Peter Sutherland

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Peter Sutherland 2011.

Peter Denis Sutherland (* 25. April 1946) ist ein irischer Politiker, war von 1985 bis 1989 Europäischer Kommissar und ist derzeit UN-Sonderberichterstatter für Migranten.

Von 1981 bis 1982 und von 1982 bis 1984 war Sutherland Attorney General (Generalstaatsanwalt) von Irland. Danach war er in der Kommission Delors I von 1985 bis 1986 Kommissar für Beschäftigung, soziale Angelegenheiten und Chancengleichheit und von 1985 bis 1989 Kommissar für Wettbewerb. Von 1993 bis 1995 war Sutherland schließlich letzter GATT-Generaldirektor und erster Generaldirektor der Welthandelsorganisation.

Von 1995 bis 2015 war Sutherland Aufsichtsratsvorsitzender (Chairman) der Investmentbank Goldman Sachs. [1] Er saß unter anderem als Chairman bei BP (1997 bis 2009), ABB und der Royal Bank of Scotland – aus letzterer Position musste er sich allerdings zurückziehen, als die Bank nur durch eine Intervention der britischen Regierung vor dem Bankrott gerettet werden konnte.

Sutherland wurde in der Ära von Kofi Annan Sondergesandter für Migration bei den Vereinten Nationen. Seit 2006 ist er Berater der Güterverwaltung des Apostolischen Stuhls. Unter anderem ist er Mitglied der Trilateralen Kommission, des European Round Table und der Bilderberg-Konferenz.

Vom 11. bis 14. Juni 2015 nahm er an der 63. Bilderberg-Konferenz in Telfs-Buchen in Österreich teil.

Ansichten zum Thema Immigration[Bearbeiten]

Aussagen anlässlich einer Befragung durch den Unterausschuss für innere EU-Angelegenheiten des Oberhauses, der Fragen der globalen Migration untersucht:

  1. Migration sei ein “entscheidender Motor für das Wirtschaftswachstum” in einigen EU-Nationen, “so schwierig es auch sein kann, dies den Bürgern jener Staaten zu erklären.”
  2. "[D]ie Europäische Union sollte [...] ihr Bestes tun," um jedes "Gefühl von unserer Gleichartigkeit und Unterschiedlichkeit gegenüber anderen zu unterminieren."[2]
  3. Eine alternde oder zurückgehende einheimische Bevölkerung in Ländern wie Deutschland oder der südlichen EU sei das "Schlüsselargument - und ich zögere, das Wort zu verwenden, weil es zum Gegenstand von Angriffen wurde - für die Entwicklung von multikulturellen Staaten."[2]
  4. "Europa sieht sich einer Immigrationskatastrophe gegenüber. Politiker der Mitte, in Geiselhaft durch fremdenfeindliche Parteien, üben sich in Rhetorik, die gegen Immigranten gerichtet ist, um ein verängstigtes Publikum auf ihre Seite zu ziehen, während die auswärts Geborenen zunehmend marginalisiert werden in Schulen, Städten und am Arbeitsplatz. Dennoch fehlen vielen Arbeitgebern die Arbeiter die sie brauchen, trotz hoher Arbeitslosigkeit in weiten Teilen des Kontinents. Es gibt zuwenig Ingenieure, Ärzte und Krankenschwestern; ebenso Landarbeiter und Krankenhelfer. Und Europa kann nie genug Unternehmer haben, deren Ideen die Wirtschaft antreiben und Jobs schaffen."[2]

Weitere Zitate:

  1. "Letztes Jahr, während der Arabischen Revolution, verpasste die EU eine historische Gelegenheit, damit zu beginnen, die zwei Seiten des Mittelmeers miteinander zu verweben".[3]
  2. Die Ablehnung umfassenderer Globalisierung ist "moralisch unhaltbar"[4]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Goldman Sach’s City grandee Peter Sutherland bows out , thetimes.co.uk vom 21. Mai 2015, abgerufen am 1. Januar 2016
  2. a b c EU should 'undermine national homogeneity' says UN migration chief. In: BBC News, 21. Juni 2012. 
    1. He told the House of Lords committee migration was a "crucial dynamic for economic growth" in some EU nations "however difficult it may be to explain this to the citizens of those states".
    2. “[T]he European Union [...] should be doing its best to undermine” any “sense of our homogeneity and difference from others.”
    3. "An ageing or declining native population in countries like Germany or southern EU states was the "key argument and, I hesitate to the use word because people have attacked it, for the development of multicultural states."
    4. “Europe faces an immigration predicament. Mainstream politicians, held hostage by xenophobic parties, adopt anti-immigrant rhetoric to win over a fearful public, while the foreign-born are increasingly marginalized in schools, cities and at the workplace. Yet, despite high unemployment across much of the Continent, too many employers lack the workers they need. Engineers, doctors and nurses are in short supply; so, too, are farmhands and health aides. And Europe can never have enough entrepreneurs, whose ideas drive economies and create jobs.”
  3. Peter Sutherland and Cecilia Malmstrom on Europe’s Immigration Challenge, Project Syndicate, 20 Juli 2012;
    "Last year, during the Arab revolutions, the EU missed a historic opportunity to begin weaving together the two sides of the Mediterranean".
  4. The questions Peter Sutherland, the globe's grandee, was NOT asked by the Lords EU sub-committee, Daily Mail, 27 Juni 2012;
    But the money was always incidental to the greater aim of getting rid of all those pesky prehistoric frontiers, traditions and identities which impede the global flows of capital, commodities, human rights lawyers, pictures of celebrities in thongs, and humans in throngs. As he remarked almost angrily in 2007, opposition to greater globalisation is 'morally indefensible'.