Peter Seewald

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche

Peter Seewald (* 10. Juli 1954 in Bochum) ist ein deutscher Journalist und Autor.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Peter Seewald wuchs in Salzweg nahe Passau in Niederbayern in einer katholischen Familie auf. Seine ursprünglich enge religiöse Bindung – er war Oberministrant in seiner Heimatgemeinde – wich recht früh einer kirchenkritischen Haltung im Zuge der 68er-Bewegung, während der er Anhänger des Marxismus wurde und die 1973 zum Kirchenaustritt führte. Im Sommer 1976 gründete er in Passau die linksradikale Wochenzeitung Passauer Kleine Zeitung, die zwei Jahre später, im Frühjahr 1978, eingestellt wurde.

Seewald war von 1981 bis 1987 Redakteur beim Spiegel, von 1987 bis 1990 Reporter beim Stern. Er wechselte danach zu dem Magazin der Süddeutschen Zeitung, das er 1993 verließ. Seitdem ist er freier Journalist. Nach seinem Kirchenaustritt widmete er sich weiterhin auch religiösen Themen. Aus einem ausführlichen Interview mit Kardinal Joseph Ratzinger 1996 entstand schließlich sein Buch Salz der Erde, das er zusammen mit dem Interviewten herausgab und das den späteren Papst abseits der häufig kolportierten Rollen porträtiert. Dieses Interview war laut Seewald auch Anlass seiner Rückbesinnung, die schließlich in seinem Wiedereintritt in die katholische Kirche resultierte.

Der Autor widmete sich auch im Anschluss bevorzugt religiösen Themen. Unter seinen folgenden Werken befindet sich mit Gott und die Welt ein weiteres, das er zusammen mit Ratzinger herausgab. Beide gemeinsame Veröffentlichungen wurden vielfach übersetzte Bestseller. Seewald hat ein gutes, enges Verhältnis zu Ratzinger, den er als mitverantwortlich für seine Rekonversion bezeichnet. Nach dessen Wahl zum Papst verfasste er zwei Porträts über ihn.

Im Sommer 2010 hielt sich Seewald für einige Tage in Castel Gandolfo auf, um zusammen mit Papst Benedikt XVI. ein drittes Interviewbuch vorzubereiten. Das Interview Seewalds mit Papst Benedikt XVI. erschien Ende November 2010 unter dem Titel Licht der Welt. Darin enthaltene Äußerungen des Papstes wurde in der Berichterstattung als Relativierung einer Ablehnung des Gebrauchs von Kondomen aufgefasst.[1][2]

Seewald versucht, Verständnis für die Motivation konservativer Katholiken zu wecken. Er befürwortet als „[w]irklich fortschrittlich“ und zukunftsweisend eine „Rückbesinnung auf die Wurzeln, das Originale, die Kernkompetenz, den Auftrag“ und wendet sich gegen die von ihm als „kalte Professorenreligion der 70er Jahr“ [sic] bezeichnete Reformforderungen.[3]

Peter Seewald ist verheiratet und hat zwei Söhne. Er lebt in München.

Werke (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kloster Monte Cassino, Entstehungsort des Buches Gott und die Welt, hier: polnischer Gefallenenfriedhof

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Spiegel Online: Papst lockert das strikte Kondom-Verbot, 20. November 2010
  2. Die Zeit: Papst-Interview – „Wir machen das unter vier Augen“, eingesehen am 22. November 2010
  3. Interview auf kath.net