Peter Kölln

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Koordinaten: 53° 45′ 4″ N, 9° 39′ 17″ O

Peter Kölln GmbH & Co. KGaA
Logo
Rechtsform GmbH & Co. KGaA
Gründung 1820
Sitz Elmshorn, Deutschland
Leitung Christian von Boetticher:
Geschäftsführer der persönlich haftenden Kölln Industrie- und Handelsgesellschaft mbH
Mitarbeiterzahl 328 (2015, exkl. 36 Auszubildende)[1]
Umsatz 126,2 Mio. Euro[1]
Branche Lebensmittelindustrie
Website www.koelln.com
Stand: 31. Dezember 2015

Werksgelände, älterer Teil, am trocken gefallenen Elmshorner Hafen
Kölln-Werksgelände, jüngerer Teil

Die Peter Kölln GmbH & Co. KGaA stellt seit 1820 Nahrungsmittel her, bekannt ist sie vor allem durch Haferflocken. Nach sechs Generationen der Familie Kölln wird das Unternehmen derzeit von Christian von Boetticher geführt, um es zu einem späteren Zeitpunkt an die 7. Generation der Familie zu übergeben.[2] Unternehmenssitz ist Elmshorn im südwestlichen Schleswig-Holstein im Großraum Hamburg.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Anfänge des Unternehmens liegen am Ende des 18. Jahrhunderts. Hans Hinrich Kölln (1770–1812) erwarb 1795 eine kleine, pferdegetriebene Grützmühle. So versorgte er die von Elmshorn nach Grönland auslaufenden Seefahrer mit Schiffszwieback. Im Zuge der Kriege nach der Französischen Revolution und der 1806 von Napoleon I. verhängten Kontinentalsperre geriet auch das Unternehmen in eine Krise. Das Geschäft wurde nach dem Tod von Hans Hinrich Kölln durch dessen Frau weitergeführt.

Ihr Sohn Peter Kölln (1796–1858) übernahm die Mühle und gründete im Jahr 1820 das heutige Industrie-Unternehmen. Der Sohn des Gründers ersetzte das alte Göpelwerk durch eine Dampfmaschine.[3] Neben dem Getreidegroßhandel, der bis zu Beginn des Ersten Weltkrieges der wirtschaftliche Schwerpunkt des Unternehmens war, entwickelten sich die Köllnflocken-Werke in den folgenden Jahren zu einem der bedeutendsten Haferverarbeiter Europas. In den 1870er Jahren entstand eine neue Mühle und in den folgenden Jahrzehnten wurden die Produktionskapazitäten erweitert und technisch verbessert. Mit den 1937 als Warenzeichen eingetragenen „Blütenzarten Köllnflocken“ in der blau-blauen Packung schuf Peter Kölln eine bekannte deutsche Marke.[4] Daneben wurden Müslis und traditionelle Frühstücksflocken, aber auch Haferspezialitäten wie Schmelzflocken, Haferkleie Flocken und Instant Flocken entwickelt.

Im Jahr 2004 erwarb das Unternehmen Pomps Kindergrieß und Edelweiss Milchzucker sowie die Marken „Livio“, „Biskin“, „Palmin“ und „Becht’s Speiseöl“ von der Union Deutsche Lebensmittelwerke GmbH (Unilever). Mitte 2009 wurde die Livio-Markenlizenz für Ketchup, Mayonnaise und Dressings an das Feinkostunternehmen Homann, das zur Beteiligungsgesellschaft IFR Capital von Heiner Kamps gehört, veräußert.[5]

Das Grab von Peter Albert Kölln auf dem Friedhof an der Friedensallee in Elmshorn.

Im Juni 2014 wurde in der Hamburger Steinstraße ein Flagshipstore unter dem Namen „Kölln Haferland“ eröffnet,[6][7] seit Anfang Juli 2017 gibt es mit dem „Kleinen Haferland“ ein zweites Ladengeschäft in Westerland auf Sylt.[8] Im Februar 2015 konnte Kölln von Unilever mit dem renommierten Label „Mazola“ eine weitere Speiseölmarke erwerben und ist dadurch nicht nur deutscher Marktführer bei den Cerealien, sondern auch bei den Speiseölen und -fetten.[9]

Privates[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Familiengrabstätte der Familie Kölln (Hans und Peter Kölln) befindet sich auf dem Friedhof an der Friedensallee in Elmshorn.

Schifffahrt[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Über viele Jahre wurde Hafer über die Krückau und den mittlerweile völlig verschlickten Elmshorner Hafen angeliefert. Vier Motorschiffe, die Kornblume, Korngarbe, Kornähre und die Klostersande fuhren in den Hausfarben von Peter Kölln. Die letzte Abfahrt der Klostersande war am 21. November 2000.[10] Die Klostersande liegt heute als Museumsschiff in Elmshorn.

Haferflockenbilder[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Über mehrere Jahrzehnte wurden den Packungen für Haferflocken Sammelbilder beigefügt. Vorbild für dieses Werbemittel waren die Liebigbilder. Das Unternehmen unterhielt dazu eine eigene Tauschzentrale. Entsprechende Sammelalben zum Einkleben der Bilder wurden hierfür herausgegeben.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Peter Kölln KGaA, Unternehmensportrait.
  • Ernsthermann Kölln: Peter Kölln. Geschichte eines Familienunternehmens in Bildern namhafter Künstler. Wachholtz Verlag, Neumünster 2013 ISBN 978-3-529-02867-0

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Peter Kölln – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Jahresabschluss zum Geschäftsjahr 2015
  2. http://www.abendblatt.de/hamburg/article205761583/Ex-CDU-Landeschef-von-Boetticher-wird-Koelln-Geschaeftsfuehrer.html
  3. Patent DE649985: Verfahren zur Herstellung von gebackenen Getreideflocken.
  4. Markenmuseum: www.markenmuseum.de - Kölln, Zugriff am 8. März 2013
  5. cafe-future.net: www.cafe-future.net- Homann Feinkost: Lizenzrechte der Marke Livio erworben, 2. November 2009, Zugriff am 19. November 2011
  6. www.koelln-haferland.de
  7. Kölln eröffnet Flagshipstore Haferland in der Hamburger City, Hamburger Abendblatt, 12. Mai 2014, Zugriff am 13. September 2014
  8. "Neueröffnung „Galerie am Meer“ und Eröffnung des „Kleinen Haferlandes“, Zugriff am 26. Juli 2017
  9. https://www.koelln.com/news/archiv.html
  10. Ade, Elmshorner Schifffahrt