Peter W. Heller

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Peter W. Heller (2012)

Peter W. Heller (* 5. September 1957 in Frankfurt am Main) ist ein ehemaliger Beigeordneter Bürgermeister der Stadt Freiburg im Breisgau, Umweltwissenschaftler, Stiftungs- und Unternehmensgründer.

Familie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Peter W. Heller ist der Sohn von Wolfgang Heller, technischer Kaufmann, und Ingeborg Heller, geb. Streb. Er ist seit 1988 verheiratet mit Micaela Heller und hat zwei Kinder, Julia (* 1989) und Jakob (* 1991).

Werdegang[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Peter W. Heller studierte Wirtschaftswissenschaften und Philosophie an der Universität St. Gallen und der Universität Lausanne, Schweiz, sowie an der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg, Deutschland, wo er 1988 zum Thema „Das Problem der Umweltbelastung in der ökonomischen Theorie“ promovierte.

Von 1982 bis 1986 war er Mitglied der Projektgruppe „Ökologische Wirtschaft“ am Öko-Institut e.V.

Bei den Kommunalwahlen 1984 wurde er zum Mitglied des Gemeinderats der Stadt Freiburg im Breisgau gewählt (Ausscheiden 1990 bei Amtsantritt als Beigeordneter Bürgermeister).

Von 1990 bis 1996 leitete er als Beigeordneter Bürgermeister in Freiburg im Breisgau das neu geschaffene, erste eigenständige Umweltdezernat einer Großstadt in Baden-Württemberg[1]. Es umfasste die Ämter für Umweltschutz, Entsorgung, Grünflächen und Forst und bündelte in der Stadtverwaltung die Zuständigkeiten für kommunale Energieversorgung und Wasserversorgung.

1993 wurde er zum Chairman des Executive Committee von ICLEI – Local Governments for Sustainability (bis 1997) gewählt, eines internationalen Kommunalverbands der im Umwelt- und Klimaschutz engagierten Städte und Gemeinden [2].

1997 gründete Peter W. Heller seine Investmentgesellschaft forseo GmbH. Über sie hält er Unternehmensbeteiligungen in der Solarwirtschaft, Windindustrie und der Technologieentwicklung im Bereich der Energieeffizienz. Seit 2012 ist er Aufsichtsratsvorsitzender der Streb AG, er ist Gründungsgesellschafter und (seit 2016) Aufsichtsratsvorsitzender der Fahrenheit AG[3] und Mitgründer mehrerer Projektentwicklungsgesellschaften in Chile und Frankreich.

Seit 1997 ist er geschäftsführender Vorstand der von ihm mitgegründeten Canopus Foundation, einer gemeinnützigen Stiftung deutschen Rechts. Die Canopus Foundation unterstützt Sozialunternehmer in Afrika, Asien und Südamerika, die sich für die Elektrifizierung einkommensschwacher Haushalte mit Erneuerbaren Energien einsetzen. Die Stiftung koordiniert seit 2008 die gemeinsam mit Ashoka (Organisation) gegründete internationale Solar for All Initiative [4][5]. Als zweiten Themenschwerpunkt unterstützt die Stiftung seit 2014 Initiativen, die in den ökonomischen Wissenschaften eine größere Pluralität der Lehrmeinungen und eine intensivere Auseinandersetzung mit den Voraussetzungen für eine nachhaltige Ökonomie und Gesellschaft fördern.

2001 wurde er Mitgründer der Stiftung „Basel Agency for Sustainable Energy (BASE)“, ein „Collaborating Center“ der UNEP, und Mitglied des Stiftungsrats[6]. Seit 2011 ist Peter W. Heller Mitglied des Kuratoriums der European Environment Foundation, Basel, die jährlich einen internationalen Konvent von Umweltpreisträgern veranstaltet. 2015 übernahm er den Vorsitz der Gesellschafterversammlung der Humboldt-Viadrina Governance Platform gGmbH in Berlin.

Veröffentlichungen (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 1985: Umweltpolitik auf dem Holzweg - Zur Problematik von Grenzwerten. In: Arbeiten im Einklang mit der Natur. Hrsg.: Öko-Institut, Freiburg, Dreisam-Verlag, S. 132–144
  • 1989: Das Problem der Umweltbelastung in der ökonomischen Theorie. Frankfurt 1989, Campus Forschung, Bd. 631, Diss.
  • 1995: Ökologische Erneuerung am Beispiel einer mittleren Stadt. In: Stadtökologie. Hrsg.: E.-H. Ritter, Berlin, Analytica.
  • 2007: Fondsfinanzierungen für Sozialunternehmer. In: Finanzierung von Sozialunternehmern. Hrsg.: Achleitner/Pöllath/Stahl, Stuttgart, Schäffer-Poeschel.
  • 2009 (Hrsg.): Innovative Funding Mechanisms for Social Change, Baden-Baden, Nomos Verlag.
  • 2010: Venture Philanthropy in der Praxis - Die Canopus Foundation. In: Venture Philanthropy in Theorie und Praxis. Hrsg.: Hoelscher/Ebermann/Schlüter, Maecenata Schriften Bd. 7, Stuttgart, Lucius & Lucius.
  • 2016: "Developing mutual success factors and their application to swarm electrification: microgrids with 100 % renewable energies in the Global South and Germany" (with Kirchhoff/Kebir/Neumann/Strunz) in: Journal of Cleaner Production Vol. 128 (2016), p. 190-200

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. DIE ZEIT, 34 (1995): [1]
  2. Berliner Zeitung: [2], abgerufen am 12. März 2013
  3. Impressum – FAHRENHEIT. Abgerufen am 4. Juni 2017.
  4. Schneider, A.: „Der Frühphasenstifter“. In: wir - Das Magazin für Unternehmerfamilien, 2 (2012), S. 46–48
  5. Mersch, T. & Merx, S.: „Die Business-Wohltäter“. In: enorm - Wirtschaft für den Menschen, 3 (2010), S. 20–27
  6. Rosenkranz, E.: Netzwerk für erneuerbare Energien, in: Basler Zeitung (2002), Nr. 163, Teil II