Peter Riemann

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Konzeptskizze zu „Berlin – Die Stadt in der Stadt“, O.M.Ungers, Rem Koolhaas, Peter Riemann
Turm No.3, „Bauen Heute in der BRD“, Deutsches Architekturmuseum

Peter Riemann (* 23. November 1945 in Eschwege) ist ein deutscher Architekt für Hochbau und Städtebau und freiberuflicher Autor. Er war von 1983 bis 2009 Mitglied im Bund Deutscher Architekten (BDA) und mehrere Jahre Delegierter im UIA, Sektion 1 für das „Architektonische Erbe in Europa“.[1] Bis 2009 war er Landesdelegierter in der Vertreterversammlung der Architektenkammer Nordrhein-Westfalen (AKNW) und Mitglied im AKNW-Ausschuss für Berufsbelange (2007/2008). Seit Anfang 2009 ist er Vorstandsmitglied des Architektur Forum Rheinland e.V.[2]

Leben[Bearbeiten]

Von 1956 bis 1965 besuchte Peter Riemann das Friedrich Wilhelm Gymnasium in Eschwege und studierte ab 1968 Bauingenieurwesen und Architektur an der TU Braunschweig. Nach dem Diplom bei Meinhard von Gerkan im Jahr 1976 und beruflicher Tätigkeit in Hannover ging er 1976 als Stipendiat des Deutschen Akademischen Austauschdienstes (DAAD) zu Oswald Mathias Ungers an die Cornell University nach Ithaca, New York. Während seines postgradualen Studiums (architecture and urban design) arbeitete er als Teaching Assistant und Instructor in Cornell, war als Visiting Critic tätig und bereiste die USA und Kanada. Nach der Teilnahme an der Ersten Berliner Sommerakademie und dem Abschluss des Studiums (M.Arch./USA) kehrte er 1978 nach Deutschland zurück.

Nach Zusammenarbeit mit W. Pax und Mitarbeit beim Neubau des Verteidigungsministeriums in Bonn machte er sich 1981 selbstständig. 1983 erhielt er den Rompreis der Deutschen Akademie Rom Villa Massimo.[3] 1984 ging er eine Arbeitsgemeinschaft mit H. W. Roy ein, die 1985 in der Gründung des Büros Riemann + Roy mündete. 1993 endete die Büropartnerschaft durch den Tod von H. W. Roy. 1994 gründete Riemann das Büro für Architektur und Städtebau, heute RiemannArchitekten.

Neben seiner freiberuflichen Tätigkeit unterrichtete Riemann an mehreren amerikanischen und deutschen Architekturabteilungen (Virginia Polytechnic Institute and State University, Washington Alexandria Architecture Center, Städelschule, Hochschule für Kunst und Gestaltung Bremen). Nach Lehraufträgen in Düsseldorf und Köln übernahm Peter Riemann von 1995 bis 1999 eine Vertretungsprofessur für Entwerfen, Gebäudelehre und ökologisch orientierte Planungskonzepte an der FH Köln.

Nach dreißigjähriger Berufstätigkeit in Bonn als freischaffender Architekt in den Bereichen Wohnungsbau, öffentliche Bauten und Bauen im Bestand, verkleinert Riemann sein Büro und verlagert es nach Starnberg im Fünfseenland. Neben der projektbezogenen Zusammenarbeit mit Kooperationspartnern in Düsseldorf, Köln, Bonn und Paris, intensiviert er seine beratende und gutachterliche Tätigkeit (Planungsrecht, Bauschäden, Wertermittlung und Urheberrechtsfragen).

Geprägt durch das immer konfliktreichere Baugeschehen[4] absolviert Riemann ein zweisemestriges Studium der Mediation[5] mit dem Abschluss als Mediator an der Hochschule Darmstadt. Fast zeitgleich mit der beginnenden Umsetzung der Europäischen Mediationsrichtlinie in deutsches Recht[6] wird er aktives Mitglied des Vereins für Integrierte Mediation e.V.[7] Dessen Bestreben ist es, Mediation weniger als formalisiertes Verfahren zur Streitschlichtung zu begreifen, sondern als Metaverfahren[8] einer kooperativen Lebensstrategie. Seit Juli 2011 leitet Riemann die Regionalgruppe München–Starnberg des Vereins für Integrierte Mediation.

Autorentätigkeit[Bearbeiten]

Als Autor verfasste Peter Riemann seit Ende der 80er Jahre zahlreiche Beiträge in deutschen Fachzeitschriften (u.a. Bauwelt, Baumeister, Der Architekt und db) und in jüngster Zeit auch in den Online-Magazinen wie rhein:raum-online.de,[9] Bonner PresseBlog[10] und unsereBRD.de[11] zu Themen der Bonner Stadtpolitik. Er gehörte zu den Autoren, die zur Aufdeckung der Affäre um das World Conference Center Bonn (WCCB) beigetragen haben und das Verfahren kritisch begleiten.[12] Seit Juli 2010 ist Peter Riemann Mitglied im Deutschen Fachjournalisten-Verband[13] DFJV.

Werke (Auswahl)[Bearbeiten]

Bauten (Auswahl)[Bearbeiten]

Basilika am Nordfriedhof in Bonn
Kinetisches Ost-West Monument
  • 1985–1986 Basilikale Blumenhalle[14] Nordfriedhof (Bonn) mit H.W. Roy,[15]
  • 1985 Stahlgitterkonstruktion über den Eingangsarkaden des Deutsches Architekturmuseums für die Ausstellung „Bauen Heute“[16]
  • 1988 Großskulptur aus Stahl für die Ausstellung: „Berlin – Denkmal oder Denkmodell“ der Galerie Aedes Berlin[17]
  • 1993–1996 Wohn- und Geschäftshäuser „Storchenparkanlage“ in Speyer[18]
  • 1997–1999 Wohnanlage „Am Zinnbruch“[19] Impulsauszeichnung der Region Bonn/Rhein-Sieg
  • 2000–2001 Künstleratelier[20] in der Südstadt (Bonn) für Ursula und Akif Pirincci
  • 2004–2005 Doppelhaus-Wohnanlage Rosenbergstraße[21]
  • 2005–2006 Heinrich-Hertz-Berufskolleg, „Zentrum für Informationstechnologie“[22]

Ausstellungsbeteiligungen mit eigenen Arbeiten[Bearbeiten]

Veröffentlichungen[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. http://www.archi.fr/UIA/rechercheIco.php?langue=en&objet=region&numero=1
  2. http://www.hda-koeln.de/afr.html
  3. http://www.villamassimo.de/de/stipendiaten/vm19132006/index.html
  4. http://www.unserebrd.de/2010/03/07/bonn-wccb-groster-bau-finanz-und-politskandal-in-der-brd/
  5. http://www.in-mediation.eu/mediation/reine-mediation
  6. http://www.in-mediation.eu/mediationsgesetz
  7. http://www.in-mediation.eu/
  8. http://www.in-mediation.eu/integrierte-mediation
  9. www.rheinraum-online
  10. Bonner Presseblog
  11. Deine – Meine – Unsere BRD
  12. http://bonner-presseblog.de/2010/11/15/bonn-beschlussvorlage-0513541-noch-ein-wccb-geheimpapier/
  13. Deutscher Fachjournalisten-Verband
  14. http://www.panoramio.com/photo/6295171
  15. DAM Jahrbuch für Architektur, 1987/88, ISBN 3-528-08727-7
  16. http://www.panoramio.com/photo/36696752
  17. Berlin – Denkmal oder Denkmodell, ISBN 3-433-02282-8
  18. http://www.panoramio.com/photo/23732301
  19. http://www.panoramio.com/photo/6315129
  20. http://www.panoramio.com/photo/9240737
  21. http://www.panoramio.com/photo/6296859
  22. http://www.panoramio.com/photo/23732068
  23. http://translate.google.de/translate?hl=de&sl=it&u=http://it.wikipedia.org/wiki/Triennale_di_Milano&ei=JnN9S4OXFszG_gaNwvn-BQ&sa=X&oi=translate&ct=result&resnum=3&ved=0CBwQ7gEwAg&prev=/search%3Fq%3DTriennale%2Bdi%2BMilano%26hl%3Dde%26sa%3DG

Literatur[Bearbeiten]

  • Katalog zur Ausstellung Bauen Heute – Architektur in der BRD, im Deutschen Architekturmuseum, 1985, Biographie und div. Projekte SS. 339–345
  • Katalog zur Ausstellung Villa Massimo Rom 1982–1984 in der Orangerie (Kassel), 1985, Biographie und div. Projekte SS. 98–101 und 130–113, ISBN 3881222596

Weblinks[Bearbeiten]