Söhne und Töchter der Stadt[Bearbeiten]

Partnerstädte[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Petah Tikva – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Scheel, Wolfgang: Lexikon biblischer Ortsbenennungen im modernen Israel, 3.Auflage, Hammerbrücke 2003 (ISBN 3-933750-32-6), S.65
  2. a.a.O.
  3. Paul Cotterell: The Railways of Palestine and Israel. Tourret Books, Abingdon 1984, ISBN 0-905878-04-3, S. 33.
  4. Walter Rothschild: Palestine Railways 1945 - 1948. Diss. King's College, London 2009 od. 2010., Kap. 1, Abschnitt 1:(H) d).
  5. Museen in Petach Tikwa