Peter Weihs

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Peter Weihs ist ein österreichischer Schauspieler, Regisseur und Theaterleiter.

Weihs war nach dem Zweiten Weltkrieg ab Ende der 1940er Jahre als Theaterschauspieler in Wien tätig;[1] fast gleichzeitig begann er seine Regietätigkeit. 1957 brachte er beim ersten österreichischen Sommertheater nach dem Zweiten Weltkrieg in Klosterneuburg gemeinsam mit Helene Thimig den Urfaust auf die Bühne. Peter Weihs inszenierte 1961 vor dem Gartenpavillon des Stiftes Melk Shakespeares Lustspiel Was Ihr wollt mit Hans Holt als Malvolio, mit Wolfgang Gasser, Maria Emo und Helli Servi; 1962 folgte Shakespeares Komödie Der Widerspenstigen Zähmung.[2]

1962 wirkte Weihs in einer Produktion des ORF unter der Regie von Erich Neuberg in der Rolle des hochbegabten jüdischen Assistenzarztes Dr. Wenger in der Tragikomödie Professor Bernhardi von Arthur Schnitzler mit.

Weihs war ab den 1960er Jahren dann als Darsteller, später dann schwerpunktmäßig ausschließlich in Nebenrollen, in einigen wenigen Rollen in Fernsehproduktionen zu sehen.

Als seinen ersten Filmauftritt führt die Filmdatenbank IMDb den österreichischen Fernsehfilm 3. November 1918 aus dem Jahr 1965, eine Fernsehproduktion unter der Regie von Edwin Zbonek, in der Weihs neben Erik Frey, Erich Auer und Walter Kohut neben Eberhard Fechner und Lutz Mackensy als Oberleutnant von Kaminski zu sehen war. Der Film basiert auf dem gleichnamigen Schauspiel des österreichischen Dramatikers Franz Theodor Csokor. 1968 wirkte Weihs beim Österreichischen Rundfunk als Oberleutnant von Kaminsky [sic!] auch in einer Hörspielfassung des Stücks mit.[3]

In der frühen Science-Fiction-Serie spielte er 1970 ein Mitglied der Besatzung der Laika 7. In der ersten und zweite Folge der österreichischen Fernsehserie Die Abenteuer des braven Soldaten Schwejk spielte er die Rolle des Dr. Bautze. In der Episode Die Erbschaft aus der Fernsehserie Ein echter Wiener geht nicht unter spielte er 1975 den Notar.[4] 1975 hatte er eine kleine Rolle unter der Regie von Axel Corti in dem Film Der Sohn eines Landarbeiters wird Bauarbeiter und baut sich ein Haus.[5]

In Holocaust – Die Geschichte der Familie Weiss spielte er sowohl in der ersten als auch in der vierten Folge den Küster[6] von St. Petri, der bei Pater Bernhard Lichtenberg arbeitet. Er diskutiert mit Lichtenberg über Erik Dorf und muss schließlich Inga Helms-Weiß die Nachricht vermitteln, dass Lichtenberg in das KZ Dachau deportiert wurde. Grund dafür waren seine kritischen Predigten, in denen er den Brand der Synagogen anprangerte.

1974 wirkte er in einer Hörspielfassung von Karl Kraus' Welttheater Die letzten Tage der Menschheit (Regie: Hans Krendlesberger; Musik: Alexander Steinbrecher) mit.[7] 1978 führte er beim Österreichischen Rundfunk Regie in einer Hörspiel-Neuproduktion von Csokors Drama 3. November 1918.[8] Weihs beaerbeite auch Theaterstücke für Hörspielfassung, so 1978 auch das Mysterienspiel Das große Welttheater von Pedro Calderón de la Barca, eine ORF-Produktion mit Paul Hoffmann, Judith Holzmeister und Erich Auer.[9]

Weihs arbeitete auch als Theaterregisseur. 1968 inszenierte er Romeo und Julia am Theater der Jugend in Wien.[10] 1970 führte er am Theater der Jugend Regie bei Samuel Becketts absurdem Drama Warten auf Godot.[11] 1971 inszenierte er dort Georg Büchners Komödie Leonce und Lena mit Kurt Sobotka als Valerio.[12] Lange Jahre leitete er von 1964 bis 1974 auch das Theater der Jugend als dessen Direktor.

Weihs war auch als Opernregisseur tätig. 1963 war er für die Neuinszenierung von Giuseppe Verdis Oper Don Carlos am Salzburger Landestheater als Regisseur verantwortlich.[13] 1969 inszenierte er an der Wiener Kammeroper die komische Oper List und Liebe von Joseph Haydn; die musikalische Leitung hatte Hans Gabor.[14]

Filmografie[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Jahrbuch der Gesellschaft für Wiener Theaterforschung 1947 (Google Books Auszüge)
  2. Der Ahnherr des Sommer-Theaters Niederösterreichische Nachrichten
  3. 3. November 1918 (Fassung 1968) ORF.at
  4. Nebendarsteller in allen Folgen Mundl.net
  5. TOTSTELLEN (aka, TV-Titel: DER SOHN EINES LANDARBEITERS WIRD BAUARBEITER UND BAUT SICH EIN HAUS)) Filmarchiv Austria
  6. HOLOCAUST. THE STORY OF THE FAMILY WEISS
  7. Die letzten Tage der Menschheit HÖRDAT, die Hörspieldatenbank
  8. 3. NOVEMBER 1918 (Fassung 1978) ORF.at
  9. DAs große Welttheater ORF.at
  10. Romeo und Julia Die Bühne, Ausgaben 112-125
  11. Warten auf Godot Failing better: die Rezeption Samuel Becketts in Österreich
  12. Kurt Sobotka: Wenn ich mich recht erinnere--: ein Leben am Theater:eine Dokumentation (Google Books Auszüge)
  13. Opernwelt: Ausgaben 1-6, 1963
  14. Neue Zeitschrift für Musik: Band 130, 1969, S. 564