Peter Dabrock

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Peter Dabrock (2016)

Peter Dabrock (* 1964 in Epe) ist ein deutscher evangelischer Theologe und Professor für Systematische Theologie mit dem Schwerpunkt Ethik an der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg. 2012 wurde Dabrock in den Deutschen Ethikrat berufen und 2016 zum Vorsitzenden des Deutschen Ethikrats gewählt.

Lebenslauf[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach dem Studium der Evangelischen und Katholischen Theologie, Philosophie und Soziologie in Würzburg, Bonn und Bochum war Dabrock von 1995 bis 2002 als Wissenschaftlicher Mitarbeiter am Lehrstuhl für Systematische Theologie (Ethik) an der Evangelisch-Theologischen Fakultät der Ruhr-Universität Bochum tätig. Hier promovierte er bei Christofer Frey. Von 2002 bis 2008 war er Juniorprofessor für Sozialethik/Bioethik am Fachbereich Evangelische Theologie der Philipps-Universität Marburg. Während dieser Zeit war er zudem Fellow am Zentrum für Interdisziplinäre Forschung (ZiF) der Universität Bielefeld in der Task Force „Public Health Genetics“ sowie am Zentrum für Sozialpolitik der Universität Bremen. Von 2008 bis 2010 war er Professor für Sozialethik am Fachbereich Evangelische Theologie der Philipps-Universität Marburg.

Seit dem Wintersemester 2010/11 ist Dabrock ordentlicher Professor an der Universität Erlangen-Nürnberg und leitet dort am Fachbereich Theologie den Lehrstuhl für Systematische Theologie II (Ethik). Er befasst sich schwerpunktmäßig mit bio- und medizinethischen sowie gerechtigkeitstheoretischen Fragen.

Er ist verheiratet mit Stefanie Schardien.[1]

Mitgliedschaften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Dabrock ist Vorsitzender des Deutschen Ethikrats und unter anderem Mitglied der DFG-Senatskommission für tierexperimentelle Forschung sowie der EKD Kammer für Öffentliche Verantwortung. Von 2004 bis 2013 war er Vorstandsmitglied der Zentralen Ethikkommission bei der Bundesärztekammer und von 2011 bis 2016 war er Mitglied der „European Group on Ethics in Science and New Technologies“. Darüber hinaus war er unter anderem Mitglied des Wissenschaftlichen Beirates des Österreichischen Genomforschungsprogramms GEN-AU, im Wissenschaftlichen Beirat der Central Research Infrastructure for Molecular Pathology (CRIP) in Potsdam, im panel of experts von PRivacy and Emerging SCIENces and Technologies (PRESCIENT) sowie Associated Partner in „Biobanking and Biomolecular Resources Research Infrastructure (BBMRI)“. Zudem ist Dabrock Mitglied in zahlreichen Fachgesellschaften, unter anderem in der Societas Ethica und der Akademie für Ethik in der Medizin. 2017 wurde er in die Deutsche Akademie der Technikwissenschaften gewählt.

Veröffentlichungen (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Monographien
  • Antwortender Glaube und Vernunft. Zum Ansatz evangelischer Fundamentaltheologie (Forum Ökumene. Studien zur Dogmatik, Ökumene und Ethik, Band 5). Stuttgart, Berlin, Köln 2000 (= Dissertation Bochum).
  • Zusammen mit L. Klinnert und S. Schardien: Menschenwürde und Lebensschutz. Herausforderungen theologischer Bioethik. Gütersloh 2004.
  • Zusammen mit A. Hilbert und W. Rief (Hrsg.): Gewichtige Gene. Adipositas zwischen Prädisposition und Eigenverantwortung. Bern 2008.
  • Zusammen mit W. Nethöfel und S. Keil (Hrsg.): Verantwortungsethik als Theologie des Wirklichen. Göttingen 2009.
  • Zusammen mit M. Bölker, M. Braun und J. Ried (Hrsg.): Was ist Leben im Zeitalter seiner technischen Machbarkeit? Beiträge zu einer Ethik der Synthetischen Biologie. Freiburg 2011.
  • Zusammen mit J. Taupitz und J. Ried (Hrsg.): Trust in Biobanking. Dealing with Ethical, Legal and Social Issues in an Emerging Field of Biotechnology. Berlin und Heidelberg 2012.
  • Befähigungsgerechtigkeit. Ein Grundkonzept konkreter Ethik in fundamentaltheologischer Perspektive. Unter Mitarbeit v. R. Denkhaus. Gütersloh 2012.
  • Zusammen mit Renate Augstein, Cornelia Helfferich, Stefanie Schardien und Uwe Sielert (Hrsg.): Unverschämt - schön. Sexualethik: evangelisch und lebensnah. Gütersloher Verlags-Haus, Gütersloh 2015, ISBN 978-3-579-08222-6.
Aufsätze
  • Patientenverfügung und Demenz. Theologisch-ethische Reflexionen zwischen Menschenbildern und Rechtsgestaltung. In: Kirchenamt der Evangelischen Kirche in Deutschland (Hrsg.): Leben mit Demenz. Beiträge aus medizinisch-pflegericher, theologischer und lebenspraktischer Sicht. (EKD-Texte 98), Hannover 2008, S. 81–98.
  • Playing God? Synthetic biology as a theological and ethical challenge. In: Systems and Synthetic Biology. Band 3, 2009, S. 47–54.
  • Wirklichkeit verantworten. Der responsive Ansatz theologischer Ethik bei Dietrich Bonhoeffer. In: W. Nethöfel, P. Dabrock und S. Keil (Hrsg.): Verantwortungsethik als Theologie des Wirklichen. Göttingen 2009, S. 117–158.
  • Tot oder lebendig.Vertrauen hinsichtlich der Organentnahme gewinnt man nur durch eine offene Debatte über das Hirntodkriterium. In: Zeitzeichen 12 (12/2011), S. 14–15.
  • (zusammen mit R. Denkhaus) Grauzonen zwischen Leben und Tod. Ein Plädoyer für mehr Ehrlichkeit in der Debatte um das Hirntod-Kriterium, 2012.
  • Sozialethische Gesichtspunkte der aktuellen Debatte um die religiös motivierte Beschneidung nichteinwilligungsfähiger Jungen, 2012.
  • Zum Gebrauch der Bibel in der Theologischen Ethik. Erörterungen angesichts der aktuellen Debatte um Homosexualität, 2012.
  • „… nur in wenigen Fragen Eindeutigkeit oder gar Einstimmigkeit“. Zur Genealogie jüngerer bioethischer Stellungnahmen der EKD, 2012.
  • (zusammen mit M. Braun, J. Ried, U. Sonnewald) A primer to ‘bio-objects’. New challenges at the interface of science, technology and society, 2013.
  • „Ja lieber gesel, es heyst, ob es dyr geredt sey“ (WA 16,388). Das Alte Testament als Herausforderung theologischer Ethik, 2013.
  • Brauchen wir eine neue Institutionenethik?, 2014.
  • (zusammen mit J. Ried, M. Braun) Hybridisierungsdynamiken im Verständnis von und im Umgang mit ‚Leben’. Bio-Objekte und ihre Herausforderungen für das Verhältnis von kulturellen Orientierungsmustern und emergierenden Biotechnologien, 2014.
  • Öffentlichkeit und Religion. Aktualisierungen der Gemeinwohl-Tradition in sozialethischer Perspektive, 2014.
  • (zusammen mit R. Anselm) Die Lebensform Familie als „Leitbild“ für Ehe und Partnerschaft, 2014.
  • Geheimnis, Freiheit, Verzeihen. Warum Big Data an die Lehre von der Vorsehung erinnert, 2014.
  • (zusammen mit H. Schickl, M. Braun, J. Ried) Abweg Totipotenz. Rechtsethische und rechtspolitische Herausforderungen im Umgang mit induzierten pluripotenten Stammzellen, 2014
  • Bioethik des Menschen, 2015.
  • Selbstbestimmungsalternativen zwischen ethischer Bewertung und rechtlicher Normierung. Ein Beitrag (nicht nur) zur Sterbehilfe-Diskussion, 2015.
  • (zusammen mit M. Braun, J. Ried) Die Kraft der Normalisierung. Ein evangelisch-theologischer Beitrag zur Regelung der ärztlichen Suizidassistenz, 2015.
  • (zusammen mit M. Braun, J. Ried), Synthetic Biology and Its Envisioned Significance for Modern Medicine, 2015.
  • (zusammen mit M. Braun) I bet you won’t. The Science-Society Wager on Gene Editing Techniques, in: EMBO Reports 2016.
  • Soziale Folgen der Biomarker-basierten und Big-Data-getriebenen Medizin, 2016.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Peter Dabrock – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. http://www.nordbayern.de/region/fuerth/further-promis-verraten-wann-es-richtig-weihnachten-wird-1.7029916