Peter Patzak

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Peter Patzak, 2012

Peter Patzak (* 2. Jänner 1945 in Wien) ist ein österreichischer Filmregisseur und spartenübergreifender Künstler. Er studierte Kunstgeschichte, Psychologie und Malerei und wandte sich dann dem Film zu.

Patzak ist der Sohn eines Polizisten im Rang eines Majors, wie er anlässlich der Präsentation des Kinofilms Kottan ermittelt: Rien ne va plus im Wiener Gartenbaukino gegenüber den Seitenblicken erzählt hat.[1]

Regie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Peter Patzak (l.) und Jan Zenker 2009

Von 1968 bis 1970 arbeitete er in New York. Nach seiner Rückkehr nach Wien drehte er seinen ersten Kinofilm Die Situation (1972). Peter Patzak inszenierte auch zahlreiche Fernsehfilme; bekannt geworden ist vor allem die Kriminalfilm-Parodie Kottan ermittelt, die er ab 1976 sieben Jahre lang für den ORF produzierte. 1978 stellte er eine viel beachtete Filmadaption von Martin Walsers Das Einhorn vor, wobei Walser selbst am Drehbuch mitgearbeitet und die Verfilmung später gelobt hat.

Der Regisseur erhielt zahlreiche Auszeichnungen wie den Regiepreis der Biennale in Venedig, den Max-Ophüls-Preis, den Adolf-Grimme-Preis, die Goldene Romy, den Preis der Berliner Filmfestspiele und einen Preis der UNESCO.

Seit 1993 unterrichtet er Regie an der Filmakademie Wien. 1996 verfilmte er den Roman Hotel Shanghai von Vicki Baum.

Darsteller[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Als Schauspieler wirkte Peter Patzak vor allem in österreichischen Fernsehproduktionen mit, meistens mit Cameo-Auftritten in seinen eigenen Filmen (vor allem in Kottan ermittelt, wo er unter anderem als Polizist zu sehen war).

Malerei[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1962 stellte Patzak erstmals als Maler aus, danach wurden seine Bilder von Basel bis New York gezeigt, 1996 konnte man im Saarländischen Künstlerhaus eine Peter Patzak-Retrospektive (Arbeiten von 1961 bis 1996) besuchen. 2005 wurde eines seiner Werke anlässlich einer Auktion zugunsten des Hermann-Gmeiner-Fonds Deutschland e.V. bei ebay versteigert.[2]

Theaterregie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Februar 2007 stellte Patzak im Wiener stadtTheater in der Walfischgasse seine erste Theaterinszenierung vor. Sie galt einer Bühnenfassung des Films Interview von Theo van Gogh, es spielten Dieter Laser und Elke Winkens. Für diese Aufführung entwarf Patzak auch das Bühnenbild.

Belletristik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Sein Roman Der Geist der Farbe ist 2005 bei Ritter erschienen, ein weiteres Buch mit dem Titel Akte im Schweigen vermählt erschien 2008 im Klever Verlag.

Filmografie (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wenn nicht anders angegeben als Regisseur:

  • 1975: Parapsycho – Spektrum der Angst
  • 1976: Zerschossene Träume
  • 1976–1983: Kottan ermittelt (TV-Serie, 19 Folgen)
  • 1978: Das Einhorn
  • 1979: Santa Lucia (TV) – auch Buch
  • 1979: Kassbach – Ein Portrait – auch Buch
  • 1982: Artischocke – nur Buch
  • 1982: Den Tüchtigen gehört die Welt – auch Buch
  • 1983: Strawanzer/Die letzte Runde
  • 1984: Tiger – Frühling in Wien
  • 1984: Die Försterbuben (TV)
  • 1986: Der Joker
  • 1986: Wahnfried
  • 1987: Sentimental Journey (TV)
  • 1988: Camillo Castiglioni oder die Moral der Haifische (TV)
  • 1988: Killing Blue
  • 1990: Gavre Princip – Himmel unter Steinen
  • 1990: Lex Minister – auch Darsteller
  • 1992: Im Kreis der Iris (TV) – auch Buch
  • 1992: Das Glück liegt in Waikiki – auch Buch
  • 1994: 1945 (TV)
  • 1996: Shanghai 1937 (TV)
  • 1998: Mörderisches Erbe – Tausch mit einer Toten (TV)
  • 1999: Gefangen im Jemen (TV)
  • 2000: Hart im Nehmen (TV) – auch Buch
  • 2000: Polizeiruf 110: Gelobtes Land (TV)
  • 2002: Die Wasserfälle von Slunj
  • 2002: Nichts wie weg (TV) – auch Buch
  • 2002: Die achte Todsünde: Toskana-Karussell
  • 2002: Polizeiruf 110: Um Kopf und Kragen (TV)
  • 2005: Doppelter Einsatz: Seitensprung in den Tod (TV)
  • 2006: Arme Millionäre (TV-Serie, eine Folge)
  • 2006: Doppelter Einsatz: Belinda Nr. 5 (TV)
  • 2006: Die Gerichtsmedizinerin (TV-Serie, eine Folge)
  • 2010: Kottan ermittelt: Rien ne va plus

Auszeichnungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Foerster, Lukas: Laboratorium für ein Genrekino ohne Zukunft. Peter Patzaks Horrorfantasie PARAPSYCHO - SPEKTRUM DER ANGST (1975). In: Filmblatt, 17. Jg., Nr. 49, Sommer 2012, 13-23
  • Moser, Karin /Andreas Ungerböck (Hrsg.): Peter Patzak. Regisseur, Autor, Maler. Wien, Filmarchiv Austria 2009

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Peter Patzak – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. ORF 2: Seitenblicke, Ausgabe 2. Dezember 2010. (Video, ORF TVthek (Memento vom 6. Dezember 2010 im Internet Archive))
  2. Versteigerung laut BeyArs.com.
  3. Aufstellung aller durch den Bundespräsidenten verliehenen Ehrenzeichen für Verdienste um die Republik Österreich ab 1952 (PDF; 6,9 MB)