Peter Stiegnitz

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Peter Stiegnitz (* 30. September 1936 in Budapest; † 20. Jänner 2017 in Wien) war ein österreichischer Autor, Ministerialbeamter und Soziologe.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Peter Stiegnitz wuchs in Budapest auf. Im März 1944 wurde Ungarn vom Deutschen Reich okkupiert. Stiegnitz musste bald darauf die Schule verlassen und konnte sich der Deportation nur durch Flucht entziehen. Auch nach dem Zweiten Weltkrieg litt er im kommunistischen Ungarn unter Repressalien. Im Zuge des Ungarischen Volksaufstands flüchteten seine Eltern mit ihm nach Österreich.

An der Universität Wien studierte er Soziologie, Philosophie, Psychologie und Ethnologie und wurde 1963 zum Dr. phil. promoviert.[1] Stiegnitz war bis zu seiner Pensionierung als Ministerialrat im Bundespressedienst des österreichischen Bundeskanzleramtes tätig.

Stiegnitz hat 30 Bücher und über 6000 Fachbeiträge veröffentlicht. Als Korrespondent arbeitete er für mehrere deutschsprachige und jüdische Zeitungen und Zeitschriften. Der insbesondere für seine wissenschaftlichen Arbeiten zur Migrationssoziologie mehrfach ausgezeichnete Autor lehrte auch als Gastprofessor an der Universität Budapest im Fachbereich Sprachpraxis, Landeskunde und Sprachdidaktik. Er war wissenschaftlicher Kurator der Österreich-Sektion der Forschungsgesellschaft für das Weltflüchtlingsproblem.[2] Stiegnitz trat als Kritiker des Multikulturalismus hervor.[3]

Mentiologie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seine lebenslange Faszination mit dem Thema Lüge wurde nach eigener Aussage dadurch bewirkt, dass er 1944 als Kind angesichts der drohenden Deportation in ein Vernichtungslager auf die Frage, ob er Jude sei, mit "nein" antwortete und durch diese Notlüge sein Leben rettete. Stiegnitz prägte den Ausdruck Mentiologie; er sieht sie als eine Disziplin der Sozialwissenschaften und der Psychologie. Gegenstandsbereiche seiner Mentiologieforschungen sind:

Der Stiegnitzsche Entwurf ist in der wissenschaftlichen Psychologie bisher nicht aufgegriffen worden.

Auszeichnungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Schriften (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Susanne Blumesberger, Michael Doppelhofer, Gabriele Mauthe: Handbuch österreichischer Autorinnen und Autoren jüdischer Herkunft 18. bis 20. Jahrhundert. Band 3: S–Z, Register. Hrsg. von der Österreichischen Nationalbibliothek. Saur, München 2002, ISBN 3-598-11545-8, S. 1329.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Thema seiner Doktorarbeit: Beitrag zur Behandlung der soziologischen Grundzüge des Judentums und des Antisemitismus in Österreich.
  2. http://www.awr-int.de (Memento des Originals vom 6. März 2016 im Internet Archive) i Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe den Link gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.awr-int.de
  3. siehe z. B.[1]