Peter und Paul

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Dieser Artikel beschäftigt sich mit dem Apostelfest. Für weitere Bedeutungen siehe Peter und Paul (Begriffsklärung).
Die Apostel Petrus und Paulus und das Christusmonogramm Chi-Rho (Katakomben in Rom, 4. Jh.)

Peter und Paul (Hl. Petrus und Hl. Paulus) ist der Gedenktag der beiden Apostel und Apostelfürsten Simon Petrus und Paulus von Tarsus. Das Fest wird am 29. Juni in vielen christlichen Kirchen, den evangelischen, anglikanischen, orthodoxen, armenischen, koptischen und der römisch-katholischen Kirche, gefeiert.

In der römisch-katholischen Kirche hat es den Rang eines Hochfestes. In manchen Regionen ist es ein gesetzlicher Feiertag. In den orthodoxen Kirche beginnt eine Woche nach dem Pfingsfest das Apostelfasten, als leichtes Fasten, bis zum Peter-und-Paul-Tag.

Der christliche Feiertag basiert auf der traditionellen Überlieferung, dass an diesem Tag während der Valerianischen Verfolgungen die Reliquien der beiden Heiligen in die Sebastians-Katakomben an der Via Appia übertragen wurden.[1] Die älteste Feier dieses Gedenkens ist aus dem Jahr 354 belegt.[2]

Den beiden Heiligen wird auch an mehreren Gedenktagen einzeln gedacht: Kathedra Petri (22. Februar), St. Peter ad Vincula (1. August), Bekenntnis des Petrus (18. Januar) und Pauli Bekehrung (25. Januar). Bis zur Einführung des neuen römischen Kalenders 1970 war in der römisch-katholischen Kirche der 30. Juni ein besonderer Gedenktag des heiligen Paulus.[2]

Feiertag[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gedenktag ist der 29. Juni.

  • In Preußen wurde Peter und Paul als Feiertag bereits im Dezember 1796 durch eine Anordnung Friedrich Wilhelms III. abgeschafft. In anderen deutschen Staaten blieb der Feiertag bis ins 19. Jahrhundert erhalten.
  • Im Schweizer Kanton Tessin, in einigen italienischsprachigen Gemeinden im Kanton Graubünden sowie in einigen Gemeinden des Kantons Luzern ist Peter und Paul ein gesetzlicher Feiertag.
  • In Österreich ist das Fest der heiligen Apostel Peter und Paul kein gesetzlicher, aber ein anerkannter kirchlicher Feiertag, der im Art. 9 Konkordat (1933/34) verankert ist.
  • Der Tag wurde bis 1976 in ganz Italien als (gesetzlicher) Feiertag begangen. 1977 wurde er abgeschafft und blieb nur in der Gemeinde Rom ein Feiertag. Die Apostelfürsten Petrus und Paulus sind die Stadtpatrone Roms, der Bischofsstadt des Papstes; die Basiliken Sankt Paul vor den Mauern und der Petersdom gelten als ihre Grabeskirchen. 2008 wurde ein Gesetzesvorschlag ins Parlament eingebracht, der die Wiedereinführung des Peter-und-Paul-Tages am 29. Juni als gesetzlichen Feiertag in ganz Italien vorsieht.[3] Ministerpräsident Romano Prodi und viele Bischöfe und Kardinäle unterstützten dieses Vorhaben. Die Entscheidung lag beim Vatikan. Auch in der neuen Legislatur ab April 2008 mit Ministerpräsident Silvio Berlusconi wurde der Gesetzentwurf für die Wiedereinführung des Peter-und-Paul-Tages als gesetzlicher Feiertag in Italien erneut in Kammer und Senat eingebracht. Der Ball liege aber nach wie vor beim Vatikan, betonte Gianni Letta, Unterstaatssekretär und rechte Hand des Ministerpräsidenten.

Brauchtum[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Joseph Wright, Feuerwerk an der Engelsburg (1775–1776)

Gefeiert wird das Peter-und-Pauls-Fest besonders in Österreich und Bayern traditionell mit dem Peterlfeuer. Zeitnah zu diesem Tag finden in vielen katholischen Diözesen Priesterweihen statt.

Auch in der evangelischen Kirche wird das Fest am 29. Juni gefeiert, es ist aber im Bewusstsein vieler evangelischer Gemeinden in den Hintergrund getreten. Jedoch sehen die Gottesdienstordnungen der evangelischen Landeskirchen in Deutschland diesen Feiertag noch vor.

Die Orthodoxe Kirche kennt von der Pfingstoktav bis vor dem Tag Peter und Paul eine Fastenzeit, das Apostelfasten. Dieses Fasten ist weniger streng als die anderen Fastenzeiten der Orthodoxen.

In Rom findet zum Peter-und-Pauls-Fest das traditionelle Feuerwerk La Girandola an der Engelsburg statt.[4]

Patrozinium[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zahlreiche Peter-und-Paul-Kirchen tragen das Patrozinium der beiden Heiligen. Zu den bekannteren zählen der Naumburger Dom, der Klagenfurter Dom und der Posener Dom. Ein Peter- und Pauls-Altar steht in Comburg.

Auch eine Reihe von Peter-und-Paul-Klöstern wurde den Aposteln gewidmet, darunter das Kloster Hirsau.

Ebenso trägt die St. Petersburger Peter-und-Paul-Festung diesen Namen.

Apostelfürst[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Aufgrund ihrer besonderen Stellung in der Urkirche als Anführer der Apostel wird beiden Heiligen auch der Ehrentitel Apostelfürst (lateinisch princeps apostulorum von princeps ‚der Erste, Führer, Fürst‘) zugeschrieben.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Frank Kolb, Rom, die Geschichte der Stadt in der Antike, C. H. Beck, München 1995, ISBN 3-406-39666-6, S. 641 Online Ausgabe
  2. a b Schott Messbuch. Herder (Onlineversion).
  3. Senat Nr. 940; Kammer Nr. 1647.
  4. La Girandola auf Guten Morgen Rom deutsch. abgerufen am 29. Juni 2015.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Peter und Paul – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien