Peter J. Brenner

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Peter Josef Brenner (* 8. Dezember 1953 in Kirchen, Rheinland-Pfalz)[1] ist ein deutscher Philosoph, Germanist, Erziehungswissenschaftler und Hochschullehrer.[2][3][4]

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Brenner studierte an der Rheinischen Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn Philosophie, Germanistik, Erziehungswissenschaft und Komparatistik.[3] Er promovierte 1979 ebenda mit einer Arbeit zum Thema Die Krise der Selbstbehauptung: Subjekt u. Wirklichkeit im Roman d. Aufklärung.[5] Nach seiner Promotion arbeitete Brenner als wissenschaftlicher Assistent an der Universität.

1989 habilitierte er sich an der Universität Regensburg mit einer Arbeit zum Thema Reisen in die Neue Welt: die Erfahrung Nordamerikas in deutschen Reise- und Auswandererberichten des 19. Jahrhunderts.[6] Nach seiner Habilitation wurde er Dozent an der Universität Regensburg. Er erhielt ein Heisenberg-Stipendium an der Universität Bayreuth.

1991 ging er an die Universität zu Köln. Dort hatte er bis 2009 eine Professur an der Philosophischen Fakultät inne.

Ab 2009 war er an der Technischen Universität München (TUM) tätig. Er war Gründungsgeschäftsführer der TUM School of Education. Später wurde er dort Akademischer Direktor an der Carl von Linde-Akademie der TUM.

Brenner hatte Gastprofessuren an der University of North Carolina at Chapel Hill und an der Universität Innsbruck. Er war von 2015 bis 2018 Direktor des Archivs der TUM.[3] 2016 wurde er in die Klasse I der Europäischen Akademie der Wissenschaften und Künste aufgenommen.[7] Seit 2017 ist er Mitglied des Akademischen Rates der Humboldt-Gesellschaft.[8][3]

Brenner schreibt Artikel für Tumult. Vierteljahresschrift für Konsensstörung. Er gehört zum Mitarbeiterstamm dieser Zeitschrift.[9]

Institut für Medienevaluation, Schulentwicklung und Wissenschaftsberatung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1999 gründete Brenner das Institut für Medienevaluation, Schulentwicklung und Wissenschaftsberatung (IMSW). Das Institut verfolgt das Ziel, das deutsche Bildungssystem an neue Herausforderungen wie Klimawandel, Migrationsbewegungen und digitale Medienlandschaft anzupassen.[10][11]

Offener Brief an die FAZ[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Brenner veröffentlichte im Oktober 2020 in der Zeitschrift Tumult einen offenen Brief, in dem er erläutert, warum er sein Abonnement bei der Frankfurter Allgemeinen Zeitung (FAZ) gekündigt hat. In diesem Brief setzte er sich kritisch mit dem Anspruch der FAZ und ihrer tatsächlichen Tätigkeit auseinander. Ausgehend vom Werbeslogan der FAZ: „Wer sich intelligent informieren möchte, liest die FAZ: gründlich recherchierte Fakten, präzise Analysen, klug geschriebene Kommentare. Eine Zeitung, gemacht von erstklassigen Journalisten für Leser mit höchsten Ansprüchen.“ verglich Brenner Punkt für Punkt an ausgewählten Beispielen diesen Anspruch mit der Zeitungswirklichkeit. Z. B. konstatierte Brenner zum Punkt „Gründlich recherchierte Fakten“, dass in der Ausgabe vom 5. Februar 2020 in der FAZ behauptet wurde, dass „gut die Hälfte“ der Flüchtlinge von 2015 bis 2020 einer Erwerbstätigkeit nachgingen. Nach Daten des Statistischen Bundesamtes hätten aber nur 20 % der Flüchtlinge eine sozialversicherungspflichtige Tätigkeit, während 80 % staatliche Transferleistungen empfingen.[12]

Offener Brief an die wbg[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In einem weiteren offenen Brief in der Zeitschrift Tumult im April 2019 erläuterte Brenner, warum er nach fast 50-jähriger Mitgliedschaft aus der Wissenschaftlichen Buchgesellschaft (wbg) ausgetreten ist. Als Grund führte er an, dass die wbg mehr und mehr „um Beifall beim Zeitgeist buhlt“ indem sie z. B. Thilo Sarrazins Bücher von ihrem Vertrieb ausschloss.[13][14]

Werke (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Brenner, Peter J. In: Kürschners Deutscher Gelehrten-Kalender Online. degruyter.com, abgerufen am 13. November 2020 (Begründet von Joseph Kürschner, ständig aktualisierte zugangsbeschränkte Onlineausgabe).
  2. Brenner, Peter J. bei d-nb.info. Abgerufen am 5. November 2020.
  3. a b c d Prof. Dr. Peter J. Brenner bei imsw.de. Abgerufen am 5. November 2020.
  4. Peter J. Brenner, Prof. Dr. bei germanistenverzeichnis.phil.uni-erlangen.de. Abgerufen am 5. November 2020.
  5. Die Krise der Selbstbehauptung: Subjekt u. Wirklichkeit im Roman d. Aufklärung bei d-nb.info. Abgerufen am 5. November 2020.
  6. Reisen in die Neue Welt: die Erfahrung Nordamerikas in deutschen Reise- und Auswandererberichten des 19. Jahrhunderts bei d-nb.info. Abgerufen am 5. November 2020.
  7. Browse Members, Brenner bei members.euro-acad.eu. Abgerufen am 5. November 2020.
  8. Aktive Mitglieder des Akademischen Rates der Humboldt-Gesellschaft bei humboldt-gesellschaft.org. Abgerufen am 5. November 2020.
  9. MITARBEITERSTAMM bei tumult-magazine.net. Abgerufen am 5. November 2020.
  10. IMSW bei imsw.de. Abgerufen am 5. November 2020.
  11. IMSW-Institut bei imsw.de. Abgerufen am 5. November 2020.
  12. Peter J. Brenner: OFFENER BRIEF ZUR ABONNEMENT-KÜNDIGUNG DER FRANKFURTER ALLGEMEINEN ZEITUNG bei tumult-magazine.net. Abgerufen am 5. November 2020.
  13. Streit im Buchklub: Wo hört die Wissenschaft auf, und wo fängt der Zeitgeist an? bei nzz.ch. Abgerufen am 5. November 2020.
  14. Peter J. Brenner: AUSTRITT AUS DER WISSENSCHAFTLICHEN BUCHGESELLSCHAFT bei tumult-magazine.net. Abgerufen am 5. November 2020.