Peter-Härtling-Preis

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Der Peter-Härtling-Preis ist ein Wettbewerbspreis für Kinder- und Jugendliteratur, der 1984 von der Stadt Weinheim gestiftet wurde. Er wird alle zwei Jahre mit Unterstützung des Verlags Beltz & Gelberg verliehen und ist mit 5555 Euro dotiert.

Die unabhängige Jury, der auch der Namensgeber Peter Härtling angehört, wählt ein unveröffentlichtes Prosa-Manuskript für Kinder und Jugendliche von 10 bis 15 Jahren aus, das „sich erzählend, unterhaltend, poetisch und phantasievoll an der Wirklichkeit der Kinder oder Jugendlichen orientiert.“ Beltz & Gelberg bietet gleichzeitig an, das Buch zu veröffentlichen. Den Preis erhielt in mehr als 30 Jahren lediglich vier Mal ein männlicher Autor.

Preisträger[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jurybegründung: „Scheidung und Patchwork-Familien sind heute normal, normal ist auch, dass man sich arrangieren muss. Die 15-jährige Charlotte erlebt und erzählt eine scheinbar alltägliche Geschichte: die Trennung ihrer Eltern und ihre erste große Liebe. Dabei bestechen die Leichtigkeit ihrer Erzähl-weise jenseits aller Klischees, die weitertragenden Bilder, die sich dem Leser unbedingt einprägen. Gabi Kreslehner schildert ihre überaus lebendigen und realistischen Figuren mit Witz, zugleich behände und anschaulich.“[1]

Jurybegründung: „Wenn alle lügen - wie weit kommt man dann mit der Wahrheit? Matti, der die kleinen und großen Lügen seiner Eltern allmählich durchschaut, versucht den angerichteten Schaden wieder gut zu machen, greift dabei zu denselben Mitteln und übertrifft seine Eltern im Nu… Mit Lakonie und einem genauen Blick auf die deutsch-finnische Seele erzählt Salah Naoura eine überraschende Sommergeschichte voller Wärme und Witz. Dass Matti und seine Eltern aus ihren Flunkereien so unbeschadet herauskommen, ist das eigentliche Wunder dieses Romans. Eine starke Familie verträgt eben starke Geschichten.“[2] "

  • 2013: Nataly Savina: Love Alice

Jurybegründung: „Love Alice ist ein mutiges und gekonnt choreographiertes Manuskript. Die Autorin erspart ihren Figuren so wenig wie den Lesern. Die Freundschaft der Mädchen, die sich nach Zuwendung und Nähe sehnen und aus der Erstarrung ihrer Einsamkeit heraus kommen wollen, wird als intensiv und beglückend geschildert. Auf die Erwachsenen aber ist kein Verlass, ihre Bedürfnisse führen gar die Katastrophe herbei. Wie die Autorin dabei sämtliche Protagonisten mit ihren Sehnsüchten und Verstrickungen, ihrem Trotz und ihren Ängsten plastisch werden lässt, hat die Jury tief beeindruckt.“[3]

  • 2015 (dotiert mit 3000 Euro): Regina Dürig: Eigentlich lieber nicht

Jurybegründung: „Das Manuskript ›Eigentlich lieber nicht‹ von Regina Dürig besticht durch seine kunstvolle Sprache und die behutsame Erzählhaltung. Indem Regina Dürig mit Leo eine unvergessliche Gestalt schildert, die wie eine Person gewordene Bindungslosigkeit erscheint, vermeidet sie die Analyse dieser Figur und lässt so der Phantasie des Lesers jede Freiheit. Mit der Erzählerin Jonna fragt sich der Leser, welche Geschichte Leo mit sich herumträgt. Man fühlt sich von seiner offensichtlichen Unabhängigkeit angezogen oder erschrickt vor seiner gespenstischen Fremdheit. Dabei spielt die Autorin geschickt mit weltliterarischen Motiven und findet jederzeit zu einer völlig eigenständigen Erzählweise.“[4]

  • 2017 (dotiert mit 3000 Euro): Andrea Badey und Claudia Kühn: Strom auf der Tapete

Jurybegründung: „Die Autorinnen Andrea Badey und Claudia Kühn schildern eine Reise ans Ende der Welt, das in diesem Roman im Oderbruch liegt. Stilsicher, witzig und zugleich mit großem Ernst lotsen sie ihre Figuren durch die kleinen und großen Katastrophen dieses Roadmovies, durch Beinahe-Unfälle und Prügeleien mit angejahrten Dorf-Casanovas, durch Exzesse und Momente der Stille. Kann das gut gehen? ,Hier sitzen wir beide, da sind unsere Hände, übereinander', sagt Ron Robert, der Erzähler, einmal in einer Atempause: ,Und da die Schneeflocken, die Straße, die Nacht. Da draußen ist die Welt, die andere. Unsere Welt ist hier.' Es geht gut, in jeder Hinsicht, in diesem rasanten, gegenwartstrunkenen und überraschend zärtlichen Jugendroman.“[5]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Quellen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. http://www.beltz.de/de/kinder-jugendbuch/aktuelles/aktuell/artikel/2008/10/28/peter-haertling-preis-der-stadt-weinheim-vergeben.html
  2. http://www.beltz.de/de/verlagsgruppe-beltz/presse/pressearchiv/pressemeldung/artikel/2010/04/21/salah-naoura-erhaelt-peter-haertling-preis-fuer-kinder-und-jugendliteratur.html
  3. http://www.beltz.de/de/verlagsgruppe-beltz/presse/pressemeldungen/pressemeldung/artikel/2012/10/09/peter-haertling-preis-2013-fuer-nataly-savina-1.html
  4. Peter-Härtling-Preis 2015 für Regina Dürig
  5. Peter-Härtling-Preis 2017 geht an Andrea Badey und Claudia Kühn, buchmarkt.de, 30. September 2016, abgerufen am 1. Oktober 2016