Peter Harlan

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche

Peter Harlan (* 1898 in Berlin; † 1966) war ein deutscher Multiinstrumentalist und Musikinstrumentenbauer. In den 1920er Jahren war er Mitarbeiter der Münchner Zeitschrift Der Gitarrenfreund.

Leben[Bearbeiten]

Peter Harlan stammt aus der Künstlerfamilie Harlan. Er ist Sohn des Schriftstellers Walter Harlan und Bruder des Filmregisseurs Veit Harlan (Jud Süß).

Nach dem Abitur, einer Lehre als Saiteninstrumentenmacher bei Ernst Wilhelm Kunze [1] und der Gründung einer eigenen Werkstatt für den Bau mittelalterlicher Instrumente in Markneukirchen im vogtländischen Musikwinkel lernte Peter Harlan in den 1920er Jahren bei Wilibald Gurlitt in Freiburg im Breisgau die ersten Blockflöten kennen. Er gab später an, 1921 die erste Blockflöte gebaut zu haben. 1925 besuchte er mit dem deutschen Musikforscher Max Seiffert den führenden Experten für alte Kammermusik Arnold Dolmetsch in England. 1926 ließ er durch andere Blasinstrumentenbauer eine Blockflöte bauen. Das Resultat dieser Versuche war die noch heute geläufige deutschgriffige Blockflöte.

Gemeinsam mit der Musikwissenschaftlerin Cornelia Schröder-Auerbach und dem Bratschisten und Komponisten Hanning Schröder gründete er 1930 das Harlan-Trio, das Pionierarbeit auf dem Gebiet der historischen Aufführungspraxis mit Musik vom Mittelalter bis zum Barock leistete.

Im Zweiten Weltkrieg wurde er Luftwaffenoffizier und erhielt im Dezember 1944 das Kommando über die lippische Burg Sternberg. In den letzten Kriegstagen 1945 verweigerte er den Befehl zur Zerstörung der Burg mittels einiger Fässer Benzin und wartete den Einmarsch der alliierten Truppen im sicheren Lemgo ab, so dass die Burg kampflos in deren Hände fiel.

Nach dem Krieg pachtete Peter Harlan die Burg Sternberg, nahm dort den Instrumentenbau wieder auf und baute die Burg zur Musikbegegnungsstätte aus.

Nach dem Tode Peter Harlans führten die Söhne Till und Klaus Harlan die Arbeit des Vaters auf Burg Sternberg fort.

Schriften[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. www.archiv-der-jugendmusikbewegung.de, abgerufen am 5. Mai 2013