Petershausen

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Petershausen
Petershausen
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Petershausen hervorgehoben

Koordinaten: 48° 25′ N, 11° 28′ O

Basisdaten
Bundesland: Bayern
Regierungsbezirk: Oberbayern
Landkreis: Dachau
Höhe: 459 m ü. NHN
Fläche: 32,79 km2
Einwohner: 6599 (31. Dez. 2020)[1]
Bevölkerungsdichte: 201 Einwohner je km2
Postleitzahl: 85238
Vorwahl: 08137
Kfz-Kennzeichen: DAH
Gemeindeschlüssel: 09 1 74 136
Gemeindegliederung: 18 Gemeindeteile
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Bürgermeister-Rädler-Straße 3
85238 Petershausen
Website: www.petershausen.de
Erster Bürgermeister: Marcel Fath (FW Petershausen)
Lage der Gemeinde Petershausen im Landkreis Dachau
Landkreis Aichach-FriedbergLandkreis FreisingLandkreis FürstenfeldbruckLandkreis MünchenLandkreis Neuburg-SchrobenhausenLandkreis Pfaffenhofen an der IlmMünchenAltomünsterBergkirchenDachauErdwegHaimhausenHebertshausenHilgertshausen-TandernKarlsfeldMarkt IndersdorfOdelzhausenPetershausenPfaffenhofen an der GlonnSchwabhausen (Oberbayern)SulzemoosVierkirchen (Oberbayern)WeichsKarte
Über dieses Bild

Petershausen ist eine Gemeinde im oberbayerischen Landkreis Dachau.

Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Petershausen liegt etwa 36 km nördlich von München im Tal der Glonn mit ausgedehnten Flussauen, die von Wirtschafts- und Wanderwegen durchzogen sind. Die Glonn quert das Gemeindegebiet von West nach Ost. Der im Ortsteil Wendelstein gelegene Berg Wendelstein erhebt sich zwar nur auf etwas mehr als 460 Meter, dafür wählten ihn bereits um 1500 v. Chr. die Menschen als Grabhügel.

Angrenzende Gemeinden sind:

Jetzendorf (Landkreis Pfaffenhofen) Reichertshausen (Landkreis Pfaffenhofen)
Weichs Kompass Hohenkammer (Landkreis Freising)
Vierkirchen

Gemeindegliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ehem. Gasthof Pertrichhof in Petershausen und Marktplatz
Petershausen von Südwesten
Asbach von Süden

Die Gemeinde hat 18 Gemeindeteile (in Klammern ist der Siedlungstyp angegeben):[2]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bereits von 1600 bis 1350 v. Chr. wurden auf dem Wendelstein-Hügel 10 Grabhügel angelegt, weitere 18 westlich von Obermarbach.

Das Gebiet der heutigen Gemeinde ist seit tausenden von Jahren von Menschen bewohnt. Den Kelten, vom Stamme der Vindelicier, folgten um die Zeitwende für rund 400 Jahre die Römer und diesen die Bajuwaren.

150 bis 180 n. Chr. wurde die Römerstraße Augsburg-Salzburg errichtet, die durch das Gemeindegebiet verlief. Teile dieser wichtigen West-Ost-Verbindung bilden später den Altbaierischen Oxenweg.

Um das Jahr 815 wurde Glonnbercha urkundlich erwähnt. Weitere Gemeindeteile wurden im 11. Jahrhundert erwähnt. Der Ortsname Petershausen wurde Im Jahr 1116 erstmals genannt. Der Pertrichhof im Zentrum entstand um 1500 als Taverne.

Seit 1755 gab es in Petershausen eine Schule.

Im Jahre 1867 wurde die Bahnlinie München – Ingolstadt gebaut, an der der Bahnhof Petershausen liegt.

Eingemeindungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Zuge der Gebietsreform in Bayern wurde am 1. Januar 1972 Obermarbach eingemeindet.[3] Am 1. Mai 1978 folgten Kollbach und ein Teil der Gemeinde Asbach.[4]

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zwischen 1988 und 2018 wuchs die Gemeinde von 4481 auf 6551[5] um 2070 Einwohner bzw. um 46,2 %.

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gemeinderat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Gemeinderat der Wahlperiode 2020–2026 besteht aus 20 Mitgliedern mit den Fraktionen Freie Wähler (6 Sitze), CSU (6 Sitze), Bündnis 90/Die Grünen (3 Sitze), SPD (3 Sitze), ÜBP (1 Sitz) und FDP (1 Sitz).[7]

Die Gremien der Gemeinde sind der Gemeinderat, der Haupt- und Finanzausschuss, der Bau- und Umweltausschuss, der Sozialausschuss, der Rechnungsprüfungsausschuss und das Vergabegremium Bürgerstiftung.

Bürgermeister[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Erster Bürgermeister ist seit 1. Mai 2014 Marcel Fath von den Freien Wählern Petershausen, er wurde im März 2014 mit 54,0 % der Stimmen gewählt.[8]

Gemeindefinanzen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Angaben für die Jahre 2005 bis 2009 und 2017 (in Tausend Euro)[9]

Merkmal 2005 2006 2007 2008 2009 2017
Bruttoausgaben 6.775 7.051 7.677 8.197 9.977 21.091
Gemeindesteuereinnahmen 3.598 4.169 4.937 5.171 4.552 7.917
Verschuldung je Einwohner 1,202 0,871 0,734 0,951 0,874 1,402

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wappen von Petershausen
Blasonierung: „Schräglinks geteilt von Silber und Schwarz; oben ein schräglinks gestellter blauer Fisch, unten ein goldener Pflug.“[10]

Das Wappen wird seit 1970 geführt.

Wappenbegründung: Der goldene Pflug unterstreicht die landwirtschaftliche Prägung des Gemeindegebiets. Die Tingierung spielt auf das herrschaftsgeschichtliche Nebeneinander von Herzogtum Bayern (Weiß-Blau) und Hochstift Freising (Gold-Schwarz) an. Der Fisch symbolisiert zugleich die Lage der Gemeinde an der Glonn und als Attribut des heiligen Ulrich das Patrozinium der Filialkirche im Gemeindeteil Mühldorf.

Gemeindepartnerschaften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • FrankreichFrankreich Frankreich: Seit 1968 existiert eine Partnerschaft mit der französischen Gemeinde Varennes-en-Argonne. Mit dieser findet jährlich ein Jugendaustausch statt, der von einer Gruppe jugendlicher Gemeindemitglieder organisiert wird.[11]

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bauwerke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Pertrichhof, im Ortskern von Petershausen: Um 1500 entstand der Pertrichhof als Taverne. Um 1700 wurde der Gasthof zu einem ansehnlichen Barockbau mit seinen unverkennbaren geschweiften Giebeln umgebaut. Vor wenigen Jahren wurde er renoviert und ist der zentrale Blickfang am Pertrichplatz. Er beherbergt heute die Sparkasse und ist als Baudenkmal Nr. D-1-74-136-2 geschützt. Auf dem Vorplatz findet in der Sommersaison freitags ein Wochenmarkt statt.
  • Katholische Pfarrkirche St. Laurentius: Errichtet um 1315, Hochaltar 1680, Rokoko-Gestalt seit 1750.
  • Frauenkirche in Kollbach: Entstanden um 1288, zunächst gotisch-romanisch, um 1705 barockisiert.
  • Ulrichskirche in Mühldorf (zwischen Petershausen und Hohenkammer): Gotische Kirche, die um 1480 entstand. 1657 kam ein stattlicher Hochaltar des Münchner Bildhauers Konstantin Paderim hinzu.
  • Herz-Jesu-Kapelle: Um 1724 an der Glonnbrücke als Wallfahrtskapelle errichtet.
  • Notburga-Kapelle in Weißling: 1748 zunächst als Holzbau entstanden, Steinbau seit 1768. An den Wänden hängt noch ein Teil der hundert Votivbilder, die wegen Viehkrankheiten entstanden.
  • Burgstall Kollbach (archäologischer Ort, nur noch als Hügel erhalten).

Naturdenkmäler[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Tausendjährige Hohle Linde in Obermarbach: Nördlich der Kirche steht eine uralte Linde mit mittlerweile acht Meter Stamm-Umfang, die schon zahlreiche Blitzeinschläge überlebte.
  • Landschaftsdenkmal und Aussichtspunkt an der Straße zwischen Kollbach und Asbach: Runden Steinsäule mit Durchseh-Löchern, die mit den von dort aus sichtbaren Orten beschriftet sind. Die Säule wurde der Gemeinde für deren Leistungen bei der ländlichen Entwicklung als Bayerischer Staatspreis 1993/1994 verliehen.

Natur und Landschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Durch die reizvolle Landschaft rund um Petershausen führen 7 ausgeschilderte Wanderwege zwischen 8 und 13 km. Entlang der Glonn gibt es im Landschaftsschutzgebiet Radwege. Zudem kann man dem Altbaierischen Oxenweg folgen. In Kollbach gibt es einen Waldlehrpfad. Sehenswert ist der Hochzeitsplatz in Obermarbach.

Religion[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Petershausen liegt etwa 10 km von der Autobahnanschlussstelle Allershausen der A 9 und fünf Kilometer von der Bundesstraße 13 entfernt.

Bahnhof Petershausen
Bahnhofsgebäude mit Vorplatz

1866 hielt hier erstmals die Eisenbahn; heute ist Petershausen das nördliche Ende der S-Bahn-Linie 2, wird aber auch von Regionalzügen stündlich bis halbstündlich angefahren und liegt an der Bahnstrecke München–Treuchtlingen. Mit der S2 besteht ein 20- oder 40-Minuten-Takt im MVV. Der Bahnhof wird außerdem vom München-Nürnberg-Express und weiteren Regional-Express-Zügen zwischen Ingolstadt und München bedient. Die Fahrzeit zum Hauptbahnhof in München beträgt mit der S-Bahn 38 Minuten, mit der Regionalbahn je nach Verbindung zwischen 15 und 20 Minuten.

Durch Petershausen führt der Altbaierische Oxenweg und die Fahrradroute Nürnberg-München.

Bildung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Petershausen gibt es folgende Einrichtungen für Kinder und Schüler:

  • Grundschule Petershausen (mit Arche Noah Hort)
  • Grund- und Mittelschule "Aktive Schule Petershausen"
  • Mosaik-Kindergarten Petershausen
  • Waldkindergarten Petershausen

Schulbusse verkehren zu den Realschulen in Weichs und Markt Indersdorf, sowie zum Gymnasium Markt Indersdorf.

Wirtschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Umgebung von Petershausen ist mit Ackerbau und Viehzucht primär landwirtschaftlich geprägt, was auch der Pflug im Wappen ausdrückt. Im Osten und Nordosten liegen Gewerbegebiete mit mittelständischen Industrie- und Handwerksbetrieben.

Ehrenbürger[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Jan Simon Fach, Bad Salzschlirf
  • Johann Hammerl, Kollbach
  • Josef Hefele, Kollbach
  • Ferdinand Ostermair, Petershausen
  • Stefan Pfister, Petershausen
  • Ludwig Zins, Petershausen

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Lydia Thiel und Elisabeth Mecking: Chronik der Gemeinde Petershausen [1] – Häuserchronik, Bd. 1, Asbach – Mühldorf, Hrsg.: Gemeinde Petershausen und Arbeitskreis Ortschronik Petershausen, Petershausen 1999
  • Lydia Thiel und Elisabeth Mecking: Chronik der Gemeinde Petershausen [1] – Häuserchronik, Bd. 2. Oberhausen – Ziegelberg, Hrsg.: Gemeinde Petershausen und Arbeitskreis Ortschronik Petershausen, Petershausen 1999
  • Lydia Thiel und Elisabeth Mecking: Chronik der Gemeinde Petershausen [2] – Geschichte; Bd. 1. Landschaft, Politik, Wirtschaft, Gesellschaft, Hrsg.: Gemeinde Petershausen und Arbeitskreis Ortschronik Petershausen, Petershausen 2000
  • Lydia Thiel und Elisabeth Mecking: Chronik der Gemeinde Petershausen [2] – Geschichte; Bd. 2. Kunst und Kultur, Hrsg.: Gemeinde Petershausen und Arbeitskreis Ortschronik Petershausen, Petershausen 2000

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Petershausen – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Genesis Online-Datenbank des Bayerischen Landesamtes für Statistik Tabelle 12411-001 Fortschreibung des Bevölkerungsstandes: Gemeinden, Stichtage (letzten 6) (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu).
  2. Gemeinde Petershausen in der Ortsdatenbank der Bayerischen Landesbibliothek Online. Bayerische Staatsbibliothek, abgerufen am 10. September 2019.
  3. Wilhelm Volkert (Hrsg.): Handbuch der bayerischen Ämter, Gemeinden und Gerichte 1799–1980. C. H. Beck, München 1983, ISBN 3-406-09669-7, S. 444.
  4. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27.5.1970 bis 31.12.1982. W. Kohlhammer, Stuttgart/Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 571.
  5. https://www.statistik.bayern.de/mam/produkte/veroffentlichungen/statistische_berichte/a1210c_201800.pdf
  6. Statistik Bayern – Kommunalwahlen 2014, abgerufen am 29. Juli 2019
  7. Süddeutsche Zeitung: Petershausen verändert sein Gesicht. Abgerufen am 24. März 2020.
  8. http://www.wahlen.bayern.de/kommunalwahlen/
  9. https://www.statistik.bayern.de/statistikkommunal/09174136.pdf
  10. Eintrag zum Wappen von Petershausen in der Datenbank des Hauses der Bayerischen Geschichte
  11. www.varennes-petershausen.de (Memento des Originals vom 12. März 2010 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.varennes-petershausen.de