Peter Hoppe

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Peter Hoppe

Peter Hoppe (* 27. November 1938 in Chemnitz-Hilbersdorf; † 3. März 2010 in Berlin) war ein deutscher Maler und Grafiker.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach einer Lehre als Baumaler besuchte Peter Hoppe von 1957 bis 1959 die Fachschule für angewandte Kunst Berlin/Potsdam und anschließend von 1960 bis 1965 die Hochschule für bildende und angewandte Kunst Berlin -Weissensee. Dort waren seine Lehrer unter anderem Ernst Rudolf Vogenauer, Walter Womacka und Arno Mohr. Es folgte eine einjährige Aspirantur, danach freiberufliche Arbeit als Maler in Berlin. Ab 1970 war er Mitglied im Verband Bildender Künstler der DDR. Sein künstlerisches Schaffen umfasst Wand- und Tafelbild, Zeichnung, Grafik und in loser Folge Bühnenbild und Kostüm für Schauspiel und Ballettinszenierungen. Peter Hoppe lebte und arbeitete in Berlin und im Sommeratelier im Hohen Barnim.

Studienreisen führten ihn nach Bulgarien, Frankreich, Italien, Kuba und Vietnam.

Zeitlich und künstlerisch gehörte Peter Hoppe zur dritten Künstlergeneration der DDR, die insbesondere unter den Bedingungen von "Weite und Vielfalt" und dem Aufbruch künstlerischer Tabus in den 1970er Jahren neue Ausdrucks- und Gestaltungsmöglichkeiten suchte und fand.

Zu Beginn der 1970er Jahre setzte sich Hoppe von der damals vordergründig gängigen Berliner Malerei (Berliner Schule etc.) ab. Stillleben, speziell die Gelben Bilder, legten die Basis für seine weitere Präsenz. Helle Fonds und teils expressiver Malgestus wurden bezeichnend in Porträt, figurativen Kompositionen und nonfiguralen Arbeiten. In einzelnen Werkphasen wechseln die Malschriften und das bevorzugte Kolorit von vollfarbiger Palette bis zur Grisaillemalerei. Dabei sah sich Hoppe nicht apodiktisch einem fixierten Personalstil verpflichtet, blieb dabei aber immer erkennbar. Zeitbezogene Themen wurden meist metaphorisch behandelt. Klassisch Mythologisches ist oft Gegenstand von Werkgruppen. Leinwände, Gouachen und Zeichnungen entstanden zunehmend in umfangreichen Serien. Bildhaftes und Informelles existieren nebeneinander. Abbildhafte Realistik, wie auch das erzählende Element, verlieren sich hin zu zeichenhaft konzentrierter Darstellung. Hoppes Ambivalenz verhindert ein Festhalten an inhaltlich und formal abgeschlossenen Positionen bei den zeitlichen nach- und ineinander wachsenden Werkgruppen. Die formale Prägung wird spartanischer und direkter in unbestimmte Bildräume auf monochromen Fonds platziert.

In den Jahren 2008/09 arbeitete Hoppe an seiner Tafelbildgruppe KATHARSIS und den LAPIDAR-Zeichnungen auf Papier, an ungegenständlichen Leinwänden als 2er und 3er - Kombinationen mit minimalen geometrischen Elementen gegen freischwingende gestisch voluminöse lineare Kohlezeichnungen: den geometies und canvas drawings.

Zitat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

"Sein Werk ist ein Beispiel für den Verjüngungsprozess der Berliner Malerei, für ihren ununterbrochenen Fluss. Seine Kunst erinnert entfernt an den expressiven Aktivismus, wie ihn einst Paris und Zickelbein besaßen. Hoppes Malerei, dünn auf die Leinwand gesetzt, hat einen dynamischen Gestus und den Hang zur großen Komposition." (Lothar Lang: Künstler in Berlin, Verlag Welt der Kunst, 1979)

Werke (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

"Einkaufsstilleben" (1970)
"Autoritratto Quatro" (1986)

Baugebundene Kunst

Gemälde und Zeichnungen

  • 1970 Einkaufsstilleben / Memento (Öl/Tempera)
  • 1975 Porträt Sandberg (Öl/Tempera), 3 Fassungen
  • 1983 Konfrontation (Öl/Tempera)
  • 1984/92 Suite zum PARIS URTEIL, ca. 140 Zeichnungen, Lithografien, Radierungen
  • 1992 SNW – Schöne Neue Welt - eine Folge (53 Blatt) Zeichnungen
  • 1992 Maler und Modell eine Folge (23 Blatt) Radierungen u. Aquatinten
  • 1996 Grisaillen (Öl/Tempera) / Grisaillen - Gouachen
  • 1996/97 Dionysos/Bacchus ca. 90 Blatt Pinselzeichnungen (Tusche/Tempera)
  • 1998 Gruppe Hummer-Figur (Öl/Tempera) Leinwände und Zeichnungen
  • 2001 nature morte femminili (43 Gouachen)
  • 2001/09 Suite Apoll und Daphne (32 Gouachen und Zeichnungen)
  • 2003 FIGURA - woman pictures (Öl/Tempera) Leinwände und Zeichnungen
  • 2005 Gruppe Verlorene + Stürzen (Öl/Tempera/Kohle)
  • 2008/09 Gruppe KATHARSIS (Leinwände) Geometries + canvas drawings (Tempera/Kohle),/ LAPIDAR-Zeichnungen

Seine Werke befinden sich unter anderem im Besitz der Berlinischen Galerie, dem Kunstarchiv Beeskow, der Kunstsammlung Berliner Volksbank, der Humboldt-Universität zu Berlin, der Galerie Junge Kunst Frankfurt (Oder), dem Sprengel Museum Hannover, dem Winckelmann-Museum Stendal, der Sammlung Moritzburg (Halle), der Sammlung der Universität Leipzig, der Sammlung Seitz Reutlingen, der Städtischen Kunstsammlung Neubrandenburg und zahlreicher privater Sammler.

Ausstellungen (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Personalausstellungen und Beteiligungen unter anderem: Berlin, Chemnitz, Erfurt, Frankfurt/Oder, Gotha, Halle, Hannover, Leipzig, Landau, München, Neubrandenburg, Neustrelitz, Potsdam, Rostock, Schwerin, Würzburg, Weimar. - Bukarest, Barcelona, Cagne sur mer,- Damaskus, Kairo, Moskau, Paris, Prag, Rijeka, Sofia und Venedig.

Seit der VII. Kunstausstellung 1973 waren Arbeiten von Peter Hoppe durchgängig bei der Kunstausstellung der DDR in Dresden zu sehen.

Auszeichnungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Katalog Berliner Atelier 1978. Fünfzehn Maler und Grafiker stellen aus. Ausstellungszentrum am Fernsehturm 26. Juli bis 20. August 1978
  • Katalog Peter Hoppe Malerei von Gisold Lammel, Ausstellung in der Galerie im Turm, Berlin 1984
  • Katalog Peter Hoppe Malerei, Grafik, Handzeichnungen von Dr. Heinz Schmidt, Galerie Unter den Linden, Berlin 1985
  • Katalog Das faunische Leben von Dr. Peter Arlt, Galerie im Cranachhaus, Weimar 1993
  • Expo Atelier 08 - Laudatio Dr. Peter Arlt : Kontinuität in der Ambivalenz, gekürzt in: ICARUS, Heft 1/2009

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Peter Hoppe – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien