Peter-Paul Mauser

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Paul Mauser
Paul Mauser (ca. 1908)

Peter Paul Mauser, seit 1912 Paul von Mauser, (* 27. Juni 1838 in Oberndorf am Neckar; † 29. Mai 1914 ebenda) war ein deutscher Waffenkonstrukteur, Unternehmer der Rüstungsindustrie und Politiker.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Vater war anfänglich Schuhmacher und stellte später lederne Säbelscheiden für die Königliche Gewehrfabrik in Oberndorf her. Paul Mauser und sein Bruder Wilhelm wurden Büchsenmacher und lebten zunächst in bescheidenen Verhältnissen.[1] Paul Mauser entwickelte mit seinem Bruder verschiedene Schusswaffen, später gründete er mit ihm das Unternehmen Gebr. Mauser, das schließlich die Königliche Gewehrfabrik übernahm.

Die preußisch-deutschen Standardgewehre M71, M71/84 (das erste reichsdeutsche Militär-Repetiergewehr) und das legendäre Mauser System 98 sowie eine der ersten automatischen Pistolen (C96) wurden von Paul Mauser entwickelt.

Im Ausland waren Mausers Konstruktionen anfangs erfolgreicher als in Deutschland, und die preußische Gewehr-Prüfungskommission in Spandau entschied sich für das selbst entwickelte Gewehr 88. Paul Mauser konstruierte mit kaiserlichem Auftrag ein verbessertes Modell dieses Gewehrs.

Mausers Name ist untrennbar mit den Konstruktionen des Infanteriegewehrs 1893 für Spanien, des schwedischen Karabiners 1894 und Infanteriegewehrs 1896, mit den Modellen der Gewehre für Peru, Belgien, Argentinien, Brasilien (1894), Chile (1895), dann Costa Rica, die Dominikanische Republik, El Salvador, Guatemala, Honduras, Nicaragua, Venezuela, Mexiko (1902) und die Türkei verbunden. Lieferungen in diese Länder ließen den Namen Mauser zu einem weltweit bekannten Qualitätsbegriff für präzise Waffen werden.

Seiner Konstruktion des Gewehrs 98 wurde vom Deutschen Kaiser Wilhelm II. am 5. April 1898 persönlich diese Bezeichnung verliehen. 1901 verlor Mauser aufgrund einer Patronendetonation bei einem Schießtest seines Selbstladers C98 das linke Auge.[2]

Seine Konstruktionen der Patronen 7,65 x 53,5, 7 x 57 und 8 x 57 IRS sind bis heute als Jagdpatronen im Gebrauch.

Mauser war von 1898 bis 1903 als Abgeordneter Mitglied des Deutschen Reichstags für die Nationalliberale Partei, die im Königreich Württemberg als Deutsche Partei auftrat. Im Reichstag vertrat er den Wahlkreis Württemberg 8 (Freudenstadt, Horb, Oberndorf, Sulz). Er war als Kompromisskandidat der Konservativen, des Bundes der Landwirte und der Nationalliberalen nominiert worden und schloss sich nach seiner Wahl im Reichstag der Fraktion der Nationalliberalen lediglich als Hospitant an.[3]

1912 wurde er mit der Grashof-Denkmünze des Vereins Deutscher Ingenieure ausgezeichnet.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Jahrbücher für die deutsche Armee und Marine, Band 19, Bath, 1876, Seite 5
  2. https://www.forgottenweapons.com/mauser-c98-the-system-that-cost-paul-mauser-an-eye/ Der Spiegel, Ausgabe 25, 1975: Buchmarkt: Ruf wie Donnerhall (Memento vom 16. Januar 2017 im Internet Archive) Seiten 118–120
  3. Carl-Wilhelm Reibel: Handbuch der Reichstagswahlen 1890–1918. Bündnisse, Ergebnisse, Kandidaten. (= Handbücher zur Geschichte des Parlamentarismus und der politischen Parteien, Band 15.) Halbband 2, Droste, Düsseldorf 2007, ISBN 978-3-7700-5284-4, S. 1228–1232.