Petersberg (bei Halle)

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Petersberg
Der Petersberg aus Richtung Löbejün

Der Petersberg aus Richtung Löbejün

Höhe 250,4 m ü. NHN [1]
Lage in Petersberg (nahe Halle), Saalekreis, Sachsen-Anhalt (Deutschland)
Koordinaten 51° 35′ 48″ N, 11° 57′ 11″ OKoordinaten: 51° 35′ 48″ N, 11° 57′ 11″ O
Petersberg (bei Halle) (Sachsen-Anhalt)
Petersberg (bei Halle)
Gestein Rhyolith
Besonderheiten Tagebaurestseen Goethebruch, Krosigker Bruch,
Kloster Petersberg,
Bismarckturm/Petersberg,
Fernmeldeturm Petersberg,
Fernmeldehochhaus,
Tierpark Petersberg

Der Petersberg nahe Halle an der Saale im Gemeindegebiet von Petersberg ist mit 250,4 m ü. NHN[1] die höchste Erhebung des ehemaligen Saalkreises in Sachsen-Anhalt.

Sein Name leitet sich von der St.-Petrus-Kirche auf dem Berg her. Bis ins 14. Jahrhundert war der Petersberg als Lauterberg bekannt.

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Petersberg liegt etwa 13 km[1] (Luftlinie) nördlich der Innenstadt von Halle an der Saale, nicht ganz auf halber Strecke nach Köthen zwischen den Ortschaften Ostrau und Wallwitz. Am Berg befindet sich die Gemeinde Petersberg mit dem gleichnamigen Kernort und dessen Ortsteilen Drehlitz und Frößnitz. Auf seiner Südflanke liegt der Tagebaurestsee Goethebruch. Etwas südwestlich vorbei am Berg fließt der Saale-Zufluss Götsche, und in Richtung Norden fällt die Landschaft in das Tal des Saale-Zuflusses Fuhne ab.

Etwas westlich und südlich führt am Petersberg ein Abschnitt der Bundesautobahn 14 und im Südwesten ein solcher der Bundesstraße 6 vorbei. Beide Straßen kreuzen sich an der Anschluss-Stelle Halle-Trotha, von welcher der Berg gut zu erreichen ist.

Naturräumliche Zuordnung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Petersberg liegt nach dem Handbuch der naturräumlichen Gliederung Deutschlands innerhalb der naturräumlichen Haupteinheitengruppe Mitteldeutsches Schwarzerdegebiet (Nr. 50) in der Haupteinheit Östliches Harzvorland (500).[2]

In der sachsen-anhaltischen Gliederung in Landschaftsräume befindet er sich in der Einheit Hallesches Ackerland.[3]

Berghöhe[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Petersberg ist 250,4 m[1] hoch. Etwa 130 m südöstlich seines Gipfels liegt ein trigonometrischer Punkt auf 247,8 m[1] Höhe. Entgegen einer weit verbreiteten Meinung ist der Berg etwa auf seinem Breitengrad nicht die höchste Erhebung zwischen dem Harz und dem Uralgebirge. Zum Beispiel liegt in Polen im nahe Tuszyn befindlichen Górki Duże eine 283 m ()[4] hohe Erhebung der Piotrkowska-Höhen. In Russland gibt es in der Oblast Kursk nahe Kirowka (Кировка) eine 267 m ()[5] hohe Erhebung der Mittelrussischen Platte und in der Oblast Saratow nahe Wjasowka (Вязовка) eine 306 m ()[5] hohe Erhebung der Wolgaplatte.

Geologie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Petersberg ist die höchste Erhebung des Halleschen Porphyrkomplexes. Das Gestein aus dem er besteht, wird als Rhyolith bezeichnet. Entstanden ist dieses Gestein, wie auch das der anderen Porphyrkuppen in der Umgebung, in der Zeit des Oberen Karbon und Unteren Perm durch das Erstarren zähflüssigen Magmas relativ dicht unter der Erde (Kryptovulkanismus). Die relativ großen, gut mit bloßem Auge im Gestein sichtbaren Feldspat- und Quarzkristalle (sogenannte Einsprenglinge) bildeten sich bereits in größerer Tiefe in einer Magmakammer bei sehr langsamer Abkühlung der Schmelze. Nach seinem Aufstieg in geringere Tiefen kühlte das Magma dann wesentlich schneller ab, wodurch schließlich ein Gestein mit einer sehr feinkristallinen Grundmasse, in der die größeren Quarz- und Feldspatkristalle eingebettet sind, entstand (porphyrisches Gefüge). Im Vergleich zu anderen Rhyolithen im Raum Halle sind die Einsprenglinge des Petersberger Rhyoliths jedoch relativ klein. Man spricht daher auch von einem feinporphyrischen Rhyolith.

Der heutige Berg mit seinem relativ harten Rhyolithgestein ist durch Erosion, unter anderem durch die Gletscher der letzten Eiszeiten, aus dem Sedimentgestein, das ihn ursprünglich bedeckte, herauspräpariert worden.

Schutzgebiete[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Auf und am Petersberg liegt das 1998 ausgewiesene und 21,83 km² große Landschaftsschutzgebiet Petersberg (CDDA-Nr. 20851). Rund um den Berg befinden sich die Naturschutzgebiete Bergholz (CDDA-Nr. 162383; 1961, 0,77 km²; zweiteilig) und Blonsberg (CDDA-Nr. 318206; 1998, 0,3 km²) und außerdem die Fauna-Flora-Habitat-Gebiete Bergholz nördlich Halle (FFH-Nr. 4437-305; 1,81 km²) und Blonsberg nördlich Halle (FFH-Nr. 4437-301; 0,32 km²).

Kloster Petersberg[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Kloster Petersberg mit der Stiftskirche St. Petrus ist ein ehemaliges Augustinerchorherrenstift. Seit 1999 besteht eine evangelische Klosterkommunität der Christusbruderschaft Selbitz.

Bismarckturm[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Auf dem Petersberg steht einer von noch 15 erhaltenen Bismarcktürmen in Sachsen-Anhalt. Der 15 m hohe Bismarckturm auf dem Petersberg wurde nach einem Entwurf von Wilhelm Kreis errichtet und am 24. September 1902 eingeweiht. Im Zweiten Weltkrieg stark beschädigt wurde der Aussichtsturm 1999/2000 umfangreich saniert, so dass er anschließend erstmals seit dem Krieg wieder besteigbar wurde.

Fernmeldeturm Petersberg[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Etwa 320 Meter südöstlich des Petersberggipfels steht der 1965 eingeweihte und 119 m hohe Fernmeldeturm Petersberg der Deutschen Telekom, der in Stahlbetonbauweise errichtet wurde. Von dort werden mehrere Rundfunkprogramme für den Großraum Halle ausgestrahlt, unter anderem MDR Sachsen-Anhalt, MDR Sputnik und Radio SAW.

Fernmeldehochhaus[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bezirksrichtfunkzentrale Halle (Saale) der SED (08A1) auf dem Petersberg (A-Turm), bis 1984

Auf dem Petersberg befindet sich auch ein siebenstöckiger A-Turm der Deutschen Telekom AG. Vor der politischen Wende in der DDR gehörte dieser Turm in den Grundmittelbestand der Partei SED. In ihm befand sich die Bezirksrichtfunkzentrale Halle (Saale) des Richtfunknetzes der Partei (08A1) sowie Richtfunk- und Vermittlungstechnik der NVA. Errichtet wurde das auch als A-Turm bezeichnete Gebäude Ende der 1950er Jahre. 1984 wurde das Netz an die Deutsche Post (DDR) übergeben und mit ihm der Turm. Nach 1990 ging der Turm an die Deutsche Telekom. Die technischen Einrichtungen wurden entfernt und die Antennenträger mit den Antennen auf dem Dach demontiert.

Tourismus[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Goethebruch

Der Petersberg ist ein beliebtes Ausflugsziel. Am Berg liegt der Tierpark Petersberg mit eurasischen Tieren und eine Sommerrodelbahn, die ganzjährig mit einem Schlitten bzw. schlittenähnlichen Fahrzeugen befahren werden kann. Auf einem Festplatz am Berg finden regelmäßig Flohmärkte und andere Veranstaltungen statt, zum Beispiel alljährlich an Ostern eine Ausstellung. Über die östlichen Berghochlagen verläuft der Europäische Fernwanderweg E11 (NiederlandeMasuren). Das Klettergebiet Petersberger Steinbrüche[6] besteht aus dem Goethebruch und dem Krosigker Bruch.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b c d e Kartendienste des Bundesamtes für Naturschutz (Hinweise)
  2. Emil Meynen, Josef Schmithüsen (Herausgeber): Handbuch der naturräumlichen Gliederung Deutschlands. Bundesanstalt für Landeskunde, Remagen/Bad Godesberg 1953–1962 (9 Lieferungen in 8 Büchern, aktualisierte Karte 1:1.000.000 mit Haupteinheiten 1960).
  3. Die Landschaftsgliederung Sachsen-Anhalts (Stand: 1. Januar 2001) – Ministerium für Raumordnung, Landwirtschaft und Umwelt sowie Landesamt für Umweltschutz Sachsen-Anhalt (PDF; 2,6 MB)
  4. Der Große Falk AtlasEuropa Reisekarten, M = 1:750.000, 2004/2005, ISBN 9783827903815
  5. a b Sowjetische Generalstabskarte auf topomapper.com
  6. Goethebruch – Petersberger Steinbrüche, beim DAV, auf alpenverein.de

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Petersberg – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Otfried Wagenbreth und Walter Steiner: Geologische Streifzüge. Landschaft und Erdgeschichte zwischen Kap Arkona und Fichtelberg. Spektrum Akademischer Verlag, 4. Auflage Leipzig 1990, ISBN 9783342002277.
  • Peter Rothe: Die Geologie Deutschlands. 48 Landschaften im Portrait. 2. Auflage, Wissenschaftliche Buchgesellschaft, Darmstadt 2006, ISBN 9783896785862.
  • Hans-Werner Deim, Hans-Georg Kampe, Joachim Kampe, Wolfgang Schubert: Die militärische Sicherheit der DDR im Kalten Krieg, ISBN 978-3-932566-80-6