Peter Strasser (Philosoph)

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Peter Strasser (* 28. Mai 1950 in Graz) ist ein österreichischer Philosoph.

Biographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach dem Studium der Germanistik und der Philosophie habilitierte sich Peter Strasser 1980 im Fach Philosophie. Er ist Universitätsprofessor am Institut für Rechtsphilosophie, Rechtssoziologie und Rechtsinformatik an der Karl-Franzens-Universität Graz. Seit 2015 ist Strasser am Institut, das seit 2016 den Titel Institut für Rechtswissenschaftliche Grundlagen, Fachbereich Rechtsphilosophie trägt, außer Dienst aktiv. Seit Sommer 1999 unterrichtet er regelmäßig als Lektor und Gastprofessor an der Universität Klagenfurt. Strassers Arbeitsschwerpunkte liegen im Bereich der Philosophie, namentlich der Ethik, Metaphysik und Religionsphilosophie. In der Rechtsphilosophie befasst er sich besonders mit Fragen der theoretischen Kriminologie.

Von 1990 bis 1995 war er Beirat des Avantgardefestivals steirischer herbst. Er konzipierte die Nomadologie der Neunziger.[1]

Von 2003 bis Mai 2013 verfasste er die wöchentliche Kolumne Die vorletzten Dinge für die österreichische Tageszeitung Die Presse; von November 2015 bis Ende Oktober 2016 die zweitägliche Kolumne Morgengrauen für das elektronische Format nzz.at.

Philosophie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Strassers Denken kreist um ein Phänomen, das er als ontologischen Überschuss bezeichnet. Laut Strasser stellt sich dieser das eine Mal als die erkenntnisleitende Überzeugung dar, es müsse der Wissenschaft möglich sein, uns die Welt so zu zeigen, wie sie objektiv beschaffen ist; das andere Mal als die metaphysische Sehnsucht, die Wahrheit als den Sinn zu realisieren, der dem Ganzen innewohnt.[2]

Den dehumanisierenden Zug der Moderne erblickt Strasser in einer zunehmenden Immanenzverdichtung (Stichwort unter "Literatur"), welche das Über-uns-selbst-Hinaussein, das sich in den verschiedenen Dimensionen des ontologischen Überschusses manifestiert, als irrational anprangert. Deshalb verteidigt Strasser einen Primat des Geistes, räumt aber ein, dass sich dieser nicht positiv darstellen lässt – etwa in Form einer "alternativen" wissenschaftlichen Theorie.[3]

Ehrungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Publikationen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Franz Schuh: Rezension: P. Strasser: Der Weg nach draußen. Skeptisches, metaphysisches und religiöses Denken. Frankfurt am Main 2000. In: Die Zeit. 11. Januar 2001.
  • Cornelius Hell: Philosophisches Denken auf dem Wege von der Weltreligion zu einer Religion für die Welt – Peter Strassers neuer Wurf. In: Die Furche. 4. Mai 2002.
  • Konrad Paul Liessmann: Törtchen für einen Saurier aus Österreich, [1], in: Die Presse, Feuilleton, 4. Mai 2012.
  • Stichwort Immanenzverdichtung [2]
  • Der Tanz um einen Mittelpunkt. Peter Strasser im Gespräch mit Alexandru Bulucz, Edition Faust, Frankfurt a. M. 2015. (Auszug)

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Horst Gerhard Haberl, Peter Strasser (Hrsg.): Nomadologie der Neunziger, Cantz, Ostfildern 1995
  2. P. Strasser: "Der ontologische Überschuss", in: Weltbilder in den Wissenschaften, hg. v. E. Brix, Böhlau, Wien 2005, S. 49 ff.
  3. Diktatur des Gehirns, s. u. "Publikationen", 2014