Peter Stöger

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Peter Stöger
Peter Stöger (2017)
Personalia
Geburtstag 11. April 1966
Geburtsort WienÖsterreich
Größe 176 cm
Position Mittelfeld
Junioren
Jahre Station
1975–1985 Favoritner AC
Herren
Jahre Station Spiele (Tore)1
1985–1986 Favoritner AC 9 0(0)
1986–1987 SK Vorwärts Steyr
1987–1988 First Vienna FC 36 0(6)
1988–1994 FK Austria Wien 181 (52)
1994–1995 FC Tirol Innsbruck 35 0(6)
1995–1997 SK Rapid Wien 84 (17)
1997–1998 LASK 32 0(5)
1998–2000 FK Austria Wien 54 0(7)
2000–2002 VfB Admira Wacker Mödling 47 0(6)
2002–2004 SC Untersiebenbrunn 62 (29)
Nationalmannschaft
Jahre Auswahl Spiele (Tore)
1987 Österreich Olympia 1 0(0)
1988–1999 Österreich 65 (15)
Stationen als Trainer
Jahre Station
2005 FK Austria Wien
2007–2010 First Vienna FC
2010–2011 Grazer AK
2011–2012 SC Wiener Neustadt
2012–2013 FK Austria Wien
2013–2017 1. FC Köln
2017–2018 Borussia Dortmund
2020–2021 FK Austria Wien
2021 Ferencváros Budapest
1 Angegeben sind nur Ligaspiele.

Peter Stöger (* 11. April 1966 in Wien) ist ein ehemaliger österreichischer Fußballspieler und nunmehriger -trainer und -funktionär. Zuletzt trainierte er bis Dezember 2021 den ungarischen Rekordmeister Ferencváros Budapest.

Karriere[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Spieler[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Über den Favoritner AC, den SK Vorwärts Steyr und First Vienna FC kam der gelernte Einzelhandelskaufmann Stöger als damals 22-jähriger 1988 zu Austria Wien. Verpflichtet wurde er als Ersatz für Mittelfeldregisseur Herbert Prohaska, der 1989 seinen Rücktritt erklärte. Mit den „Wiener Veilchen“, wie der Verein in Wien im Volksmund genannt wird, erlebte Stöger seine erfolgreichsten Jahre als Spieler. Mit drei Meistertiteln und drei Cupsiegen hatte er nach sechs Spielzeiten eine stolze Bilanz aufzuweisen. Sein erstes Spiel für das österreichische Nationalteam absolvierte er am 5. Februar 1988 gegen die Schweiz (1:2). Insgesamt trug Stöger 65-mal das österreichische Trikot, wobei er 15 Tore erzielte. Auch bei der WM-Endrunde 1998 in Frankreich gehörte er zum Kader (2 Einsätze).

Nach einer Bundesligasaison beim FC Tirol (1994/95) wechselte Stöger zum Erzrivalen der Austria, dem SK Rapid Wien. Gleich in seiner ersten Saison gelang ihm auch mit den Hütteldorfern der Meistertitel. 1996 erreichte er mit Rapid außerdem noch den Einzug ins Europacupfinale der Cupsieger.

Bei Rapid ausrangiert, kam er über den LASK wieder zur Austria, mit der er auch am häufigsten identifiziert wird, zurück. Nach Engagements beim VfB Admira Wacker Mödling und dem Zweitligisten SC Untersiebenbrunn erklärte Stöger 2004 seine aktive Fußballerlaufbahn für beendet.

2004–2013: Trainer, Sportdirektor, Kolumnist in Österreich[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach dem Ende seiner Spielerkarriere bekam Stöger das Angebot, als Manager für den SC Untersiebenbrunn zu arbeiten. Aufgrund der prekären finanziellen Situation des Vereins lehnte er ab und kehrte zu „seiner“ Austria zurück; dort wurde er Manager der Amateure. Im Mai 2005 ersetzten Stöger und der bisherige Scout der Austria Amateure, Frenk Schinkels, überraschend das Trainer-Duo Günter Kronsteiner und Lars Søndergaard. Nach vier Wochen gewann die Austria unter Stöger/Schinkels das Cupfinale gegen Rapid mit 3:1 – Stögers erster Titel als Trainer. Im Dezember 2005 zog er sich aus der täglichen Trainingsarbeit zurück und wurde Sportdirektor; die Austria wurde in dieser Saison zum 23. Mal Meister.

Im Herbst 2006 wurden er und Schinkels aufgrund der schlechten Leistungen der Mannschaft (u. a. letzter Tabellenplatz) beurlaubt. Im Juni 2007 kehrte er zum First Vienna FC zurück und war dort bis zum Juni 2010 Sportdirektor, von Herbst 2007 bis April 2010 zusätzlich Trainer; der Klub stieg im Juni 2009 in die zweithöchste Spielklasse auf. Schinkels folgte ihm als Vienna-Trainer für die letzten Spiele der Saison.

Danach wechselte Stöger im Jahresrhythmus den Verein. Ab November 2010 war er Trainer des Grazer AK. Im Juni 2011 wurde sein laufender Vertrag beim GAK einvernehmlich gelöst, damit er ein Angebot vom österreichischen Bundesligisten SC Wiener Neustadt als Trainer und Sportdirektor wahrnehmen konnte. Nach nur einer Saison verhandelte er selbst die Auflösung des Vertrags, um bei der Wiener Austria mit einem Zweijahresvertrag die Nachfolge von Ivica Vastić anzutreten.[1] In der Saison 2012/13 führte er die Austria mit einem Punkterekord zum Meistertitel.[2] Stöger selbst empfand diesen Titel als den „schönsten“ seiner Karriere und machte im Sommer 2013 seinen nächsten Karriereschritt. Er erhielt für eine kolportierte Ablösesumme von 700.000 Euro und die Einnahmen aus einem Freundschaftsspiel der beiden Mannschaften die Freigabe, zum 1. FC Köln zu wechseln. Stöger meinte zur Frage der Moral bei solchen Wechseln: „Wir reden nur über Moral, wenn gute Leute sich trotz bestehenden Vertrags verbessern wollen. Wir reden nicht über Moral, wenn Trainer trotz Vertrags gefeuert werden.“[3][4]

Zusätzlich war Stöger bei Sky als Analytiker von Bundesligaspielen tätig sowie als Kolumnist bei der Tageszeitung Kurier.

2013–2017: Trainer beim 1. FC Köln[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Stöger wurde in seiner ersten Saison mit dem 1. FC Köln Meister der Zweiten Liga und stieg in die Bundesliga auf.[5] In der Saison 2014/15 erzielte der FC außer gegen Bayern und Freiburg gegen 15 Konkurrenten Punkte, im Frühjahr wurde kein Heimspiel verloren, neunmal wurde 0:0 gespielt. In der ersten Saisonhälfte gab das 19 Punkte, in der zweiten 22. Durch einen 2:0-Heimsieg über Schalke 04 sicherte sich Köln drei Runden vor Schluss den Klassenerhalt.[6][7] In der ersten Hälfte der Saison 2015/16 wurden 24 Punkte erzielt. Im Januar 2016 verlängerten Stöger und sein Co-Trainer Manfred Schmid ihre Verträge bis 2020, inklusive einer Ausstiegsklausel.[8][9] Mit 19 Punkten war die zweite Saisonhälfte weniger gut, aber der 1. FC Köln erreichte zum ersten Mal seit 24 Jahren wieder einen einstelligen Tabellenplatz.[10][11] In der Saison 2016/17 erreichten die Kölner 26 und 23 Punkte und qualifizierten sich mit dem fünften Tabellenplatz nach 25 Jahren wieder für einen europäischen Wettbewerb, die Europa League.[12][13]

Stöger ging zu Beginn der Saison 2017/18 in sein fünftes Jahr beim 1. FC Köln, ein Novum seit der Vereinsgründung 1948. Am 3. Dezember 2017 trennten sich Stöger und der 1. FC Köln, da die Mannschaft nach 14 Spieltagen mit drei Punkten auf dem letzten Tabellenplatz stand.[14]

2017–2018: Trainer bei Borussia Dortmund[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 10. Dezember 2017, eine Woche nach seiner Freistellung beim 1. FC Köln, übernahm Stöger die nach dem 15. Spieltag auf dem siebten Tabellenplatz stehende Mannschaft von Borussia Dortmund von Peter Bosz.[15] Stöger ist der erste BVB-Trainer, der in seinen ersten zehn Bundesliga-Spielen mit dem BVB ungeschlagen blieb – mit fünf Siegen und fünf Unentschieden.[16][17][18] Am Ende der Saison 2017/18 belegte er mit dem BVB den vierten Platz in der Bundesliga. Sein Vertrag lief nach Saisonende aus.[19]

2019–2021: Austria Wien[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 1. August 2019 kehrte Stöger an seine alte Wirkungsstätte zur Wiener Austria zurück und übernahm das Amt des Sportvorstandes.[20] Zur Saison 2020/21 wurde er zudem ein drittes Mal Cheftrainer des Vereins und übernahm als dritten Posten auch noch den des Sportlichen Leiters.[21] Nach der Saison 2020/21 verließ er die Austria.[22] Sein drittes Engagement bei der Austria war sein erfolglosestes, die Wiener mussten sowohl in der Saison 2019/20 als auch 2020/21 im Abstiegsplayoff um den Klassenerhalt spielen, in der Saison 2020/21 gelang es unter Stöger als Trainer allerdings sich immerhin als Zweiter der Abstiegsrunde für das österreich-interne Playoff um den letzten Startplatz für die Conference League zu qualifizieren, in dem man nach Siegen gegen die besser platzierten Vereine TSV Hartberg und Wolfsberger AC als Sieger hervorging, was zuvor noch nie einem Verein aus dem unteren Playoff gelungen war. In der Saison 2019/20 war man noch im Finale gegen den TSV Hartberg gescheitert.

2021: Ferencváros Budapest[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zur Saison 2021/22 wurde Stöger Trainer beim ungarischen Rekordmeister Ferencváros Budapest.[23] Mit dem Vorjahresmeister verpasste er im Playoff gegen den BSC Young Boys die Qualifikation für die Champions League und nahm somit im Herbst an der Gruppenphase der Europa League teil. Dort war die Mannschaft in einer Gruppe mit Bayer 04 Leverkusen, Celtic Glasgow und Betis Sevilla allerdings ohne Chance, erst am letzten Spieltag konnten im unbedeutenden letzten Gruppenspiel gegen den bereits feststehenden Gruppensieger Leverkusen mit einem 1:0-Sieg die ersten Punkte erzielt werden. In der Liga spielte der Verein unter Stögers Führung zwar erneut oben mit, nach 15 Spielen standen jedoch bereits drei Niederlagen zu Buche nach nur einer Niederlage in der gesamten Vorsaison. Obwohl Ferencváros nach Verlustpunkten noch Tabellenführer war, trennte sich der Verein im Dezember 2021 nach einer Niederlage gegen den Abstiegskandidaten Debreceni Vasutas SC vom Österreicher.[24]

Persönliches[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Moderatorin, Schauspielerin und Kabarettistin Ulrike Kriegler ist seit 1998 seine Lebensgefährtin.[25]

Erfolge als Spieler[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Erfolge als Trainer/Sportdirektor[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Trivia[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Stögers Aussage "Ich habe dem Linienrichter meine Brille angeboten. Auch das hat er nicht gesehen." wurde beim Deutschen Fußball-Kulturpreis 2016 als Fußballspruch des Jahres ausgezeichnet.[27]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Peter Stöger – Sammlung von Bildern

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Stöger feiert ein Comeback in Violett (Memento vom 16. September 2014 im Internet Archive), kleinezeitung.at, vom 30. Mai 2012.
  2. Austria Wien 2012/2013 unter Peter Stöger, 2013-06-01.
  3. Euphorischer Stöger eilt nach Köln. In: sport.orf.at. 12. Juni 2013, abgerufen am 1. Dezember 2017.
  4. "Ich nehme Hosiner nicht mit", Österreich.at, 9. Juni 2013.
  5. Peter Stöger: Der Kölner neues Liebkind. In: kurier.at. 27. Dezember 2013, abgerufen am 22. Dezember 2017.
  6. express.de
  7. Stöger: "Habe inständig gehofft, dass das aufgeht", Kurier, vom 23. Juli 2015.
  8. 1. FC Köln Setzt Stöger wieder einen drauf?, Express, 2016-01-23.
  9. Bis 2020 FC-Trainer Rekord-Vertrag! Stöger feiert mit „Verlängertem“, Express, 2015-01-21.
  10. express.de
  11. FC Bayern München: Einfach unersättlich, 2016-05-16.
  12. FC-Sportchef Schmadtke rechnet mit furiosem Finale um Europa, express.de, 2017-05-08.
  13. Hin-/Rückrunde 2016/17, kicker.de, Hin-/Rückrunde 2016/17, zugegriffen: 2017-05-22.
  14. FC und Stöger trennen sich, fc.de, 3. Dezember 2017, abgerufen am 3. Dezember 2017.
  15. Peter Stöger folgt auf Peter Bosz, bvb.de, 10. Dezember 2017, abgerufen am 10. Dezember 2017.
  16. Artikel von reviersport.de. 18. Februar 2018, abgerufen am 25. Februar 2018: „BVB: Stöger mit Startrekord auf Platz zwei“
  17. Andreas Königl: Meldung von goal.com. 18. Februar 2018, abgerufen am 25. Februar 2018: „Bundesliga: Peter Stöger stellt Bundesliga-Startrekord mit Dortmund auf“
  18. Artikel von sport1.de. 28. Februar 2018, abgerufen am 1. März 2018: „Stöger: Ein zerbrechliches Gebilde“
  19. Borussia Dortmund GmbH & Co KGaA: Stöger: „Neuer Reiz tut dem Verein gut!“ Abgerufen am 22. Mai 2018 (deutsch).
  20. Peter Stöger wird neuer Sport-Vorstand bei der Wiener Austria. vienna.at, 23. Juli 2019, abgerufen am 23. Juli 2019.
  21. Peter Stöger wird neuer Austria-Trainer fk-austria.at, am 31. Juli 2020, abgerufen am 31. Juli 2020.
  22. Stöger hört bei der Austria nach der Saison auf skysportaustria.at, am 10. April 2021, abgerufen am 10. April 2021
  23. PETER STÖGER LABDARÚGÓCSAPATUNK ÚJ VEZETŐEDZŐJE! fradi.hu, am 5. Juni 2021, abgerufen am 5. Juni 2021
  24. TÁVOZIK PETER STÖGER, FÉRFI LABDARÚGÓINK VEZETŐEDZŐJE fradi.hu, am 13. Dezember 2021, abgerufen am 13. Dezember 2021
  25. Es geht auch ohne Ring, BZ – Wiener Bezirkszeitung (Alsergrund), Nr. 12, 20/21. März 2013, S. 1, 38–39.
  26. laut der Tageszeitung Kurier
  27. Stöger behält seine Brille – und holt einen Titel FAZ.net, abgerufen am 15. August 2018.