Peter Thiel

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Peter Thiel (2008)

Peter Andreas Thiel (* 1967 in Frankfurt am Main) ist ein US-amerikanischer Investor deutscher Herkunft. Er ist Partner der Risikokapitalfirma Founders Fund in San Francisco.

Leben[Bearbeiten]

Thiel wurde in Frankfurt am Main geboren. Als er ein Jahr alt war, wanderten seine Eltern in die Vereinigten Staaten aus.[1] Er studierte Philosophie und Jura an der Stanford University.

1998 lernte Thiel den Informatiker Max Levchin kennen. Er investierte 280.000 US-Dollar in dessen Startup PayPal und wurde CEO des Unternehmens. 2002 brachte Thiel PayPal an die Börse. Mit dem Erlös von 55 Millionen Dollar aus der Übernahme von PayPal durch eBay im selben Jahr gründete Thiel Clarium Capital Management, einen Global-Macro-Fonds. Dieser Hedge-Fonds verwaltete Anfang 2007 ungefähr 2,1 Mrd. US-$. Im Juni 2004 stieg Thiel als erster Investor mit einem Darlehen von 500.000 US-$ bei Facebook ein. Später wandelte er es in 7 % Anteile an Facebook. Beim Facebook-Börsengang im Mai 2012 verkaufte Thiel 16,8 Mio. Facebook-Anteile im Wert von 640 Mio. US-$. Nach dem Ende der Haltefrist für Investoren am 16. August verkaufte er weitere 20 Mio. Aktien für rund 400 Mio. $.[2]

Neben seiner Tätigkeit als Finanzmanager engagierte sich Thiel vielfältig. So finanzierte er als sogenannter „Executive Producer“ die satirische Filmkomödie Thank You for Smoking. Er unterstützte die Arbeiten von Aubrey de Grey zur Überwindung der Alterungsprozesse beim Menschen mit mehreren Millionen US-Dollar.[3] Zudem fördert Thiel gezielt junge Gründer im Technologiebereich. Im Jahr 2011 etwa vergab er Stipendien an 20 Studenten in den USA im Wert von jeweils 100.000 US-Dollar.[4]

Auch als Schachspieler war Thiel sehr erfolgreich, allerdings sind seit Ende Juli 2003 keine Turnierpartien mehr verzeichnet. Mit der aktuellen Elo-Zahl von 2199 zählt er aber immer noch zu den tausend besten Schachspielern in den USA. Sein zusammen mit Garri Kasparov und Max Levchin geschriebenes Buch The Blueprint diagnostiziert eine Stagnation des technologischen Fortschritts und plädiert für umfassendere Investitionen in Forschung und Entwicklung, um den globalen Wohlstand zu erhöhen.

Seine politische Orientierung hat sich während des Studiums abgezeichnet, 1987 gründete er die libertäre, wöchentlich erscheinende Campuszeitung The Stanford Review. Schon im Wahlkampf 2008 unterstützte er Ron Paul, einen Verfechter der Österreichischen Schule, für die Nominierung zum republikanischen Präsidentschaftskandidaten.[5] Im Präsidentenwahlkampf 2012 war er der größte Einzelspender von Paul, er spendete 2,6 Millionen Dollar in Pauls Super-PAC und auch die Tea-Party-Bewegung erhielt Geld von ihm.[6]

Thiel ist Mitglied im Steering Committee der Bilderberg-Konferenz.[7]

Bücher[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Peter Thiel – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Vorlage:Internetquelle/Wartung/Zugriffsdatum nicht im ISO-FormatVorlage:Internetquelle/Wartung/Datum nicht im ISO-FormatJörg Burger: Und wie ging es weiter für ... Peter Thiel, Risikokapitalgeber. Hrsg.: Zeit Online, 10. Dezember 2007, abgerufen am 1. April 2011.
  2. „Facebooks erster Investor Peter Thiel verabschiedet sich“, Depotagent, 21. August 2012
  3. „Der Milliardär, ohne den es Facebook nicht gäbe“, Cicero, 27. März 2012
  4. Peter Thiel: Medienscheuer Star-Investor im Porträt, t3n, 13. Dezember 2011. Abgerufen am 3. April 2012.
  5. http://people.ronpaul2008.com/endorsements/2007/12/22/peter-thiel/
  6. Finanziers der US-Republikaner – Millionen für die Kandidaten
  7. Steering Committee. Bilderberg Meetings. Abgerufen am 16. Oktober 2010.