Peter von Dusburg

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Chronicon terrae Prussiae Ausgabe von 1679

Peter von Dusburg, auch Peter von Duisburg, war ein Chronist des Deutschen Ordens.

Peter von Dusburg lebte etwa von der zweiten Hälfte des 13. bis zur ersten Hälfte des 14. Jahrhunderts, seine genauen Lebensdaten sind jedoch unbekannt. Sein Hauptwerk Chronicon Terrae Prussiae („Chronik des Preußenlandes“) verfasste der Deutschordenspriester in Königsberg in der Zeit des Hochmeisters Werner von Orseln. Ihm übergab er 1326 das Werk. Ergänzungen seiner Chronik reichen bis 1330. Das Werk war als Tischlesung für die Ordensbrüder gedacht. Der Text setzt im Jahr 1190 ein. Im Werk wird die Militärgeschichte des Ordens im Preußenland beschrieben. Daneben werden auch Eigenheiten der heidnischen Prußen benannt, mit Details zu ihren Glaubensvorstellungen, Heiligtümern und Kulten (siehe Baltische Mythologie). Die Chronik ist nur in Kopien aus dem 15. Jahrhundert überliefert. Dusburgs Chronik ist von Max Toeppen und anderen Historikern kritisch kommentiert worden.

Werke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Chronicon terrae Prussiae. Herausgegeben von Max Toeppen. In: Scriptores rerum Prussicarum, Band 1, Leipzig 1861, S. 3–219. (Online)
  • Petri de Dusburg Chronica Terre Prussie / Peter von Dusburg, Chronik des Preußenlandes. Übersetzung und erläutert von Klaus Scholz und Dieter Wojtecki. (= Ausgewählte Quellen zur deutschen Geschichte des Mittelalters. Band 25). Wissenschaftliche Buchgesellschaft, Darmstadt 1984, ISBN 3-534-00604-6.
  • Petrus de Dusburgk, Chronica Terrae Prussiae. Herausgegeben von Jaroslaw Wenta u.a. Slawomir Wyszomirski. (= Monumenta Poloniae Historica, nova series, Band 13). Krakau 2007.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Hartmut Boockmann: Die Geschichtsschreibung des Deutschen Ordens. Gattungsfragen und „Gebrauchssituationen“. In: Hans Patze (Hrsg.): Geschichtsschreibung und Geschichtsbewußtsein im späten Mittelalter (= Vorträge und Forschungen. Band 31). Thorbecke, Sigmaringen 1987, ISBN 3-7995-6631-7, S. 447–469, hier: S. 449–454.
  • Karl LohmeyerDusburg, Peter von. In: Allgemeine Deutsche Biographie (ADB). Band 5, Duncker & Humblot, Leipzig 1877, S. 492.
  • Klaus-Eberhard Murawski: von Dusberg, Peter. In: Neue Deutsche Biographie (NDB). Band 4, Duncker & Humblot, Berlin 1959, ISBN 3-428-00185-0, S. 204 (Digitalisat).
  • Jürgen Sarnowsky: Das historische Selbstverständnis der geistlichen Ritterorden. In: Zeitschrift für Kirchengeschichte. Bd. 110 (1999), S. 315–330.
  • Jarosław Wenta: Der Deutschordenspriester Peter von Dusburg und sein Bemühen um die geistige Bildung der Laienbrüder. In: Roman Czaja und Jürgen Sarnowsky (Hrsg.): Selbstbild und Selbstverständnis der geistlichen Ritterorden (= Ordines militares. Band 13). Wydawnictwo Universytetu Mikolaja Kopernika, Toruń 2005, S. 115–125.
  • Jarosław Wenta: Bemerkungen über die Funktion eines mittelalterlichen historiographischen Texts: Die Chronik des Peter von Dusburg. In: Theo Kölzer u.a. (Hrsg.): De litteris, manuscriptis, inscriptionibus. Festschrift zum 65. Geburtstag von Walter Koch. Wien u.a. 2007, S. 675–685.
  • Marcus Wüst: Peter von Dusburg. In: Biographisch-Bibliographisches Kirchenlexikon (BBKL). Band 34, Bautz, Nordhausen 2013, ISBN 978-3-88309-766-4, Sp. 1074–1076.
  • Marcus Wüst: Zur Entstehung und Rezeption der „Chronik des Preußenlandes“ Peters von Dusburg. In: Bernhart Jähnig, Arno Mentzel-Reuters (Hrsg.): Neue Studien zur Literatur im Deutschen Orden (= Zeitschrift für deutsches Altertum und deutsche Literatur. Beiheft 18). Stuttgart 2014, S. 197–209.
  • Dieter Wojtecki: Studien zur Personengeschichte des Deutschen Ordens im 13. Jahrhundert (= Quellen und Studien zur Geschichte des östlichen Europa. Band 3). Steiner, Wiesbaden 1971 (zugleich: Teildruck der philos. Dissertation, Münster 1968).

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]