Peter Gauch

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Peter Gauch (* 15. Oktober 1939 in Luzern) ist ein Schweizer Rechtswissenschaftler und Professor an der Universität in Freiburg im Üechtland.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach dem Schulbesuch, unter anderem im Benediktinerkollegium in Engelberg, studierte er in Freiburg im Üechtland die Rechte und schloss mit dem Lizentiat für beiderlei Rechte ab. Es folgten ein Praktikum am Amtsgericht Luzern-Land und die Erwerbung des Luzerner Anwalts- und Notariatspatents. Darauf promovierte[1] und habilitierte[2][3] Peter Gauch bei Peter Jäggi. Im Jahre 1973 wurde er als Ordinarius an die Freiburger Rechtsfakultät berufen. Zuerst war er Professor für Straf-, Prozess- und Zwangsvollstreckungsrecht, dann (ab 1975) Professor für Zivil- und Handelsrecht. Diesen Lehrstuhl, den er von Jäggi übernommen hatte, hielt er bis ins Jahr 2006 und damit während eines Grossteils seiner Karriere. Nachdem Hubert Stöckli an seine Stelle getreten war und bis zu seiner Emeritierung übernahm er einen Lehrstuhl für Allgemeine Rechtsgrundlagen und Privatrecht. Im Sommer 2008 liess er sich in Freiburg emeritieren, behielt aber für das akademische Jahr 2008/2009 einen Lehrauftrag für die Allgemeine Einführung. Seit 2001 ist er auch Ständiger Gastprofessor an der Universität Luzern. 2003 erhielt Peter Gauch die Ehrendoktorwürde der Universität Luzern und 2018 diejenige der Universität Bern.

Wirken[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Peter Gauch lehrte an der Universität Freiburg i.Ue. und an der Universität Luzern, wo er weiterhin als Gastprofessor tätig ist. Ausserdem hatte er je einen vorübergehenden Lehrauftrag an der Law School von Berkeley USA (1987) und an der Law School von Tuscaloosa, Alabama (1989). Zu seinem Tätigkeitsbereich gehörten und gehören des Weiteren zahlreiche Publikationen, Kurse, Konferenzen, Beratungen, Schiedsgerichte und Vermittlungen.

Peter Gauch gab unter anderem den Zürcher Kommentar zum Schweizerischen Privatrecht heraus und verfasste zahlreiche Schriften zum Schweizer und internationalen Zivilrecht, insbesondere auch zum Baurecht. Er war seit 1985 verantwortlich für die Textausgaben des ZGB und des OR im Zürcher Schulthess-Verlag. 1989 erschien zu seinem 50. Geburtstag die Festschrift In Sachen Baurecht[4]; und zu seinem 65. Geburtstag (2004) erschien die Festschrift Gauchs Welt[5].

Mit Rücksicht auf die praktische Bedeutung des Baurechts hat Peter Gauch 1975 an der Universität Freiburg das "Seminar für Baurecht" gegründet. Seither hat sich das Seminar stetig weiterentwickelt, bis es 1997 in das Institut für Schweizerisches und Internationales Baurecht an der Universität Freiburg[6] umgewandelt wurde, dessen Institutsrat er bis 2011 präsidierte. Im Jahre 2009 wurde Peter Gauch zusammen mit dem Architekten Mario Botta und als erster Jurist in der Geschichte des Schweizerischen Ingenieur- und Architektenverein zum Ehrenmitglied des seit 1837 bestehenden SIA ernannt.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. System der Beendigung von Dauerverträgen, Diss. Freiburg 1968, Onlineversion (PDF; 11,4 MB)
  2. Der Zweigbetrieb im schweizerischen Zivilrecht mit Einschluss des Prozess- und Zwangsvollstreckungsrechts, Zürich 1974, Onlineversion, Teil 1 (PDF; 10,4 MB)
  3. Der Zweigbetrieb im schweizerischen Zivilrecht mit Einschluss des Prozess- und Zwangsvollstreckungsrechts, Zürich 1974, Onlineversion, Teil 2 (PDF; 13,8 MB)
  4. Pierre Tercier/Roland Hürlimann (Hrsg.), In Sachen Baurecht: Zum 50. Geburtstag von Peter Gauch, Universitätsverlag, Freiburg (Schweiz) 1989, ISBN 3-7278-0659-1.
  5. Pierre Tercier/Marc Amstutz/Hubert Stöckli/Jörg Schmid/Alfred Koller (Hrsg.), Gauchs Welt – Recht, Vertragsrecht und Baurecht: Festschrift für Peter Gauch zum 65. Geburtstag, Schulthess, Zürich 2004, ISBN 3-7255-4844-7
  6. Institut für Schweizerisches und Internationales Baurecht der Universität Freiburg Schweiz