Peter Lösche

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Peter Lösche (2010)

Peter Lösche (* 13. Februar 1939 in Berlin; † 9. März 2016 in Kassel[1]) war ein deutscher Politikwissenschaftler und Professor für Politikwissenschaft. Er lehrte bis zur Emeritierung 2007 an der Universität Göttingen.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Peter Lösche wurde 1939 als Sohn des Schriftsetzers und SPD-Politikers Bruno Lösche (1898–1963; 1946–1963 Bezirksstadtrat für Volksbildung in Berlin-Tiergarten) und der SPD-Politikerin Dora Lösche, geborene Ludwig (1906–1985) in Berlin geboren. Er studierte „Geschichte, Politikwissenschaft, Geografie und Philosophie an der FU Berlin, Universität Göttingen und in den Vereinigten Staaten“,[2] bevor er 1966 an der FU Berlin zu einem historischen Thema promovierte. Zwischen 1969 und 1971 war Lösche Kennedy Memorial Fellow an der Harvard University, 1971–1972 übernahm er eine Lehrstuhlvertretung an der Universität Hamburg.[2]

Peter Lösche (2010)

Die Habilitation für Neuere Geschichte und Politikwissenschaft folgte 1973 ebenfalls in Berlin, wo er bereits seit 1971 eine Dozentur am Otto-Suhr-Institut bekleidet hatte. Noch im Jahr seiner Habilitation wurde Lösche auf eine ordentliche Professur am Seminar für Politikwissenschaft der Universität Göttingen berufen, wo er bis zu seiner Emeritierung blieb. Er wurde mehrfach zum Dekan der Sozialwissenschaftlichen Fakultät gewählt. In Göttingen war er seit 1991 auch am Zentrum für Europa- und Nordamerikastudien tätig, seit 2001 außerdem Mitglied der Arbeitsgruppe Parteienforschung.

Lösche war als Gastprofessor an der Stanford University, an der University of California in Santa Barbara und an der Johns Hopkins University in Bologna tätig, außerdem zu längeren Forschungsaufenthalten in den Vereinigten Staaten und Neuseeland.

Lösche wurde vor allem durch seine Arbeiten zur Parteienforschung bekannt, einem breiteren Publikum aber auch durch zahlreiche Fernsehauftritte als Parteienexperte an Wahlabenden. Weitere Arbeitsschwerpunkte waren die politischen Entwicklungen in den Vereinigten Staaten sowie das Thema Anarchismus.

Von 1975 bis 1976 war Lösche stellvertretender Vorsitzender der Deutschen Vereinigung für Politische Wissenschaft (DVPW). Von 1972 bis 1999 war er Mitglied der Historischen Kommission zu Berlin.

Peter Lösche war seit 1957 Mitglied der SPD. Er war unter anderem Vorsitzender der Neuköllner Jusos.

Veröffentlichungen (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Monographien

  • Der Bolschewismus im Urteil deutscher Sozialdemokratie 1903–1920. 1967
  • Anarchismus. Wissenschaftliche Buchgesellschaft, Darmstadt 1977
  • Politik in USA. 1977
  • (mit Franz Walter): Die SPD : Klassenpartei - Volkspartei - Quotenpartei ; zur Entwicklung der Sozialdemokratie von Weimar bis zur deutschen Vereinigung, Wissenschaftliche Buchgesellschaft, Darmstadt 1992, ISBN 3-534-10994-5.
  • Kleine Geschichte der deutschen Parteien. 1993
  • (mit Franz Walter): Die FDP : Richtungsstreit und Zukunftszweifel, Wissenschaftliche Buchgesellschaft, Darmstadt 1996, ISBN 3-534-80195-4.
  • Die Vereinigten Staaten: Innenansichten. 1997
  • Verbände und Lobbyismus in Deutschland. Kohlhammer, Stuttgart 2007, ISBN 978-3-17-018187-8.

Als Herausgeber

Aufsätze

  • Parteienverdrossenheit ohne Ende? Polemik gegen das Lamentieren deutscher Politiker, Journalisten, Politikwissenschaftler und Staatsrechtler. In: ZParl 26, 1995, S. 149–159.
  • Parteienstaat Bonn – Parteienstaat Weimar? Über die Rolle von Parteien in der parlamentarischen Demokratie. In: Eberhard Kolb, Walter Mühlhausen (Hrsg.): Demokratie in der Krise: Parteien im Verfassungssystem der Weimarer Republik. Oldenbourg, München 1997, S. 141–164
  • Verbände, Gewerkschaften und das System der Arbeitsbeziehungen. in dsb., Hg.: Länderbericht USA. Ausgabe 2005[3]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Peter Lösche – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Peter Lösche ist tot - Göttinger Politologe starb mit 77 Jahren
  2. a b Prof. Dr. Peter Lösche (Memento vom 17. Januar 2010 im Internet Archive). Website auf uni-goettingen.de, abgerufen am 13. Oktober 2009.
  3. siehe oben "Als Herausgeber"