Peter Theodor Seelmann

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Peter Theodor Seelmann, Kupferstich von 1702

Peter Theodor Seelmann (* 21. August 1656 in Oedenburg; † 2. September 1730 in Hamburg) war ein ungarischer lutherischer Theologe.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seelmann stammte aus einem alten Pastorengeschlecht. Bereits sein Großvater Martin Seelmann war als Pastor in Coburg tätig, und seine Großmutter Maria Sabina war die Tochter des Generalsuperintendenten Melchior Bischoff (1547–1614) gewesen. Sein Vater Christian Seelmann übte zum Zeitpunkt seiner Geburt die Rektoratsstelle der Schule seines Geburtsortes aus und wurde später Pastor in Kremnitz sowie Leutschow. Seine Mutter Anna Catharina Zauchtler ließ ihm eine sorgfältige Erziehung angedeihen, und er wurde von seinem Vater bereits frühzeitig unterwiesen. Durch die einsetzende Verfolgung evangelischer Stände in Ungarn musste die Familie 1671 in das Kurfürstentum Sachsen fliehen. Sein Vater, der am 20. April 1675 an der Universität Wittenberg den akademischen Doktorgrad erwarb, wurde in Salza Schulinspektor und disponierte seinen Sohn am 10. Juli 1674 an der Wittenberger Universität.

In Wittenberg erwarb sich Seelmann, nachdem er sich 1676 offiziell immatrikuliert hatte, am 16. Oktober 1676 den akademischen Grad eines Magisters der Philosophie. Auf den Rat von Abraham Calov hin blieb er noch einige Zeit in Wittenberg, um ein theologisches Studium zu absolvieren. 1678 wird er Diakon und Prediger in Hettstedt, wurde dort 1680 Pastor und 1686 Pastor Primarius sowie Inspektor in Staßfurt. Nebenbei hatte ihm Friedrich Wilhelm der Große auch die Inspektion der Kirchen und Schulen im Holzkreis des Herzogtums Magdeburg übertragen. 1702 wurde er als Pastor an der Kirche zum Heiligen Geist in Magdeburg berufen. 1706 wurde er als Nachfolger Johann Wincklers Hauptpastor an St. Michaelis in Hamburg. Am 11. September 1715 wurde er Senior des Hamburgischen Ministeriums und damit erster Pfarrer von Hamburg.

Genealogisch wäre anzumerken, dass er zweimal verheiratet war. Seine erste Ehe ist er 1679 mit Bartha Sabina, der Tochter des Diakons zu Salza, Christoph Brenners, eingegangen. Mit ihr hatte er 3 Söhne und 2 Töchter. 1687 vermählte er sich ein zweites Mal mit Catharina Julia, der Tochter des schwedischen Hauptmanns Jacob Christ, mit welcher er fünf Kinder hatte.

Werkauswahl[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Diss. de principio fidei, Präsid. D. Schwarzin. Wittenberg 1675
  2. De Samarita Medico, Praes. D. Deutschmanno. Wittenberg 1676
  3. Fünffacher Schmuck der Seelen. Wittenberg 1676
  4. De Peccato Orginis contra Syncretistas eod. Praeside. Wittenberg 1676
  5. Contra Thom, Henrici Anatom. Pol. 1678
  6. Epistolische und Apostolische Erquick-Stunden, samt einer Historischen Soldaten Postille. Magdeburg 1685
  7. Danck-Predigt nach abgewandter Pestilenz in Stassfurth. Magdeburg 1681
  8. Christliche Regentenpredigt gehalten in Staßfurth 1686
  9. Beschluß des alten und Anfang des neuen Jahres bestehend in einer Abzugs-Predigt zu Staßfurth und Anzugspredigt zu Magdeburg. Magdeburg 1702
  10. Der Rat Gottes von unserer Seeligkeit, in einem Neu-Jahrs-Andachts-Wunsch. Magdeburg 1704
  11. Die Gebetspflicht eines ieden Christen, sonderlich eines Feld-Predigers, zur Zeit des Türken-Kriegs. Magdeburg 1716
  12. Jubelpredigt über Zach. XIV. 6. 7. gehalten 1717 den 31. Oktober; so unter den Jubel-Predigten, so unter dem Titul: Des Hamburgischen Lutherischen Zions heilige Jubelfreude. Hamburg 1718
  13. Sieben Jubelpredigten, so zu Magdeburg 1688 gehalten worden
  14. Zwo Predigten unter dem Titel: Letzter Abschieds-Kuß in der Magdeburgischen zum Heil. Geist, und erster Friedens-Gruß in der Hamburgischen Kirche zu St. Michael. Hamburg 1708
  15. Orationes Synodalis Islebiensis. Eisleben 1679
  16. Orationes in Obitum D. Joh. Volckmari. Hamburg 1716
  17. Orationes de Jubilaeo Evangelico secundo, quo Organon divinum, Megalandrum, Lutherum, Theologorum omnium ab Apostolorum aetate Phosphorum, celebrat, & a Jesuitarum, imprimis Alastoräs Anonymi rectoris & Hamburgi disseminatis scommatibus, convitiis & calumnis, vindicat. Hamburg 1717
  18. Vorrede zur Historia Vitae Lutheri. 1730

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblink[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Vorgänger Amt Nachfolger
Johann Winckler Hauptpastor an St. Michaelis
1706–1730
Adolph Wilhelm von Gohren