Peter Makolies

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Peter Makolies (2003)

Peter Makolies (* 21. November 1936 in Königsberg (Preußen)) ist ein deutscher Bildhauer.

Leben und Ausbildung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Böttgerstele

Makolies ist in Königsberg geboren und in Wölfis in Thüringen aufgewachsen. Von 1951 bis 1953 nahm er ersten Unterricht im Aktzeichnen bei Carl Michel. Im Jahr 1953 begann er eine Steinmetz- und Steinbildhauerlehre in der Dresdner Zwingerbauhütte, die er 1956 abschloss. Bereits 1955 hatte er parallel dazu Zeichenkurse bei Jürgen Böttcher, genannt Strawalde, an der Volkshochschule in Dresden besucht. Seine Mitschüler und Freunde waren Winfried Dierske, Peter Graf, Peter Herrmann und A. R. Penck. Zusammen bildeten sie die Künstlergruppe Erste Phalanx Nedserd. Makolies, Graf und Herrmann wurden 1961 in Jürgen Böttchers später verbotenem Kurzdokumentarfilm Drei von vielen porträtiert.

Seit 1958 entstanden eigene Arbeiten als Bildhauer, im Jahr 1964 legte er die Meisterprüfung als Steinbildhauer ab. Seit 1966 ist Makolies freiberuflich als Bildhauer tätig. Mit seiner bildhauerischen Arbeit ist Makolies auch in der Denkmalpflege tätig. Reisen nach Italien (1984) und China (1985) hatten Einfluss auf sein Schaffen.

Werke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Dresden[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Relief in der Dresdner Neustadt
Die große Liegende

In der Denkmalpflege bearbeitete Makolies unter anderem 1993/1994 die Hoffassade des Dresdner Kulturrathauses in der Königstraße. Zu seinen Werken gehören hier die vier 2,25 Meter hohen Sandsteinfiguren.

Am Eingang des Fußgängertunnels in der Inneren Neustadt ist ein von Makolies geschaffenes Relief zur Dresdner Geschichte angebracht. Es wurde 1978/1979 angefertigt und zeigt den Neustädter Markt und die Hauptstraße vor 1945. Daneben sind thematisch zugehörige Reliefs von Egmar Ponndorf, Dietrich Nitzsche und Vinzenz Wanitschke zu sehen.

Für die Außenfassade des Funktionsbaus der Semperoper, der als Probebühne, Funktionsgebäude und Sitz der Verwaltung genutzt wird, schuf Makolies vier Sandsteinmasken. Diese entstanden von 1982 bis 1984 und haben eine Größe von 2,7 mal 5,2 Meter.

An der Ostseite der Sachsenallee am Sachsenplatz befindet sich auf der Grünfläche eine von ihm geschaffene überlebensgroße Sandsteinplastik – „Die große Liegende“.

Das wohl bekannteste Werk Makolies’ in Dresden ist die 1982 geschaffene Böttgerstele auf der Brühlschen Terrasse. Dabei handelt es sich um eine 190 Zentimeter hohe Sandsteinstele mit einem Medaillon aus Meißner Porzellan, das Johann Friedrich Böttger, einen der europäischen Erfinder des Porzellans, zeigt. Die Stele erinnert an Böttger, der in der darunter liegenden Festung gefangen gehalten wurde, um Gold herzustellen.

Für die Loschwitzer Kirche schuf Makolies im Zuge des Wiederaufbaus von 1994 bis 1995 den Taufstein und das Lesepult. Von Makolies stammt zudem der Grabstein für den Künstler Hermann Glöckner auf dem Loschwitzer Friedhof. Der weiße, schlanke Grabstein zeigt ausschließlich ein großes, eingraviertes „G“ als Signum des Künstlers und beinhaltet keine weiteren Hinweise auf den Verstorbenen.

Zwischen Ferdinandsplatz und Prager Straße steht eine 1998 in Rabenau von den Gebrüdern Ihle gefertigte Bronzeplastik Makolies’, die eine Granate darstellt.

Frankfurt (Oder)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Große Sitzende in Frankfurt
Bücherturm in Rostock

In Frankfurt (Oder) wurde im ehemaligen Lienaupark die Sandsteinskulptur „Die Große Sitzende“ am 18. März 1977 aufgestellt. Dargestellt ist eine sitzende nackte Frau. Ihre Beine sind angewinkelt und sie stützt ihren linken Arm auf das linke Bein ab. Die rechte Hand findet auf dem Sockel der Figur Halt.[1]

Der Dokumentarfilm Im Lohmgrund von Jürgen Böttcher zeigt die Entstehungsgeschichte dieser Figur.

Rostock[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Rostock steht seit dem Jahr 2000 die Plastik „Bücherturm“. Die Steinskulptur aus bulgarischem Kalksandstein hat die Maße 168 × 70 × 46 Zentimeter. Ursprünglich hieß die 1985 geschaffene Skulptur „Lesen und Studieren“.

Gera[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Gera steht ein doppelköpfiger überlebensgroßer Mädchenkopf. Die 1983 geschaffene Skulptur zeigt ein antikes und ein zeitgenössisches Mädchengesicht.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Margrit Höfer: Kussmund war nicht gewollt. In: Märkische Oderzeitung/Frankfurter Stadtbote, 28./29. Oktober 2006, S. 15.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Kunst im öffentlichen Raum Kulturamt Dresden, Dresden 1996.
  • Peter Makolies, in: Ortsverein Loschwitz-Wachwitz e.V. (Hrsg.): Künstler am Dresdner Elbhang, Band 1. Elbhang-Kurier, Dresden 1999, S. 108.
  • Peter Makolies: Feldsteine 2001–2011, Nürnberg 2011. ISBN 978-3-86984-278-3

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Peter Makolies – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien