Peter Harbison (Archäologe)

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche

Peter Harbison (* 14. Januar 1939 in Dublin) ist ein irischer Archäologe und Kunsthistoriker. Er ist insbesondere bekannt durch seinen Führer zu den Denkmälern Irlands, der seit 1970 bis heute als unverzichtbarer Begleiter für Touristen in Irland gilt.[1] Er ist Mitglied der Royal Irish Academy, Ehrenmitglied der Royal Hibernian Academy of Art und Honorary Fellow des Trinity College in Dublin.

Harbison wurde am 29. Juli 1964 an der Universität Marburg im Fach Vor- und Frühgeschichte mit der Dissertation „The copper and bronze finds of the chalcolithic and early bronze age in Irland“ promoviert. 1965/66 erhielt er das Reisestipendium des Deutschen Archäologischen Instituts. Von 1966 bis 1984 war er Archäologe am Irish Tourist Board und wurde dann Herausgeber des Magazins Ireland of the Welcomes. Von 1986 bis 1990 übernahm er den Vorsitz der irischen Denkmalskommission,[2] die ein wichtiges Bindeglied zwischen Politik und Wissenschaft mitsamt den Fachverbänden ist.[3] Hierzu gehört auch die Royal Irish Academy, deren Mitglied er ist und deren stellvertretender Vorsitzender er von 1992 bis 1993 war.[4]

Sein wissenschaftliches Hauptwerk ist die dreibändige Publikation The High Crosses of Ireland von 1992.[1] Weit bekannt wurde Harbison jedoch neben seinem Denkmalführer durch zahlreiche an die breite Öffentlichkeit gerichtete Publikationen, die eine Einführung in die frühe Geschichte Irlands und seine Kunstdenkmäler geben. 1978 veröffentlichte er zusammen mit Homan Potterton, dem Direktor der irischen Nationalgalerie, und Jeanne Sheehy seinen ersten Kunstband Irish Art and Architecture bei Thames & Hudson, bei dem er die Kunstepochen bis 1600 übernahm. Sein 1988 erschienenes Buch Pre-Christian Ireland über die vorchristliche Geschichte Irlands gewann im gleichen Jahr den British Archaeological Book Award.[1] Zu den weiteren wichtigen Kunstbänden gehören The Golden Age of Irish Art über mittelalterliche Kunst in der Zeit von 600–1200[5] und Ireland's Treasures.

Veröffentlichungen (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • The Daggers and the Halberds of the Early Bronze Age in Ireland, Prähistorische Bronzefunde Abt. 6, 1, C. H. Beck, München 1969
  • The Axes of the Early Bronze Age in Ireland Prähistorische Bronzefunde, Prähistorische Bronzefunde Abt. 9, 1, C. H. Beck, München 1969
  • Guide to National and Historic Monuments of Ireland. Gill and Macmillan, Dublin, seit 1970 in vielen Auflagen, ISBN 0-7171-1956-4.
  • zusammen mit Homan Potterton und Jeanne Sheehy: Irish Art and Architecture: From Prehistory to the Present. Thames & Hudson, London 1978.
    • deutsche Übersetzung: Das alte Irland. Von der Frühgeschichte bis ins späte Mittelalter. Bechtermünz-Verlag, Augsburg 1997, ISBN 3-86047-173-2.
  • Pre-Christian Ireland. From the First Settlers to the Early Celts. Thames & Hudson, London 1988, ISBN 0-500-02110-4.
  • The High Crosses of Ireland, 1992.
  • Pilgrimage in Ireland: The Monuments and the People. Syracuse University Press, 1995, ISBN 0-815-60312-6
  • Ireland's Treasures: 5000 Years of Artistic Expression (2004), ISBN 0-88363-830-4
  • A Thousand Years of Church Heritage in East Galway. Ashfield Press, Dublin 2005, ISBN 1-901658-58-9.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Anmerkungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b c Siehe den Klappentext zu dem kleinen Band Irish High Crosses, ISBN 095-1782-371. Die Einschätzung findet sich beispielsweise in den Ausgaben vom 22. Mai 1977 und vom 8. Juli 2001 der New York Times.
  2. Siehe Rückseite des Guide to National and Historic Monuments of Ireland, ISBN 0-7171-1956-4. Die dem Finanzministerium unterstehende Kommission nannte sich zu seiner Amtszeit National Monuments Advisory Council und seit 1996 Heritage Council.
  3. National Monuments Act. Abgerufen am 23. November 2011.
  4. Rückseite des Buchs Pre-Christian Ireland: From the First Settlers to the Early Celts, ISBN 0-500-27809-1.
  5. Book Review in der New York Times vom 5. Dezember 1999