Peter Gemeinder

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Peter Gemeinder (* 31. Januar 1891 in Dillhausen; † 30. August 1931 in Mainz) war ein Gauleiter der NSDAP und Mitglied des Reichstages.

Gemeinder nahm am Ersten Weltkrieg teil und wurde mehrfach verwundet. Dafür wurde er u. a. mit dem Eisernen Kreuz Zweiter Klasse ausgezeichnet. Nach der Heirat mit seiner Frau Marie/Maria, geb. Pracht, am 1. Januar 1918 kehrte Gemeinder 1919 nach Frankfurt zurück, wo er als Arbeiter und Hilfsarbeiter beim Finanzamt Ost arbeitete.

Durch Mitgliedschaft im Kampfbund zur Brechung der Zinsknechtschaft wurde Gemeinder zusammen mit Jakob Sprenger zu einem der Gründungsmitglieder der Frankfurter NSDAP. Sprenger übergab ihm später den Posten des Ortsgruppenleiters. 1929 zog Gemeinder in den Wiesbadener Kommunallandtag ein. Auch in der Frankfurter Stadtverordnetenversammlung war Gemeinder sehr aktiv, wobei er das Amt des Stadtverordneten spätestens 1930 zugunsten seines Reichstagsmandates abgab. Seine einzige Rede vor dem Parlament befasste sich mit wirtschaftspolitischen Fragen und paraphrasierte im Grunde bloß Gottfried Feders ökonomische Ansichten, die Gemeinder bereits aus dem „Kampfbund“ kannte.

Am 9. Januar 1931 wurde Gemeinder zum Gauleiter des Gaues Hessen-Darmstadt ernannt. Am 30. August des gleichen Jahres erlag er nach einer Kundgebung der NSDAP in Mainz einem Herzschlag. Da dem überzeugten Nationalsozialisten wegen seiner politischen Anschauung und Tätigkeit vom Mainzer Generalvikar Philipp Jakob Mayer das kirchliche Begräbnis versagt worden war, propagierten seine Parteikollegen Gemeinder zum Märtyrer und benutzten ihn, um den Druck auf die Kirche und kirchlichen Vertreter zu erhöhen. Viele Bischöfe waren nämlich der „Mainzer Richtung“ gefolgt und schlossen Nationalsozialisten von Sakramenten und Sakramentalen aus, was stets Stimmen und Anhänger kosten konnte.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Kevin Rick: Peter Gemeinder - NS-Gauleiter und vergessener Märtyrer? In: Hessisches Jahrbuch für Landesgeschichte, Bd. 61, Marburg 2011, S. 113–135.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]